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Auf dem Weg zur Hochzeit: Roman
 
 
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Auf dem Weg zur Hochzeit: Roman [Gebundene Ausgabe]

John Berger , Jörg Trobitius
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 216 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser; Auflage: 2 (16. September 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446185232
  • ISBN-13: 978-3446185234
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,3 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 681.925 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

John Berger
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Neue Lebensbewusstheit

John Berger: «Auf dem Weg zur Hochzeit»

Der englische Schriftsteller John Berger hat «ein grosses, trauriges und zärtliches Buch geschrieben, einen mitreissenden Roman der Gemeinschaft und des Mitgefühls, der in gewisser Weise über Schicksal und Tod triumphiert. Wo immer ich auf der Welt leben werde, ich weiss, dieses Buch werde ich bei mir haben.» – Ein ebenso skeptisch wie neugierig machendes Statement, besonders wenn es sich auf der Rückseite des Buchumschlags befindet und zudem von einem Kollegen, dem kanadischen Autor Michael Ondaatje, stammt. Ist das wirklich zum Nennwert zu nehmen? Ist dem heute in der Haute Savoie lebenden Engländer, der vor fünf Jahren den Petrarca-Preis zugesprochen bekam und gerade seinen 70. Geburtstag feiern konnte, mit «To the Wedding» tatsächlich ein Meisterwerk gelungen?

Erzählt wird der jetzt auch in deutscher Übertragung unter dem Titel «Auf dem Weg zur Hochzeit» vorliegende Roman von einem blinden Griechen, genannt Tsobanakos, was soviel wie «ein Mann, der Schafe hütet» bedeutet. In der Plaka von Athen verkauft er «Tamata» – tama kommt von tázo, ein Gelübde ablegen: «Dafür, dass sie ein Versprechen abgeben, erhoffen sich die Menschen Gnade oder Errettung.» Einer der Kunden ist ein durchreisender franko-italienischer Eisenbahner, der für seine Tochter Ninon ein Tama kauft, da sie – wie sich Tsobanakos aus den Äusserungen des Vaters zusammenreimt – an einer schweren, vielleicht unheilbaren Krankheit leidet.

Mit literarischer Gewandtheit und einer durchweg von einem lyrischen Klang getragenen Sprache entwickelt Berger in seinem ausserordentlichen Buch eine Story von brennender Aktualität. Da sein blinder Erzähler eine Art Seher ist, der zuweilen (zeitlich wie geographisch) weit entfernte Stimmen vernimmt, erfahren wir in geschickt zusammengefügten und stets unsere ganze Aufmerksamkeit fordernden Erzählfragmenten, was sich vor – oder nach? – dieser Begegnung auf dem Markt von Athen ereignet hat beziehungsweise ereignet haben könnte.

Die wirkliche «Offenheit» (und Wahrheit) des Textes, der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft auf ingeniöse Weise fliessend ineinander übergehen lässt, enthüllt sich erst bei nochmaligem Lesen. Berger hat seinen Roman derart raffiniert und subtil komponiert, dass eine Zweitlektüre notwendig ist, um sich bewusst zu werden, dass der «Weg zur Hochzeit» noch gar nicht zu Ende ist – dies, obwohl wir in den Schlussepisoden der Geschichte durchaus einer echt italienischen Heirat beiwohnen.

Seine eigentliche Bestimmung erreicht das frisch und jugendlich wirkende poème en prose des heute siebzigjährigen Autors nicht nur, indem die aus den verschiedensten Richtungen Europas kommenden Nebenerzählflüsse im Dorf Gorino, das an der Mündung des Po liegt, konvergieren. Es erreicht sie vor allem auch, weil in der vom blinden Griechen imaginierten Geschichte kaleidoskopisch immer wieder Bewusstseinssplitter (der verschiedenen Protagonisten) aufblitzen, die sich schliesslich zu einem nachdenklich stimmenden Bild heutiger Wirklichkeit verdichten. Einer Wirklichkeit, der – dies scheint im Text mehrfach auf – trotz den «unheilbaren Krankheiten» mit Hoffnung und Lebensbejahung begegnet werden sollte. Nicht zuletzt deshalb, weil das Leben stets mehr als nur eine Möglichkeit offenhält. Zur Metapher gerinnt in solchem Verständnis die poetische Schilderung des vielarmig sich ins offene Meer ergiessenden Po.

Romeo Giger

Pressestimmen

"... ein poetisches Plädoyer für das Leben - egal, wie lange es dauert." (Brigitte)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nach Gorino 20. Februar 2008
Von Polar
Format:Taschenbuch
An der italienischen Küste kreuzen sich die Schicksale bei einer Hochzeit. John Berger schuf mit Auf dem Weg zur Hochzeit einen Moment im Leben seiner Helden, die tragisch miteinander verschlungen sind. Wie geht man mit dem Sterben um, wenn man sich dem Tod angesichts der schweren, unheilbaren Krankheit Ninons stellen muß. John Berger ergibt sich nicht der Verzweiflung. Er beschreibt Menschen, die sich dem Schicksal stellen. Seine Trauerarbeit besteht darin, einzusehen, dass alles zum Leben gehört, die Liebe wie der Tod, das Fest wie das Verstummen. Dabei zeichnet er nach, dass es vor allem auf den Weg ankommt, wie man gelebt hat, wie man mit sich und anderen umgegangen ist. John Berger setzt seine Geschichte fast fotografisch um. Es bleiben Eindrücke, Momente, die mitten in der Bewegung festgehalten werden. Aus ihnen werden wir später das zusammensetzen, was wir bereit sind, für immer festzuhalten, indem wir uns daran erinnern.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fragmente einer Liebe 6. August 2009
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ein Vater fährt auf seinem Motorrad zur Hochzeit seiner Tochter Ninon von Frankreich bis ins kleine Dorf Gorino in Italien.
Die Mutter bereitet sich auf die Busreise von Bratislava nach Gorino vor, um zur Hochzeit ihrer Tochter zu reisen.
Ein blinder Grieche verkauft Tamata und erzählt diese Geschichte.
Ninon bereitet sich auf ihre Hochzeit mit dem Italiener Gino vor.
Ninon ist HIV positiv.

Hiermit lässt John Berger seinem Roman "Auf dem Weg zur Hochzeit" (engl. "To The Wedding") freien Lauf. Ein Roman, der viele Ähnlichkeiten mit einem Prosagedicht hätte, wenn John Berger nicht so zielstrebig zum Höhepunkt der Geschichte treiben würde.

In Fragmenten, Sätzen und Absätzen wechseln die Erzählperspektiven, nur durch das Zusammensetzen der einzelnen Teile wird das ganz Bild sichtbar. Wunderbare, verhaltene Sätze, die ein eindringliches Bild der Protagonisten ergeben; selten habe ich so viele Sätze unterstrichen, wie in diesem kleinen Roman.

Die Verhaltenheit kippt erst während der Hochzeit, bei Ginos und Ninons Tanz, der in einem tranceähnlichen lebensfrohen Zustand erzählt wird.

Ein sehr schöner, wahrlich "anderer" Roman über die Liebe.
Ein trauriger Roman.
Knapp, verhalten, fragmentarisch- kein "Lesefutter".
Ein Roman, der langsames, genaues Lesen fordert und belohnt.

Absolute Empfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keine Betroffenheitslyrik 16. August 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Frau hat AIDS, der Name der Krankheit fällt nur versteckt und in der frz. Variante. Trotzdem findet sie den Mann ihres Lebens, und ihre Verwandten begeben sich auf den "Weg zur Hochzeit". Berger erzählt in Sprüngen - sowohl in den Erzählperspektiven als auch in den Zeiten. Sehr eindringliche Figuren, packend geschildert. Keine Betroffenheitslyrik, sondern große Erzählkunst vor der Folie des großen politischen Umbruchs in Osteuropa. Einziger Schwachpunkt ist die Schilderung jenes Mannes, der die Frau der Geschichte anstecken wird.
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