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Auf leisen Sohlen ins Gehirn: Politische Sprache und ihre heimliche Macht
 
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Auf leisen Sohlen ins Gehirn: Politische Sprache und ihre heimliche Macht [Broschiert]

George Lakoff , Elisabeth Wehling
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 186 Seiten
  • Verlag: Carl-Auer; Auflage: 2., aktualisierte Auflage. (März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896706950
  • ISBN-13: 978-3896706959
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 105.583 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

80 Prozent unseres Denkens bleiben unbewusst und werden durch Metaphern und Deutungsrahmen geprägt. Unser vermeintlich freies Denken wird durch diejenigen beeinflusst, die bewusst bestimmte Metaphern in die öffentliche Diskussion einführen. Diesen"heimlichen Macht-Habern"sind George Lakoff und Eva Elisabeth Wehling auf der Spur: Welcher Sprache bedienen sich Politiker in öffentlichen Debatten, um in den Köpfen der Menschen die gewünschte"Wirklichkeit"entstehen zu lassen?

In lebhaften Gesprächen klären die beiden Wissenschaftler anhand von Sprachschöpfungen wie"Krieg gegen den Terror"oder"Achse des Bösen", wie Menschen denken, wie solche Denkstrukturen unser Gehirn auch physisch verändern und wie wir die Welt begreifen. Dabei werfen sie ein völlig neues Licht auf Fragen der politischen Identität, der Moral und religiöser Werte oder der Rolle von Medien und Berichterstattern.

Als Leser lernt man so die Mechanismen seines eigenen politischen Denkens, Sprechens und Handelns besser kennen. Man erfährt, wie stark und gleichzeitig subtil die eigenen politischen Einstellungen durch Metaphern bestimmt sind und was nötig ist, um sich davon zu befreien."In lebendigem Gespräch gewähren uns George Lakoff und Elisabeth Wehling einen Blick in unser'politisches Gehirn'."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Das Buch ist der Interview zwischen einer deutschen Journalistin, die wohl unter Lakoff promoviert, und dem US-Kognitionswissenschaftler Lakoff. Das Interview kreist um drei Themenschwerpunkte: Metaphern, die US-Politik und Kognitionswissenschaften. Warum das diese drei Komplexe besonders eng miteinander verwoben seien sollten, wird im Buch nie überzeugend begründet. Dennoch wird auf ihrer Basis ein monokausales Erklärungsmodell der US-Politik und ihrer öffentlichen Wahrnehmung/Deutung errichtet.

Die Ausführungen zu Metaphern und ihrer großen Bedeutung im Überzeugungsprozeß sind sehr erhellend. Deshalb sollte jeder, der mit Sprache zu tun hat, das Buch gelesen haben. Warum man nun Metaphorik kognitionswissenschaftlich erklären soll und nicht weiterhin sprachwissenschaftlich/rhetorisch, wird nicht näher ausgeführt. Lakoffs persönliche Meinung zur US-Politik fand ich auch nicht sonderlich überzeugend.

Problematisch ist, daß im Buch unzählige starke Aussagen wie "80% aller Experten im US-Fernsehen stammen aus konservativen Think-tanks" vorkommen, die aber nie belegt werden. Das macht das Buch für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung unbrauchbar.

Leider wird fast nicht thematisiert, was der Titel nahelegt: wie und warum bestimmte Vorstellungen von uns kritiklos übernommen werden. Meistens führt Lakoff aus, daß wir in der Kindheit etwas als so und so erlebt haben und sich darum ein entsprechendes Muster im Gehirn eingeprägt hat. Nur ist das keine Erklärung, sondern selbst nur eine Metaphern, und Metaphern, daß haben wir im Buch gelernt, manipulieren das Denken. Es fehlt ein Register.

Wem dieses Buch gefallen hat, dem gefällt vielleicht "Plastikwörter" von Pörksen noch besser.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von HHarlekin TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Natürlich kennen wir das auch in Deutschland: Ob in Wahlkämpfen oder in sonstigen Kampagnen - immer wieder werden wir überschüttet von Begriffen, Metaphern, und ständig wiederholten Sätzen,die sich in den Köpfen von uns Bürgern gefälligst zu feststehenden "Glaubenssätzen" entwickeln sollen.
Z. B. pöbelte zu Beginn des Jahres unser Außenminister gegen die sozial Schwachen, und verwendete neben dem hirnrissigen Sprachbild von der "spätrömischen Dekadenz" (womit er nicht seine eigene meinte) den Satz: "Wer arbeitet soll mehr haben als der der nicht arbeitet", was sowieso der Realität entspricht (jedenfalls in der sog. "Unterschicht", den "anstrengungslosen Wohlstand" von Zins-Einkunfts-Millionären hatte er auch nicht gemeint), aber darum ging es ja garnicht. Wie ein Mantra wurde dieser Satz wochenlang von zahlreichen Politikern unterschiedlicher Parteien und Legionen von Journalisten durchs Land gejagt, suggerierend, es wäre tatsächlich anders, und es gäbe diesen Sachverhalt, der die Aufregung rechtfertige. weitere Beispiele von vielen sind Sätze wie "Leistung muß sich wieder lohnen" (jahrzehntealtes FDP- und CDU-Credo, jeder fühlt sich angesprochen, gemeint ist aber nur die Einkommens-Oberschicht bzw. die, die sich dafür halten), oder die Wortschöpfung der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - Lobby-Organisation der Arbeitgeberverbände, u. a. "Gesamtmetall"): "Sozial ist was Arbeit schafft!" Dieser Satz geistert seit vielen Jahren durch die Parteien, die Medien, die Talkshows, wir sollen ihn GLAUBEN, aber z. B. NICHT mehr nachfragen, unter welchen Bedingungen diese Arbeit etwa stattfindet. Wem solche Glaubenssätze wohl nützen?

Durch die Lektüre des aktuellen Buches des Nachdenkseiten-Autors Albrecht Müller "Meinungsmache - Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen", der dieses in Buchform unter dem Titel:"Auf leisen Sohlen ins Gehirn - Politische Sprache und ihre heimliche Macht" herausgegebene wissenschaftliche Fach-Gespräch der beiden Linguisten George Lakoff und Elisabeth Wehling zu genau diesem Thema empfiehlt, bin ich auf dieses hochinteressante Buch aufmerksam geworden.

Wehling und Lakoff behandeln in ihrem Dialog wie Metaphern ins Hirn gelangen, wie Metaphern unsere Moral strukturieren, und auch klassische Metaphern und ihre Wirkung wie Adam Smith's legendäre "unsichtbare Hand", oder der konservative Mythos vom "freien Markt", den es faktisch garnicht gibt und geben kann, weil Märkte IMMER konstruiert und - wie auch immer lautenden - Regeln unterworfen sind. Meisterleistungen der "Frame"-Platzierung sind u. a. Beispiele wie: "Achse des Bösen", "Krieg gegen den Terror", oder der ständig wiederkehrende "Frame" von den "Steuererleichterungen" (na, kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?) George Bushs seinerzeitige Platzierung der Formulierung "Sind Sie mit uns, oder sind Sie mit den Terroristen?" wird ebenso behandelt wie geziielte Angst-Erzeugung in den Köpfen der Bürger um z. B. eine mentale Basis zu schaffen für den "Krieg gegen den Terror", und für weitere neue, oft gegen den Bürger gerichtete Maßnahmen und Gesetze...usw...usf.

Natürlich geht es in dem Buch um die Betrachtung amerikanischer Verhältnisse. Jedoch kann man diese Betrachtungsweise durchaus auf unser Land übertragen. Tatsächlich kann das Buch helfen, Augen und Ohren für entsprechende Ereignisse bei uns zu öffnen, und schon bekommt man vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Das Buch bietet spannende und oft auch durchaus amüsante Lektüre mit großem Erkenntnisgewinn - unbedingte Lese-Empfehlung! 5 Sterne!
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