Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Während es beim Wandern eher darum geht, die Natur zu genießen, entspringt das Pilgern dem Erfahrungsschatz früherer Mönche, die biblische Weisheiten als Wegbegleiter wählten.
Pilgern ist die religiöse Seite des Wanderns. Es werden vier begleitende Methoden unterschieden:
1. Meditation - das Gehen selbst wirkt meditativ, wird zum Medium
2. Mit "Worten" gehen - z.B. Psalmworte beständig wiederholen
3. Eine Ge(h)schichte begleitet uns auf dem Weg - wir üben Rollen biblischer Geschichten ein - durchschreiten die Schichten unseres Bewußtseins.
4. Geistige Bemühungen: Gehend denken wir über unser Pilgersein nach
Wer wandert wird mit der Zeit bewandert; wer pilgert, der geht in die Fremde, läßt das Altvertraute hinter sich, um neues Vertrauen zu schöpfen.
Resümee: Auf dem Wege sein ist eine Methodenschule des Pilgerns. Sie hilft uns bei der Suche übergangener Gaben unseres Selbst-Vertrauens. Dabei schreibt Anselm Grün nicht rein selbstbezogen, sondern richtet die Aufmerksamkeit auf biblische Erfahrungsschätze. Besonders beeindruckt hat mich der Hinweis, dass viele Begriffe leiblichen Ursprungs sind. Im Gehen werden sie eingängiger, ihre Wurzeln bodenständig erfasst. Indem wir über die Mutter Erde wandern, können wir uns gemäß unserer Wünsche oder unserer Berufung wandeln.