Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht ärgerlich. Nicht etwa wegen der dargelegten Standpunkte zum Euroislam und der Integrationsunfähigkeit islamistischer Positionen, sondern weil der Autor offensichtlich meint, statt empirischer Begründungen für seine Thesen reiche es aus, durch gebetsmühlenhaftes Räsonieren und ständige Wiederholungen Plausibilität herzustellen..Irgendwo in seinem Buch bekennt Tibi freimütig, daß er als "Orientale" eher assoziativ denke. Und so erfahren wir, auf welchen wichtigen Konferenzen in aller Welt der Autor war, welch wiederum wichtige Menschen er dort getroffen hat, daß er dort irgendetwas beobachtet hat, was ihn zu seiner Argumentation bringt (leider erfahren wir nur selten was), daß er die arabische (englische, französische)Sprache beherrscht(belegt Weltläufigkeit und weist ihn als Experten aus), daß jemand, der soviel rumkommt viele Bücher schreibt (und ständig auf sie verweist) und deshalb eigentlich die weitaus meisten WissenschaftlerInnen für dumm hält. Besonders seine LeserInnen, wie sonst sind die ermüdenden bis in einzelne Formulierungen ständigen Wiederholungen zu erklären? Hier hätte das Lektorat die penetrante Selbstgefälligkeit des Autors zumindest etwas bremsen müssen. Schade, seine Thesen und Beobachtungen wären sicher ein wichtiger Beitrag zur Diskussion, hätte er sie nicht so verquast und statt auf 340 Seiten in einem Essay von 50 Seiten stringent dargestellt.