Ich persönlich finde das Buch sehr gelungen, wenngleich man mir Parteilichkeit vorwerfen könnte, habe ich doch zu allen Werken des Großmeisters Ken Follett eine gewisse Affinität.
Zur Story: der herzensgute Multimilliardär Ross Perot versucht Ende der 70er Jahre auf eigene Faust zwei seiner leitenden Angestellten, die im Iran grundlos in Gefangeschaft geraten sind, zu befreien. Zu diesem Zweck bildet er eine Task Force, die sich aus Firmenmitarbeitern zusammensetzt und unter der Führung eines erfahrenen Kriegsveteranen steht. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund der Revolution im Iran, deren Ziel es ist, den verhassten Schah aus dem Land zu vertreiben und durch den Ayatollah Khomeini zu ersetzen. Dessen antiamerikanische Politik brachte das Fass erst zum Überlaufen, sprich: war maßgeblich verursachend für die Gefangennahme der beiden Manager. In einer aufwändigen und nervenzehrenden Rettungsaktion gelingt letzten Endes die Flucht aus dem sich in einem Bürgerkrieg befindenden Iran.
Akribisch zeichnet der Autor die Vorgänge von Anfang an nach. Geradezu detailverliebt präsentieren sich auch die zahlreich wiedergegebenen Dialoge, die in allen Fällen von den Protagonisten gegengelesen wurden und somit Anspruch auf höchste Authenzität erheben. Zwar bleibt die Action etwas auf der Strecke, doch wäre es sicher nicht von Vorteil gewesen, eine tatsächlich geschehene Handlung durch phantasievolle Ausschmückungen aufzupeppen. Andererseits versteht es Follett sehr gut, Spannung aufzubauen, die den Leser durch das ganze Buch begleitet. Und von dieser Spannung lebt das Buch, gepaart mit dem Wissen, dass die Geschichte tatsächlich so passiert ist. Die übertrieben heroische Darstellung von Perot und seinen Mitstreitern könnte etwas Anlass zu Punktabzügen geben, doch sehe ich für meinen Teil gelassen darüber hinweg, ist doch die Glorifizierung der guten Amerikaner ein wichtiges Stilmittel im ewig währenden Kampf Gut gegen Böse. Tom Clancy hat übrigens den selben Stil. Daran stört sich keiner, wenn es auch nur fiktive Romane sind.
Fazit: ein spannender Tatsachenthriller, den ich nun bereits zum x-ten Mal gelesen habe. Die detaillierte Wiedergabe lässt die Handlung noch realistischer erscheinen. Wenn man Follet vorwirft, er verliere sich in Einzelheiten, so kann ich nur sagen: Lieber ein gut recherchierter Tatsachenbericht als ein schlecht gemachter Action-Reißer in dem tausend Zweifel zutage treten. Und von dieser Sorte gibt es wahrlich genug. Dann doch lieber den guten alten Ken Follett, dessen Schreibstil auch aus der schlechtesten Geschichte ein gutes Buch werden lässt.