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Auf den Spuren der Cello-Suiten: Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich
 
 
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Auf den Spuren der Cello-Suiten: Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich [Gebundene Ausgabe]

Eric Siblin , Christine Heinzius
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Eric Siblin
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein ungewöhnliches, interessantes und, wenn man so will: schönes Buch – geschrieben mit der 'erzählerischen Kraft eines meisterlichen Improvisators'; mit Vergnügen zu lesen – und eine wunderbare Anregung, diese Musik (wieder) zu hören." (Glarean Magazin )

"Eric Siblin wandelt in "Auf den Spuren der Cello-Suiten" so hingebungsvoll, mitreißend und begeisternd auf den Bahnen Bachs ... Selten war klassische Musik so gelungen verwoben mit Einzelschicksalen und moderner Rezeption wie in diesem Buch, sodass man nach der Lektüre einzig das Bedürfnis hat, in das nächstgelegene Musikgeschäft zu gehen und Bachs Werke aufzukaufen." (Literaturmarkt.info )

"Dies ist eines der außergewöhnlichsten, klügsten, schönsten und sorgfältigsten recherchierten Bücher, die ich seit Jahren gelesen habe. Eine faszinierende Geschichte in unbeschwertem Ton erzählt - und, wenigstens für mich, am besten dann zu lesen, wenn Bachs 36 Sätze dazu im Hintergrund leise gespielt werden: das beste Rezept für einen literarischen Freudentaumel ." (Bestseller-Autor Simon Winchester )

Kurzbeschreibung

Ein brillantes literarisches Roadmovie aus der Welt der Klassik

Eines schönen Herbstabends besucht Eric Siblin ein Cello-Suiten-Konzert von Johann Sebastian Bach. Er verliebt sich unsterblich in diese Musik und nimmt sie zum Anlass, sich auf eine facettenreiche Spurensuche zu begeben. Auf dieser begegnen ihm drei Jahrhunderte an Rätseln, Intrigen, Geschichte, Politik und Leidenschaft.

Dieses faszinierende, biografisch gefärbte Sachbuch präsentiert dem Musikliebhaber drei erzählerische Klangteppiche, die spannend miteinander verwoben sind: Bach und die verlorenen Handschriften seiner Suiten aus dem 18. Jahrhundert, Pablo Casals und seine historische Entdeckung dieser Musik in Spanien Ende des 19. Jahrhunderts und schließlich Siblins eigene Leidenschaft für die Cello-Suiten. Seine "Liebesgeschichte" mit diesen Meisterwerken Bachs führt Siblin unter anderem in die Seitenstraßen Barcelonas, in ein belgisches Herrenhaus und auf zahlreiche Konzerte. Erfrischend modern und mit dem Blick eines jüngst Erweckten begeistert er mit dieser außergewöhnlichen Lektüre nicht nur den Klassik-Kenner, sondern alle, die sich unterhaltsam auf musikalisches Neuland begeben und infizieren lassen möchten.


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Licht und Schatten 4. Mai 2010
Von B. Albert
Format:Gebundene Ausgabe
Vorweg: ich bin - leider - weder ausgebildeter Musiker, noch habe ich Musikwissenschaften oder verwandte Gebiet systematisch studiert. Mir fehlen deshalb viele grundsätzliche theoretische Kenntnisse. Andererseite bin ich ein großer Bewunderer und Liebhaber der Violoncello - Suiten von J.S. Bach und sammle sie seit etlicher Zeit in allen möglichen Varianten. Einen Tag, ohne zumindest ein Suite anzuhören, geht gar nicht; oft sind es mehrere und wenn ich Zeit habe auch gerne den ganzen Zyklus hintereinander weg. Und obwohl ich sie schon so oft gehört habe, haben sie für mich nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

Natürlich hatte ich mich - als im vergangenen Jahr die erste Vorankündigung erschien - auf das Buch von Eric Siblin sehr gefreut und viele neue Gedanken zu der Entstehungsgeschichte, der Stellung in Bachs Gesamtwerk und vor allem zur heutigen Aufführungspraxis erwartet.

Nach der ersten Lektüre hinterläßt das Buch bei mir leider einen sehr zwispältigen Eindruck. Positiv zu vermerken ist Siblins Bemühen, diese sperrigen Werke einem großen Publikum nahezubringen. Dafür gebührt ihm Anerkennung und Respekt. Auch wenn ein wenig unklar bleibt, worin nun für ihn die besondere Bedeutung gerade dieser Stücke beruht - Bach hat ja auch weitere Solostücke für verschiedenen Instrumente geschrieben, die einen durchaus vergleichbaren Stellenwert haben.

Dass es "sorgfältig recherchiert" sein soll, bezweifle ich. Nur ein Fakt: Siblin erwähnt, der Katalog zähle ca. 50 Einspielungen der Suiten ein. Ich darf mich glücklich schätzen, ca. 160 Aufnahmen von 130 verschiedenen Interpreten zu besitzen und ich weiss, dass sind längst noch nicht alle. Derzeit sind es - bis auf eine frühe Aufnahme von Anner Bylsma - nur CDs. Die Schallplattenbörsen werden da mit Sicherheit noch die eine oder andere Überraschung bereit halten.

Es wurde bereits auf die drei Stränge des Buches hingewiesen: 1. Bach, Leben, Werk und Entstehung und Schicksal der Suiten, 2. Pau Casals, Leben und künstlerisches Werk und 3. Siblin und seine Erfahrungen mit den Suiten. Das ist schon ein beeindruckendes Programm. Problematisch finde ich Siblins einschränkungslose Verehrung für Pablo Casals. Dass dieser ein eher schwieriger Charakter gewesen sein muss, der sich nicht scheute, auf vage Verdächtigungen hin auch schon mal die Karriere einen anderen Cellisten - Gaspard Cassadó - zu ruinieren (nachzulesen in dem Buch von Harald Eggebrecht "Grosse Cellisten" Große Cellisten) wird leider verschwiegen.

Im Übrigen zeichnet sich das Buch durch etlich Mängel aus:

1. Siblin ist - ebenso wie ich - weder professioneller Cellist, noch Musikhistoriker, noch -wissenschaftler. Seine Kenntnisse der Barock-Musik sind eher rudimentär. Deshalb bleiben seine Ausführungen zur Aufführungspraxis an der Oberfläche. Da bieten selbst die DVDs mit den Aufnahmen und Kommentaren von Wen-Sinn Yang Bach, Johann Sebastian - 6 Suiten für Solo Cello (Nr. 1- 6) (2 DVDs + 2 CDs / NTSC) mehr an Informationen. Bedauerlich, dass er die nicht zu Rate gezogen hat.

2. Themen, wie Interpretatinsansätze der einzelnen Aufführenden werden nur am Rande angesprochen; im Grunde geht er nicht über das gesammelte Wissen der Booklets hinaus. Gerade das wäre aber äußerst spannend. Wieso etwa gibt es einige Interpreten, die für ihre Auffassung und Spielweise auf eine religiöse Dimension zurückgreifen (Gavril Lipkind und mit Einschränkungen Steven Isserlis), während andere den tänzerischen Charakter betonen, während wieder andere einen fast meditativen Charakter herausheben, wie etwa Enrico Meinardi oder Boris Pergamenschikow.

3. Bedeutende Interpreten der Suiten, wie Enrico Mainardi, Antonio Janigro, Maurice Gendron, Lynn Harrell, Boris Pergamenschikow Bach, J.S.: Cello Suites, Bwv 1007-1012, Daniel Shafran oder André Navarra sucht man vergebens. Von den jüngeren Cellisten, wie Wen-Sinn Yang, Anne Gastinel, Daniel Müller-Schott, Jean-Guihen Queyras J.S. Bach: Complete Cello Suites, Marc Coppey, Heinrich Schiff Cellosuiten 1-6 (Ex Df), Gavril Lipkind ganz zu schweigen. Andere große Cellisten, die sich ihr Leben lang mit den Suiten beschäftigt haben, wie Paul Tortelier - man höre nur seine berührende Aufnahme, die er im Jahre 1990 bereits schwer krank Testament to Bach - The Complete Cello Suite - Paul Tortelier (DVD NTSC) aufgenommen hat, oder selbst ein Cellist vom Format eines Janos Starker, der die Suiten - wie Siblin richtig bemerkt - in seiner Laufbahn fünfmal aufgenommen hat, werden nur am Rande erwähnt. Auch hier finden keine Interperationsvergleiche statt. Die Hörvorschläge sind dann auch äußerst knapp und mangels eines Kommentars nicht nachvollziehbar.

4. Siblin übernimmt etliche Geschichten um J.S. Bach ungeprüft, wie etwa den Vorwurf, er habe sich mit einem seiner Schüler in einen Raufhändel eingelassen oder die Ursprungsgeschichte der Goldbergavariationen. Diese Mythen sind zu Recht in jüngster Zeit in Zweifel gezogen worden.

5. Fast komisch mutet der Fehler an, die Schumann - Bearbeitung der dritten Suiten sei von Peter Bruns in Begleitung eines Pianisten namens Roglit Ishay eingespielt worden. Nun, Roglit Ishay spielt zwar auf der CD das Klavier, ist aber nichts destoweniger eine Frau, was bereits dem Cover unschwer zu entnehmen ist Werke für Cello und Klavier. Nun, halten wir ihm zu Gute, dass es sich möglicherweise um einen Übersetzungsfehler handelt, für den er nichts kann. Dann war aber das Lektorat eher schlampig. Auch seine Auffassung über die Qualität der Schumann-Bearbeitungen kann ich nicht teilen. Als ich dem Booklet entnahm, dass die Bearbeitungen der übrigen Suiten verschollen seien, entrang sich mir ein Stoßseufzer: "Gottseidank !". Ich halte die Bearbeitungen für völlig misslungen. So macht man aus Bach keinen Romantiker. Es fehlt auch der Hinweis, dass Bruns selber die Suiten 1997 für das Label "naive" kongenial eingespielt hat; leieder scheint die Aufnahme selbst vergriffen zu sein.

6. Das Interview mit Mischa Maisky erfolgt tatsächlich im Stil eines Berichtes für eine Pop-Musik-Zeitschrift. Da verbreitet er sich über die Möblierung des Hauses und die Bekleidung des Muiskers, naheliegende Fragen, etwa welche Ausgabe der Suiten Maisky für die Einspielung herangezogen hat werden erst gar nicht gestellt.

Mein Fazit: Schade, ein interessantes Thema wurde hier oberflächlich und unzulänglich behandelt. Enthusiasmus, so ehrenwert er auch sein mag, und das Zusammenstellen von Booklet-Texte alleine reichen nun einmal nicht aus, um einem solchen komplexen Werk wie den Cello-Suiten von J.S. Bach gerecht zu werden.

Trotz alledem: das Buch ist flott und verständlich geschrieben. Man merkt, dass Siblin ein Profi ist, der sehr gut formulieren und die Spannungsbögen aufrecht erhalten kann. Sieht man über die aufgezeigten Mängel hinweg, die vielleicht auch nicht jeder Leser gleich gewichtet, kann man es durchaus mit Gewinn lesen. Und als Einstieg in dieses doch recht spröde Werk Bachs oder sogar in Bachs Werke insgesamt ist es sehr gut gelungen. Vielleicht ist insoweit eine etwas weniger in die Tiefe gehende Darstellung besser geeignet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Das Prélude: "Die ersten Takte entfalten sich mit einer erzählerischen Kraft eines meisterlichen Improvisator. Eine Reise hat begonnen... Die dunklen Klänge der Streicher tragen uns zurück in das 18. Jahrhundert. Die Klangwelt ist fröhlich. Die Eleganz jugendlich. Entdeckung liegt in der Luft."

So liest sich der Anfang der "Reise", die der kanadische Journalist und Popmusik-Kritker, mit vielen Auszeichnungen bedacht, durch die Welt der Bach'schen Cello-Suiten unternommen hat. Für ihn eine ideale Begegnung mit einer barocken Musik, aus der er Volksmusik ebenso herauszuhören glaubt wie postmodernen Minimalismus, wie spirituelle Klagen und Heavy-Metal-Riffs, mittelalterliche Jigs und Filmusik aus Agententhrillern.

Siblin hat die Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach erst einmal hörend für sich entdeckt. Daraus ist eine Leidenschaft geworden, der er fortan forschend und schreibend frönt. Das Ergebnis ist - soviel sei vorweggenommen - ist das spannende Buch "Auf den Spuren der Cello-Suiten - Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich". Wenn auch dieses "...und ich" im Untertitel etwas manieriert wirkt (im Original lautet der Titel "The Cello-Suites. J. S. Bach, Pablo Casals and the search for a baroque masterpiece"): dem Lesevergnügen tut es keinen Abbruch.

Ein Lesevergnügen - allein deshalb, weil es dem Autor auf hervorragende Weise gelingt, eigene (Hör-)Erfahrungen und -Erlebnisse mit den Cello-Suiten in Beziehung zu setzen zur Entstehung der Suiten und einer musiktheoretischen Auseiandersetzung sowie zu den Biografien des Johann Sebastian Bach und des großen Pablo Casals. Von alle dem erzählt Eric Siblin sehr engagiert und leidenschaftlich, aber auch sehr kenntnisreich.

Das Buch ist analog zu den Bach'schen Suiten aufgebaut - also sechs Suiten gleich sechs Kapitel mit den jeweiligen Untertiteln von Prélude über Allemande, Sarabande und so weiter - Bachkenner und Suitenliebhaber kennen sich da ohnehin aus.

Siblin beschreibt die Suiten so: "Bach beschloss, jede Suite mit einem Prélude zu beginnen, einer dramatischen Einleitung... Bachs Prélude sind virtuose Eröffnungen... Sie beginnen verhalten und entfalten sich, schwingen sich zu schwindelerregenden Höhen auf, verharren und stürzen herab." Auf die Tänze, die sogenannten Galanteriesätze wie Menuett und Bourrée und Gavotte, bezogen schreibt er: "In diesen Tänzen herrscht ein Melodienreichtum, der sie oft zu den einprägsamsten Teilen macht. Sie haben Schwung in ihren Schritten, ein fröhliches Hüpfen, besonders, weil sie direkt nach der schwermütigen Sarabande erklingen." Oder über Sarabande, Bourrée, und Gigue der 1. Suite: "... die fetten Doppelpausen der Sarabande, der fröhliche Scheunentanz der Bourrée und die richtiggehenden Rockgitarrenriffs der Gigue, die Lord Zeppelin sicher alle Ehre gemacht hätten...". Immer wieder, das ganze Buch hindurch, findet Siblin Formulierungen dieser Art, um die Suiten zu charakterisieren. Das ist sicher sehr subjektiv empfunden, aber interessant in der Beurteilung hinsichtlich der eigenen Erfahrungen, die jeder Leser beim Hören der Cello-Suiten machen wird.

Was vielleicht neu und bisher nicht so präsent ist: Die Entstehungsgeschichte der Cello-Suiten und ihre Rezeption durch die Zeit. Eine unendliche Geschichte über drei Jahrhunderte hinweg, auf deren Spur sich Eric Siblin macht. Eine Geschichte voller Intrigen, voller Leidenschaft und Rätsel. Aus alle dem ergibt sich ein Dreiklang aus den verlorenen Bach'schen Handschriften der Suiten im 18. Jahrhundert und sozusagen ihrer "Wiederentdeckung" zu Ende des 19. Jahrhunderts durch keinen geringeren als Pablo Casals, dessen geniale Einspielung der Suiten bis heute - trotz großer Namen wie Yo Yo Ma, Mischa Maisky, Rostropowitsch und anderer - unvergleichlich ist, und dem Spaziergang Erc Siblins durch die Welt der Klassik.

So begleiten wir den Autor und indirekt auch Pablo Casals durch die alten Gassen von Barcelona, durch belgische Herrenhäuser und durch die Konzertsäle der Welt - immer auf den Spuren der Cello-Suiten und ihrer musikalischen Klangwerdung durch den großen Virtuosen.

Ein ungewöhnliches, interessantes und wenn man so will schönes Buch - geschrieben mit der "erzählerischen Kraft eines meisterlichen Improvisators"; mit Vergnügen zu lesen - und eine wunderbare Anregung, die Cello-Suiten (wieder) zu hören.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kenntnis-Reich 14. April 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Dreihundert Seiten quasi an einem Stück lesen, ist immer ein ziemlich sicheres Indiz, dass es sich um ein spannendes Buch handelt.

Drei Geschichten erzählt Siblin, eingebaut in die Struktur der sechs Suiten für Solo-Cell0 ( wenn sie denn nicht für ein anderes Instrument geschrieben wurden, was Siblin thematisiert).

Kenntnisreich über das Leben von Bach. Was man von Bach wissen kann, wird hier zusammengetragen, einschliesslich eine Kurz-Geschichte über die nachfolgende Generationen, die Söhne,und selbst die Enkel. Da Siblin ausgebildeter Historiker ist, wird auch der historische Kontext des Schaffens von Bach beleuchtet. In knappen Skizzen ensteht ein Eindruck der damaligen Zeit. Ich habe den Teil lieber gelesen als das Buch von Maarten't Haart.

Kenntnisreich wird das Leben von Pau Casals ausgebreitet.Auch dieses Leben eingeordnet in den historischen Hintergrund. Das bewegende Leben eines Mannes, der in seinem so langen Leben das Maximun erreicht hat, was einem Musiker gelingen kann. Nicht nur als Musiker überwältigend, sondern als Mensch total beeindruckend. Welcher Musiker hatte schon Gelegenheit, 45 Minuten privat mit einem amerikanischen Präsidenten zu verbringen( Kennedy). Bemerkenswert, mit welcher Konsequenz Pau Casals seinen Überzeugungen gefolgt ist, sich nicht durch Vergünstigungen irgendwelcher Art davon hat abbringen lassen.

Schliesslich als dritter Strang der eigene Zugang des Autors zu diesem Thema. Seine Recherchen, seine Begegnungen, u.a. mit einem Cellisten, der durch die Zeit des Nationalsozialismus ein sehr bewegendes Leben hatte und den Siblin dann in hohem Alter in Montreal traf. Siblin versteht,packend zu schreiben. Er schont sich selbst nicht, wenn er schreibt, wie er versucht, ohne Notenkenntnisse die Kantate BWV 39 mit zu singen; für eine erfahrenen Chor-Sänger keine sonderliche Herausforderung,aber ohne Kenntnis der Noten fast unüberwindlich.
Entsprechend seinem journalistischen Zugang nehmen wir an seinen Recherchen teil, wo denn die Noten dieser Stücke verschollen sein könnte, für wen die fünfte Suite geschrieben wurde,ob die Stücke vielleicht für ein ganz anderes Instrument geschrieben wurden.

Betrachtet man die reichen Quellen ab Seite 300, kann man dieser umfassenden Arbeit nur Reverenz erweisen.

Das Buch belehrt einen reich und man wird bestens unterhalten.

Was kann man mehr wollen ?

Ein kleines Anliegen: in einer Neuauflage sollte aus der b-moll Messe wieder die h-moll Messe werden. Das ist nur ein Klick im einer Datei.
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