Hintergrund mit aktiven Eigenleben ist die düstere Egdon-Heide im Westen von Südengland, welche vom Rötelhändler Diggory Venn regelmäßig durchquert wird. Aus (selbstloser und unerwiderter) Liebe für Thomasin Yeobright versucht er mehrmals die Romanhandlung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Doch seine gutgemeinten Versuche fördern - im Zusammenhang mit einigen scheinbar harmlosen Zufällen - die sich anbahnende Katatstrophe, wenn es auch für ihn und Thomasin zuletzt ein „lieto fine" geben wird. Die Katastrophe betrifft Thomasins Cousin Clym Yeobright, der aus der Großstadt in die Heide zurückgekehrt ist. (Darauf bezieht sich der englischsprachige Originaltitel - The Return of the Native) Er verliebt sich in Eustacia Wye, eine faszinierende Außenseiterin, die seine Gefühle zwar erwidert, dies aber unter der - unglücklichen, da - falschen Voraussetzung, dass er sie aus der Heide, die sie hasst, wegbringen wird. Clym hat jedoch nicht die Absicht, sich wieder in einer Stadt niederzulassen, sondern er will in der Heide eine Schule aufbauen. Seine Beziehung zu Eustacia, in der er wiederum - unglücklicherweise - die ideale Partnerin für seine Pläne sieht, führt zum Konflikt mit seiner Mutter. Indirekt ist er auch - zusammen mit Diggory - dafür verantwortlich, dass Thomasin eine nicht unbedingt glückliche Ehe mit dem Gastwirt Damon Wildeve, einem gescheiterten Ingenieur, eingeht, der wiederum Eustacia verfallen ist und die Heide ebenfalls hasst ...
Die Story wirkt auf den ersten Blick trivial, wird aber von Hardy fesselnd und mit Tiefgang erzählt. Nicht zuletzt die pessimistische und deterministische, aber nicht trostlose Weltanschauung des Autors - mehr noch als die ziemlich düstere Atmosphäre des Romans -, ist wohl der Grund dafür, dass mir „Auf verschlungenen Pfaden" (im deutschsprachigen Übersetzungen ist dieser Roman auch unter anderen Titeln wie z.B. „Clyms Heimkehr" publiziert worden), von den 6 Romanen, die ich von Hardy gelesen habe, mit Abstand am besten gefällt. Hinzu kommt, dass die, als Kontrastfiguren zueinander wirkungsvoll angelegten, Hauptpersonen interessant charakterisiert sind und keineswegs direkt gewertet wird. ----- [Anmerkung: Dieser Roman von Thomas Hardy gefällt mir zwar am besten, aber auch die meisten seiner anderen Romane sind (trotz ihres Alters von mehr als 100 Jahren) und ihrer düsteren Stimmung) äußerst lesenswert.]