In diesem knapp hundert Seiten kleinen Büchlein untersucht der deutsch-jüdische Theologe und Religionswissenschafter Pinchas Lapide (1922-1997) die "Auferstehung von den Toten" im Allgemeinen und die Auferstehung Jesu im Besonderen.
Wie viele Menschen kommen gedanklich niemals auf eine geistliche Auferstehung, sondern glauben an eine nur leibliche Auferstehung Jesu? Und wie viele Andere lehnen eine solch gedeutete Auferstehung aus rationalem Kalkül ab, die aber eben so eine geistliche Auferstehung ohne den (durch die Kreuzigung fraglos zerschundenen) Köper nicht in Erwägung ziehen? Lapide verweist zunächst auf viele Auferstehungs- und Auferweckunglegenden im Altertum, in deren Tradition sich eine körperliche Auferstehung Jesu zwar leicht einreihen ließe. Aber keine Einzige dieser Legenden zog einen nunmehr zweitausendjährigen, globalen Glauben an einen der so angeblich Auferstandenen nach sich. Wenn also unter einer "Wiederbelebung eines körperlich Gestorbenen" und einer "Auferstehung eines im geistlichen Sinne Toten" zu scheiden wäre? Und erstaunlicher Weise legt Pinchas Lapide überzeugend dar, dass das Pfingstwunder als die Auferstehung Christi gedeutet werden mag, in dem der Geist Christi (oder das Christus-Bewusstsein) als der "Heilige Geist" in das Bewusstsein seiner Jünger einströmte! Die vielerseits erdeutete sogenannte "Parusie-Verzögerung" (die Verzögerung der Wiederkunft Christi) liegt also in der fehlerhaften Annahme gegründet, dass ein körperlicher Jesus zurückkommen werde, statt des rein geistlichen Christus. Und eben Dieser beseelte die Jünger zu Pfingsten neu, woraufhin sie aus ihrer Klausur hinaus auf die Straße gingen und die in ihnen geschehene Auferstehung Christi für jedermann verständlich predigten.
Dies schmale Büchlein ist ein großes Buch!