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Auferstehung
 
 
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Auferstehung [Gebundene Ausgabe]

Leo N. Tolstoi
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: Artemis & Winkler; Auflage: 1 (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538053545
  • ISBN-13: 978-3538053540
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 12,9 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 832.144 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Leo N. Tolstoi
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als Fürst Nechljudow als Geschworener an einer Gerichtsverhandlung in Moskau teilnimmt, erkennt er in der Prostituierten Katjuscha Maslow, die eines Giftmordes angeklagt ist, eine Freundin seiner Jugend. Vor acht Jahren hat er sie auf dem Gut seiner Tante verführt und dann verlassen. Nun will er seine Tat sühnen: er bietet ihr an, sie zu heiraten und ihr nach Sibirien zu folgen. "Auferstehung" - Tolstois letzter großer Roman - ist ein Werk von hohem moralischen Anspruch und überwältigender psychologischer Meisterschaft.

Autorenportrait

Leo Tolstoi (1828-1910) entstammte einem alten russischen Adelsgeschlecht. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa zog er sich auf sein Familiengut zurück und schrieb dort seine großen Werke. Unter dem Eindruck Rousseauscher Ideen verurteilte er Kultur und Zivilisation als das natürlich Menschentum verfälschende Elemente. Werke u.a.: "Krieg und Frieden", "Anna Karenina", "Die Kreuzersonate", "Meine Beichte". -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Tolstoj erzählt in seinem 3. großen Roman die Geschichte des Fürsten Nechljudow, der während einer Gerichtsverhandlung in der Angeklagten eine Freundin aus seiner Jugendzeit wiedererkennt. Diese Begegnung veranlasst ihn, alles, sein Leben, die Welt, ihre Ordnung, neu zu überdenken. Ein meisterhafter Roman, der den geistigen Umbruch der Hauptfigur und allmähliche Veränderung der Ansichten auf eine nicht zu übertreffende Art und Weise schildert. Dies geschieht nicht zuletzt, da Tolstoj mit seinem Fürsten Nechljudow eine Kopie seiner selbst die Handlung bestimmen lässt. Nur wer den Autor und sein Buch verstehen lernt, erhält einen vollkommenen Einblick in die Psychologie Tolstojs. Dieser Roman ist nicht nur lesenswert - er ist geradezu eine Pflichtlektüre.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"Nur ein Lump, ein Schuft konnte so handeln! Und ein solcher Lump, ein solcher Schuft bin ich! Ja, bin ich denn wirklich..." - er unterbrach für einen Augenblick sein Umherwandeln, - "... bin ich denn wirklich ein solcher Schuft? Ja, was denn sonst?" fragte er sich. "Und es ist ja nicht nur das allein!" fuhr er in seiner Selbstbezichtigung fort. "Ist mein Verhältnis mit Maja Wassijewna, mein Verhalten gegenüber ihrem Mann, nicht auch eine Gemeinheit, eine Nichtswürdigkeit? Und meine Einstellung zum Besitz? Dass ich unter dem Vorwand, das Geld stamme von meiner Mutter, einen Reichtum ausnutzte, den ich für unrechtmäßig halte? Und dazu mein ganzer müßiger, abscheulicher Lebenswandel! Und das abscheulichste von allem: wie ich mich zu Katjuscha benommen habe! Ja, ich bin ein Lump, ein Schuft! Alle anderen mögen von mir halten, was sie wollen, aber mir selber kann ich nichts vormachen." Zitat aus "Auferstehung".

Selbsterkenntnis ist ein erster Schritt zur Besserung. Aber wie radikal der Held dieses Romans positive Veränderungen in seinem Leben umsetzen will, zeigt Leo Tolstoi in unnachahmlicher Weise. Eine Zufallsbegegnung weckt in dem adligen Gardeleutnant, Dmitri Iwanowitsch Nechljudow, das moralische Gewissen, welches er neu formen und damit auch altes Unrecht sühnen und wieder gutmachen möchte. Dabei studiert er gewissenhaft gesellschaftliche Strukturen, macht sich mit umwälzenden, neuen politischen Ideen vertraut und stellt die religiöse Grundordnung seiner Zeit auf den Prüfstein der Heiligen Schrift. Das Ergebnis seiner Studien ist so brisant, dass der Autor dieses Werkes im Anschluss an die Veröffentlichung von der heiligen Kirche exkommuniziert wurde.

Als junger Mann hatte der gewissenlose Nechljudow die vertrauensselige Katjuscha in einer Osternacht, dem Fest der Auferstehung Christi (daher auch der Titel) verführt und später sitzen gelassen. Jahre später begegnet er der jungen Frau erneut. Diesmal ist er als Geschworener im Gerichtssaal anwesend. Die schwarzäugige Katjuscha, die als Angeklagte Maslowa vorgeführt wird, soll einen Mann vergiftet haben. Obwohl an der Unschuld der Frau kein Zweifel besteht, sorgt ein Formulierungsfehler im Urteilsspruch der Geschworenen dafür, dass Maslowa zu Zwangsarbeit in Sibirien verdonnert wird. Sofort versucht Nechljudow Rechtsmittel einzuschalten, um den Fehler zu berichtigen. Doch die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam. Die ehemalige Geliebte des jungen Herrn, für dessen gesellschaftlichen Abstieg sich unser Held verantwortlich fühlt, bleibt im Gefängnis. Durch sein neuerwachtes Ehrgefühl gibt Nechljudow sein Leben als Müßiggänger auf und beschließt seine Angelegenheiten so zu regeln, dass er Katjuscha auf ihrem Weg begleiten und ihr sogar die Ehe antragen kann. Als er sie im Gefängnis besucht, erkennt ihn Katjuscha zwar sofort, lehnt sein Anliegen aber rundheraus ab, da sie es für eine vorübergehende Anwandlung aus Mitleid und Schuld des Sünders hält. Als er jedoch weiter treu in den Angelegenheiten seiner ehemaligen Geliebten tätig bleibt, und auf Wunsch der jungen Frau auch für einige Mitgefangenen sorgt, erwachen die zärtlichen Gefühle erneut, die sie in ihrer Laufbahn als Prostituierte bereits verloren geglaubt hatte. Doch auch Katjuscha hat ein tiefgeprägtes Ehrgefühl und so weigert sie sich beharrlich, den Heiratsantrag von Nechljudow anzunehmen. Als die Gefangenen schließlich tatsächlich in Sibirien ankommen, verschlechtern sich die Haftbedingungen dramatisch. Nechljudow, der bereits mit einigen politischen Gefangenen Freundschaft geschlossen hat und über Katjuschas Wohl wacht, verzweifelt beinahe an seiner Aufgabe. Doch dann erreicht ihn ein Brief aus Moskau, der alles verändern könnte.

Unverholen spricht Tolstoi in seinem Werk über die verschiedenen Missstände in seinem Land. Eine Gesellschaft, die ehemals ehrbare Bürger zu Dieben und Mördern macht und sie dann unmenschlich bestraft, ist ihm ein Rätsel. Auch die Religion seiner Tage sorgt für keine Erleichterung. Mit unverstellter Ironie beschreibt er einen Gefangengottesdienst. Hier erfahren die armen Seelen keinen Trost und der unfähige Geistliche giert nur nach dem Wein, der nach der seltsamen Zeremonie übrig bleiben wird. Kein Wunder, dass sie Kirche nicht sehr amüsiert war und den Autor daraufhin ächtete.
Eigentlich müsste der Roman "Vergebung" heißen. Nach Ansicht des Autors ist dies der Schlüssel zu einem friedevollen, ja geradezu paradiesischem Miteinander. Seine Ausführungen zu der Bergpredigt, die Nechljudow am Schluss der Geschichte analysiert, sind sehr berührend. Doch die Erfüllung seines Traumes sollte Zeit seines Lebens eine Utopie bleiben. Denn der Bildung einer Gesellschaft, wie sie dort beschreiben wird, steht wohl ein wesentliches Element entgegen: der Mensch selbst. Hoffen wir, dass dem großen Humanisten der Glauben an das Gute im Menschen trotz allem bis zuletzt nicht verloren ging.

Wirklich ein großer, lesenswerter Roman!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Leo Tolstois breit angelegter Roman "Die Auferstehung" ist ein großes Werk, das sich mit der Frage zu Schuld und Sühne, bzw. dem Glauben per se beschäftigt.

Der reiche und dandyhafte Fürst Nechljudow, der "nebenbei" eine Affaire mit einer verheirateten Frau unterhält, wird als Geschworener ins Gericht gerufen, wo er zu seinem Entsetzen feststellt, dass die wegen Giftmord angeklagte Dirne seine erste Liebe Katjuscha Maslowa ist, die er vor vielen Jahren nach einer kurzen Liason auf dem Hof seiner Tanten mit einer großzügigen Geldspende abgespeist hatte. Er versteht, dass sein egoistisches Handeln damals das Leben der Angeklagten erst in die dunklen Bahnen der Prostitution gelenkt hat. Das Gefühl von tiefer Schuld beginnt in ihm zu reifen.

Durch einen Formfehler und eines unfähigen Advokaten wird die Angeklagte zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt und der Fürst setzt alle Hebel in Kraft, um die Maslowa zu retten. Die reiche und gehobene Gesellschaft beginnt ihn anzuwidern und er beginnt, seine Grundstücke an die dort arbeitenden Bauern abzutreten, um mit Katja Maslowa nach Sibirien mitzugehen und sie dort zu heiraten. Sie lehnt dieses Opfer jedoch ab.

Leo Tolstois Roman ist ein wunderbares Beispiel eines psychologischen Entwicklungsromans. Ein Plädoyer für Menschlichkeit und Güte, ein Fausthieb gegen die feine Gesellschaft seiner Zeit, die arme Menschen in die Kategorien dritte und vierte Klasse Mensch abgestempelt hatte. Ein Manifest gegen die Unsinnigkeit der ad absurdum geführten Verhaftungen von wegen Nichtigkeiten angeklagten Menschen.

Beeindruckend ist, wie Leo Tolstoi langsam seine Fühler ausstreckt und so den Leser mit jeder Zeile immer stärker zu fesseln vermag, obwohl das Tempo dieser Erzählung am ehesten im Bereich einer extremen Langsamkeit hängen bleibt, bevor der Autor im dritten und letzten kurzen Teil seine dramatische Pranke offenbart und diese "Auferstehung" offensiv dem Ende zutreibt. Großartige Figurenzeichnung, die alle ProtagonistInnen so lebhaft und echt erscheinen lassen, dass man das sich einschleichende Gefühl, sie persönlich zu kennen, nicht los wird; sowie präzise, poetische, ja fast riechende Beschreibungen Moskaus, St. Petersburgs und der Reise nach Sibirien zerren den Leser in diesen Roman hinein und lassen ihn erst nach der letzten Seite wieder los.

Die Übersetzung von Ilse Frapan ist zum Großteil wirklich sehr gut und überzeugend, die nicht in die Falle tappt, die im Russischen typischen Verniedlichungen ins Deutsche zu übernehmen. Manche russische Wendungen/Worte/Floskeln sind zu direkt übersetzt, sodass der Sinn verloren geht. Während im Russischen ein Portier ein "Schweijzar" ist, so ist die Übersetzung mit "der Schweizer" absolut misslungen. Und wenn Nechljudow eine Affäre romantischer Natur hat, die im Russischen ein "Roman" ist, so ist sein Roman mit einer verheirateten Dame" eine kleine übersetzungstechnische Entgleisung.

Tolstois Tendenz zur moralischen Läuterung ist mitunter etwas nervend, doch ist gerade dieses an den Nerven Zerrende der Schlüssel zum Verständnis der inneren Kämpfe des Protagonisten. Was in den Händen eines geringeren Schriftstellers altbacken, bzw. unmöglich und mit dem Drive eines Oberlehrers daherkommen würde, wird hier zum spannenden, literarischen Glaubenskampf, dem man sich, auch als wenig religiöser, oder atheistischer Mensch kaum entziehen kann.
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