Zeilingers Buch 'Auf brüchigem Eis...' führt zurück in die Zeit der Jahrhundertwende und beschreibt sehr genau das Geschehen um die vermeintliche Erstentdeckung des Nordpols durch Frederick Cook bzw. seines Gegenspielers Robert Peary.
Es sympathisiert deutlich mit der Person Cooks, hinterfragt aber auch kritisch viele seiner Handlungen und Denkmuster. Er wie Peary waren Kinder des imperialen Zeitalters, und diese Tatsache, wie auch der Verlauf ihrer Biografien und der öffentliche (nahezu mediale) Ablauf der 'Polkontroverse', werden in diesem Werk anschaulich dargestellt.
Es ist die Geschichte verschiedenster Wandlungen: Von Erforschern zum Eroberern, von Freunden zu Feinden, von Gewinnern zu Verlierern.
Dass beide, sowohl Cook als auch Peary, letztlich nicht unbescholten die Annalen der arktischen Forschung schmücken, ja buchstäblich beider Männer Reputation "Auf brüchigem Eis" steht, zeigt Zeilingers Buch (der viele, auch neuere Quellen zitiert)sehr deutlich.
Was das gut illustrierte Buch lesenswert macht ist überdies eine Menge an Informationen zu der Biografie Cooks (und Pearys), die den privaten Bereich ihrer Lebensgeschichte ausmachen, da der Fokus der Standartliteratur diese Ebene meist nur am Rande aufgreift. Insofern ist das Buch auch deutlich biografisch strukturiert und nicht nur explizit auf die Geschehnissen der Poleroberung fixiert.
Lesenswert allemal.