Pressestimmen
Es handelt sich um ein äußerst informatives Buch, welches nicht nur Einblicke in der (gesamt-)deutsche Solidaritätsgeschichte bietet, sondern auch einen gewichtigen Beitrag zur Mentalitätsgeschichte und zur Geschichte der Entwicklungspolitik der Deutschen leistet. Ulrich van der Heyden, Deutschland Archiv
Kurzbeschreibung
In den Zeiten des Kalten Krieges reisten Tausende Engagierte aus der damaligen Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik nach Nicaragua. Sie alle wollten das sandinistische Nicaragua unterstützen und beim Aufbau einer sozial gerechten Gesellschaft helfen. Während die DDR-Regierung die Solidarität mit Nicaragua zur Staatspolitik erklärte und Großprojekte organisierte, stellte die Bundesrepublik ihre staatliche Hilfe ein und unterstützte stattdessen die aggressive Außenpolitik der US-Regierung. Als Gegengewicht bildeten sich zahlreiche Basisgruppen zur Unterstützung kleinerer Einzelprojekte vor Ort. Im vorliegenden Buch erzählen Reisende aus Ost und West von ihren damaligen Beweggründen, nach Nicaragua zu gehen, ihren Erfahrungen im Land und ihren teilweise exotischen Begegnungen mit den Deutschen aus dem jeweils anderen Teil. Diese waren geprägt von vorsichtiger Neugier wie auch von Desinteresse und Skepsis. Zu sehr unterschieden sich die entwicklungspolitischen Konzepte und die Mentalitäten. Abschließend wird gefragt, was aus der damaligen Solidaritätsbewegung geworden ist und wie sich das Land seitdem entwickelt hat. Zahlreiche noch heute tätige Gruppen stellen ihre Arbeit vor.
Über den Autor
Erika Harzer: Jahrgang 1953; 1972-1974 Studium der Sozialpädagogik in Berlin; Mitbegründerin des Jugendausbildungsprojektes der Werkschule Berlin; 1984-1986 als dessen Vertreterin in Nicaragua; seit 1995 Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen; seit 2002 freie Journalistin und Autorin u. a. für Berliner Zeitung, WOZ, nah+fern, WDR und Deutschlandradio. Willi Volks: Jahrgang 1950; 1970-1974 Diplomsportlehrer-Studium in Leipzig; seit 1984 Mitarbeit in der kirchlichen Initiativgruppe »Hoffnung Nicaragua« in Leipzig, 1989 erster Aufenthalt in Nicaragua, seit 1990 Arbeit im entwicklungspolitischen INKOTA-Netzwerk in Berlin; seitdem jährliche Projektbesuche in Nicaragua; zahlreiche Zeitschriftenveröffentlichungen.