Cappuccino ist das Traumziel aller Mütter - ein Land, in dem Kinder so sind, wie ihre Eltern es gern hätten und Väter so rechtzeitig nach Hause kommen, dass Mütter pünktlich und ohne Hektik zu eigenen Terminen aufbrechen können. Stephanie Schneiders Töchter Josefine und Frieda sind inzwischen im besten Kindergarten- und Schulalter, also alt genug, um auch mal allein zu bleiben. Doch - wer kennt es nicht - das heißt noch lange nicht, dass ihre Mutter nun konzentriert arbeiten kann, ohne von aktuellen Kinderzimmer-Katastrophen unterbrochen zu werden. In ihrer Fortsetzung zu "Warum Mama eine rosa Handtasche braucht" beschreibt die Autorin so treffend wie witzig die Lebenssituation junger Eltern. Das Gefühl, völlig geschafft zu sein und trotzdem nichts erledigt zu haben ... oder den Moment, wenn eine Mutter plötzlich wieder Zeit für sich hat und völlig verlernt hat, Zeit für sich zu beanspruchen. Schneider verrät das Geheimnis der 10-Minuten-Regel und entlarvt Killerphrasen, die wir als Ausrede vorschieben, um keine neuen Projekte in Angriff nehmen zu müssen. Ihr Fazit: Ihr Bestes gibt die Mutter von heute sowieso - es muss nicht alles gleich perfekt sein.
Schneiders zweites Buch für Mütter hat mir nicht nur henkeltechnisch besser gefallen als "Warum Mama eine rosa Handtasche braucht". Ob die Einband-Designerin des rosa Teils inzwischen ein Kleinkind beim Abpulen des Henkels beobachtet hat? "Auf nach Cappuccino" mit den beiden braunen Papierhenkeln profitiert von den schlitzohrigen Beiträgen der Schneider-Töchter. Vermutlich auch davon, dass eine Mutter älterer Kinder wieder konzentrierter arbeiten kann. Schneiders Motivationstraining für den Familienalltag bietet Anregungen, die weder die Haushaltskasse noch das nörgelnde pädagogische Gewissen überstrapazieren. So isses - grinst die Leserin bei der Lektüre - und denkt an alle, denen sie das cappuccinobraune Teil schenken wird.