Winter 1943/44. Ein Jungeninternat in Frankreich. Mit den Worten "Komm mir bloß nicht zu nahe!" begrüßt der 12jährige Julien seinen neuen Mitschüler Bonnet. Doch die beiden kommen sich nah: zaghaft entwickelt sich eine Freundschaft, die aber überschattet wird durch Bonnets Geheimnis: Er ist Jude.
Der Holocaust ist in diesem Film eine bedrohliche Randerscheinung. Lange Zeit schildert Regisseur Louis Malle das Leben auf dem Internat, ohne dass das Thema Krieg in den Vordergrund tritt - aber es ist ständig zu spüren, dass die Konsequenzen des Krieges früher oder später unausweichlich zuschlagen werden.
So dezent dieses Thema behandelt wird, so behutsam wird auch die sich anbahnende Freundschaft der zwei Jungs inszeniert: Hier gibt es keine holzhammermäßigen Dialoge wie etwa "Du bist mein Freund." - "Du meiner auch." Nein, hier wird die sich entwickelnde Verbindung zwischen zwei Herzen mit leisen Blicken angedeutet, und mit gemeinsamem Lachen, Singen, Musizieren, Lesen und gemeinsamen Regelverstößen.
Louis Malle verarbeitete in seinem zweifach oscarnominierten Drama eigene Kindheitserlebnisse.