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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 28.10.2003
Rezensent Lothar Müller zeigt sich erfreut über die Neuausgaben, die zum hundertsten Geburtstag von Evelyn Waugh (1903-1966) erschienen sind. Insbesondere in seinem Roman "Auf der schiefen Ebene", der im Milieu einer zwielichtigen Privatschule angesiedelt ist, glänze Waugh als Satiriker und Karikaturist, der lustvoll mit Elementen der Kolportage spiele. Müller charakterisiert den Katholiken Waugh, der sich als Maler, Lehrer und Journalist versuchte, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte, deswegen als "halbseidenen Propheten" einer strengen Wahrheit. Dem modernen Roman von Virginia Woolf bis James Joyce habe Waugh zwar die kalte Schulter gezeigt. Nichtsdestoweniger widerlegen seine Romane nach Müllers Ansicht das Urteil George Orwells, wonach Katholiken keine guten Romane schreiben könnten.
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Pressestimmen
"Auf der schiefen Ebene war nicht nur ein Mode- und Skandalerfolg, sondern hat auf zahlreiche Schriftsteller großen literarischen Einfluß ausgeübt und ist bis heute immer wieder aufgelegt worden." (Kindlers Literatur Lexikon)
"Eine ungeheuer temporeiche Gesellschaftssatire, wenn dies das Wort dafür ist: denn Waugh, der keinen der moralisierenden Standpunkte einzunehmen scheint, von denen aus Kritik geübt werden könnte, läßt die Extreme der Gesellschaft zu Wort kommen." (Die wunderbaren Falschmünzer Ein Roman-Verführer)