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Produktinformation
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Als die höhlenbewohnenden Menschen vor Jahrtausenden anfingen, die ersten Häuser zu bauen, entdeckten sie sehr bald die Schutzwirkung des Schilfrohrs gegen Wind, Regen und einfallende Kälte. Seitdem hat sich das Material mit verschiedenen Höhen und Tiefen ununterbrochen auf den Dächern hierzulande erhalten. Zwar galt es, vor allem wegen des geringen Preises und der hohen Brandgefahr, seit der Erfindung des Dachziegels und bis weit in unser Jahrhundert hinein als Arme-Leute-Dach, doch hat sich diese Anschauung in den letzten Jahren gründlich gewandelt. Die weich geschwungenen, fast fellartig wirkenden Dächer aus Schilfrohr erfüllen auch heute noch alle technischen und bauphysikalischen Forderungen, die an ein Dach gestellt werden. Die Herkunft des Rohstoffs aus der Natur überzeugt viele ökologisch denkende Bauherren, und schließlich passen sich diese Dächer ideal in die Landschaft und Architektur der küstennahen Regionen ein. Sie wirken hier identitätsstiftend und tourismusfördernd. Dachdeckungen mit Schilfrohr erleben deshalb derzeit eine wahre Renaissance.
Die Autorin war unterwegs in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und hat dabei eine Vielzahl von erneuerten Rohrdächern auf alten, aber auch neuerbauten Häusern entdeckt. In den Kapiteln fünf und sechs werden diese Beispiele mit genauer Ortsangabe vorgestellt. Mit Hilfe der Übersichtskarten auf den Seiten 96 und 97 sowie mit einem Autoatlas es handelt sich teilweise um sehr kleine Dörfer kann jeder Interessierte diese Perlen der Rohrdacharchitektur in den beiden nordostdeutschen Bundesländern besuchen. Beim Lesen dieser Abschnitte verblüfft besonders, wie viele Beispiele sich doch auch im meeresfernen Brandenburg und selbst in der Stadt Berlin finden lassen.
In den anderen Kapiteln von Auf den Spuren rohrgedeckter Häuser beschreibt die Autorin fachlich detailliert, aber auch für den Laien immer noch verständlich, die Geschichte und technische Ausführung des Rohrdachs. Außerdem gibts einen kleinen Blick zu den Nachbarn in den anderen traditionellen Rohrdachgebieten Deutschlands sowie nach Holland, Ungarn und England. Wer dann immer noch nicht genug weiß, kann sich bei Dienstleistungen und Adressen rund ums Rohrdach im Anhang kundig machen.
Der Leser wird im Text über einige weit verbreitete Verwirrungen in der Bezeichnung aufgeklärt. Denn Rohrdächer kennen viele Leser vielleicht unter dem Begriff Reetdächer oder Rietdächer. Dabei handelt es sich jedoch nur um mundartlich geprägte Begriffe für ein und dasselbe Material. Auch woher der technisch heute nicht mehr berechtigte Name Strohdächer kommt, erklärt das Buch.
Kulturbild Verlag
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