Ich liebe die Krimis mit Maria Kallio und schätze sehr die Mischung aus persönlicher Geschichte, Kriminalfall und politischer Stellungnahme. Aber in diesem Falle hat sich Leena Lehtolainen einen zu großen Brocken vorgenommen: Sie bezieht zu mehreren Problemen gleichzeitig Stellung. Kindesmisshandlung, Doping im Sport, Gleichberechtigung von Frauen und Homosexuellen im Sport, Pressefreiheit, Alkoholismus und auch noch eine Prise islamistischer Terror. Bei einem so komplexen Hintergrund bleibt die Krimihandlung leider auf der Strecke - von Anfang an sind dem Leser Zusammenhänge klar, die sich die Protagonistin mühsam erarbeiten muss. Denn der Leser weiß ja schon allein durch die Titelwahl, dass Maria Kallio "auf der falschen Spur" ist. Die richtige Spur zu erraten fällt dann nicht besonders schwer, was den Lesegenuss erheblich trübt.
Trotzdem 3 Sympathiepunkte, denn Mario Kallio bleibt einfach Mario Kallio.