Nebst einer 10-seitigen Zusammenfassung über sein Leben und einem 20-seitigen Interview über seine jetzige Situation als ein von der katholischen Kirche Gerügter besteht das Buch aus Rundbriefen, die Pater Willigis, 78, von 1992-2003 an seine Schülerschaft versandte. Kritisch, aufbauend, konsequent und liebevoll widmet er sich anhand ausgesuchter Themen dem Grund und dem Sinn unseres Daseins. Aus dem Ozean Gott kann nichts herausfallen" ... Jeder echte spirituelle Weg mündet in die Erfahrung der Einheit aller Wesen, in die Erfahrung grenzenloser Liebe." Sehr schöne Worte. Der Mystiker und Zen-Meister wirkt jedoch niemals abgehoben, ganz im Gegenteil: Eine Erleuchtungserfahrung, die nicht im Alltag Relevanz zeigt, ist keine Erfahrung der Wirklichkeit. ... Erleuchtung führt zu einem Handeln, das von Mitgefühl getragen ist. Die ethischen Prinzipien, die wir von der Liebe ableiten, sind Ueberlebensprinzipien der Menschen." Immer auf seiner eigenen mystischen Erfahrung basierend, macht er den Lesenden Mut, mehr zu sich selbst zu stehen und das Universelle des eigenen Weges besser zu erkennen. Pater Willigis ruft kritisch zu Eigenverantwortung auf: Ein spiritueller Lehrer, der euch nicht den Weg zu euch selber weist, ist ein Scharlatan." Von der katholischen Kirche bekam Willigis Jäger sehr wahrscheinlich gerade wegen solcher Ermutigungen im Januar 2002 ein Rede-, Schreib- und Auftrittsverbot verpasst. (SPUREN berichtete). Der Benediktinerpater folgt auch jetzt konsequent seinem Gewissen: er kehrt nach 55(!) Jahren seinem Kloster in Münsterschwarzach - vorläufig und gänzlich ohne Ressentiments - den Rücken, um als freier Seelsorger, Kursleiter und Autor weiter zu wirken, ironischerweise in einer ehemaligen Benediktinerabtei, unweit von Würzburg. Kurse werden dort voraussichtlich ab Dezember 03 stattfinden, die offizielle Einweihung des Zentrums erfolgt im Frühling 04. Willigis Jäger wird ganz bestimmt weiterhin Erfolg haben mit seiner Treue zu sich selbst, mit seiner Treue zu Gott, und das sei ihm gegönnt....