Ich bin zum ersten Mal auf diesen Film gestoßen als wir ihn in der Schule gesehen haben. Das Thema war Nationalsozialismus und ich stellte mich darauf ein, mal wieder das gleiche zu sehen, was man immer zu sehen bekommt, wenn dieses Thema behandelt wird. Rauhe Gewalt, große Helden und häßliche Szenen...
Doch auf wiedersehen Kinder ist anders. Der Film handelt von einem französischen Pater, der einen jüdischen Jungen in seiner Schule versteckt. Dieser findet schnell Anschluss an die anderen Schüler und das ganze läuft eine Weile gut. Bis die Gestapo das Internat unsicher macht. Der Film endet mit einem schlichten "Auf wiedersehen, Kinder", als wäre rein gar nichts passiert. Der kleine Junge und sein Pater werden dabei vom Hof geführt, was in den grauenvollen KZs folgt, wird nicht gezeigt, aber jeder kann es sich vorstellen.
Ohne große Theatralik wird ein Stück Geschichte erzählt. Und nach dem Film erwische ich mich immer mit einer Träne im Auge. Die Trauer tritt erst nach Ende des Films ein, denn man lernt die Akteure kennen und teilt ihr Schicksal, bis sie am Ende einfach verschwinden. Dabei endet der Film so ruckartig, dass die Trauer erst beim Abspann richtig einsetzt.
Mit diesem Film wird ein Stück Geschichte erzählt, wie sie tagtäglich statt gefunden hat in dieser häßlichen Zeit. Es gibt keinen großen, bekannten Helden, und keine Todesszenen. Doch das grausame Schicksal der Hauptpersonen zieht immer weiter zusammen, bis zwei Menschen einfach nicht mehr da sind. Das ist tagtäglich passiert. Und es ist fast überall passiert. Menschen wie den Pater und seinen Schüler sollte man niemals vergessen.
Jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben. Großartiges Kino, brillant in Szene gesetzt und absolut sehenswert.