Ein Everest-Buch unter den mittlerweile unzähligen, das den Mythos des Berges endlich auch einmal aus der Sicht eines Sherpas schildert und dieser Sherpa ist dann auch noch ein Sohn des berühmtesten aller Sherpas, Tenzing Norgay - das klingt sehr vielversprechend.
Ob das Buch nun immer und überall dieses besondere Versprechen einlösen kann, muss jeder Leser letztlich für sich entscheiden, aber feststeht, dass in großer sprachlicher Leichtigkeit einiges über den Berg, das große (und wohl meistbeschriebene) Berg-Unglück der 90er und über das Volk der Sherpas zu erfahren ist.
Gleichzeitig ist Jambling ein echter Wanderer zwischen den Welten, den seine langen Studien- und Arbeitsjahre in den USA doch auch deutlich geprägt haben und der mit einem veritablen Vaterkomplex ausgestattet ist (angesichts der Heldenverehrung, die Tenzing Norgay in der Region bis heute erfährt, vielleicht auch nicht allzu verwunderlich...)
Für Liebhaber der Everest-Literatur jedoch durchaus lesenswert, nicht zuletzt, weil es auch heute immer noch notwendig erscheint, die Sensibilität der Extrem-Sportler sowie deren Lesern aus den reichen Ländern dieser Welt weiter zu schärfen, damit in Zukunft z.B. "Alleingänge" nur noch so genannt werden, wenn sie tatsächlich allein (!, d.h. auch ohne Sherpas) gegangen werden.