Im Buch werden nochmal die wichtigsten Stationen im Leben von Loki Schmidt und gleichzeitig auch von ihrem Mann Helmut nachvollzogen. Denn wenn man seit 69 Jahren verheiratet ist, kann man beide Leben wohl gar nicht mehr trennen und isoliert voneinander betrachten.
Angenehm ist, dass Loki Schmidt sich im Nachhinein nicht als einflussreiche Kanzlergattin darstellt, die wichtige Entscheidungen mit beeinflusst hat. Viel lieber betont sie ihre Aktivitäten fernab der Politik, z.B. für den Naturschutz. Gleichwohl schildert sie aber auch sehr lebendig, wie sie etwa während der Kanzlerschaft ihres Mannes historisch bedeutende Ereignisse und Entscheidungsprozesse hautnah miterlebt hat. So z.B. im Jahre 1977 am Vortag der Befreiung der "Landshut", als sich bedeutende Intellektuelle wie Max Frisch, Siegfried Lenz oder Heinrich Böll bei den Schmidts trafen, um die Motive der Terroristen zu ergründen, um zu entscheiden, ob man weiter verhandeln, oder Härte zeigen soll.
Fazit: Das Buch gibt nochmal einen lebendigen Rückblick auf Loki Schmidts Leben und damit auch in das von Helmut Schmidt. Und dadurch, dass hier die Interviewform gewählt wurde, wirkt das Buch weniger wie eine Biografie, sondern eher wie eine Ansammlung von Anekdoten und ist so eine recht anregende Lektüre.
P.S. Wie man am Datum sehen kann, habe ich meine Rezension ein paar Tage vor dem plötzlichen Ableben von Loki Schmidt geschrieben. Ich hatte daher kurzzeitig überlegt, sie noch in Richtung eines Nachrufs zu ändern, bzw. einen solchen noch anzufügen. Aber warum sollte man über Verstorbene anders schreiben, als über Lebende? Denn was für ein wertvoller Mensch Loki Schmidt war, welche Verdienste sie sich erwarb, ist glaube ich auch so zu erkennen. Daran ändert auch ihr Ableben nichts. Deshalb soll die Rezension so bleiben, wie ich sie zu Lebzeiten schrieb.