ist mein lukullischer Tipp , wenn Sie das Hotel Bräutigam in Ihringen zu besuchen beabsichtigen.
Eine große Auswahl lokal angebauter Weine und delikate Speisen, mit badischen, elsässischen, aber auch mediterranen Noten wartet dort auf Sie und Sie lernen dazu noch den herzlichsten Hotelier der Region kennen.
Wenn Hotelier Bräutigam zu lächeln beginnt, geht die Sonne auf! Sie werden sehen, ich verspreche Ihnen nicht zu viel!
Der renommierte Weinfachmann Frank Kämmer nimmt den Leser mit auf eine Weinreise durch Baden.
Er thematisiert die Weinanbaugebiete am Bodensee, im Markgräflerland, am Kaiserstuhl und Tuniberg, im Breisgau, in der Ortenau, im Kraichgau , an der Badischen Bergstraße und in Tauberfranken.
Gleich zu Beginn erfährt man wie groß die badische Rebfläche ist , dass es insgesamt 316 Einzellagen und 166 Weinbaugemeinden gibt. Über die Anzahl der Weinbaubetriebe, die Vertriebsstruktur und die Rebsorten im Anbau bleibt man auch nicht im Ungewissen.
Das Verhältnis Weißwein- zu Rotweinsorten beträgt 56% zu 44%!
Spätburgunder schlägt mit 34,3% zu Buche, Weißburgunder und Gutedel jeweils nur mit 6,9% .
Kämmer verweist im Eingangsbeitrag auf die leckeren, lokalen Speisen, die vortrefflich mit den badischen Weinen harmonieren.
Das klassische "Schneckensüpple", die "Schwarzwälder Forellen" und "Saiblinge", auch das "Schäufle mit Brägele" werden erwähnt und an "geröstete Leberle", sowie "Sulz" erinnert.( Zum "Schneckensüpple" mag ich übrigens am liebsten einen trockenen Weißherbst!)
Der Autor nennt in jeder Weinregion eine Vielzahl guter Weingüter, die er näher beschreibt, nennt zudem Übernachtungsmöglichkeiten und Adressen, wo man delikat speisen und trinken kann. Auch Kämmers jeweiliges Lieblingslokal , Einkaufsmöglichkeiten für Spezialitäten der Gegend,- gemeint sind u.a. Obstbrände und Käse-, sowie Sehenswürdigkeiten sind aufgeführt.
Gourmettempel , wie die "Zirbelstube" im Colombi in Freiburg, das "Restaurant Imperal"( im Schloss Bühlerhöhe)in Bühl und das Restaurant "Zum Hirschen" in Sulzburg hebt der Autor nicht grundlos hervor. Einen solchen Besuch sollten sie sich gönnen! ( Sie können nichts mit ins Grab nehmen, vergessen Sie das nicht!)
Bei Steiner im Hirschen habe ich das beste Fischmenue meines Lebens gegessen. Dessen Weinkarte ist übrigens ebenso phänomenal, wie seine Kochkunst.
Im Markgräflerland baut Weingut Martin Wassmer u.a. offenbar einen aromatischen Muskateller an, den Kämmer als Aperitif empfiehlt.
In Ihringen am Kaiserstuhl ist Heger der Lokalmatador.
Stiglers Weine stehen ihm allerdings in nichts nach!
Weingut Salwey in Oberrotweil sollte man unbedingt aufsuchen und natürlich auch Bercher-Schmidt am gleichen Ort.
Beide Weingüter stellen wirklich erlesenen Wein her. Kämmer hat Recht!
In Oberbergen residiert Franz Keller, die Ikone des deutschen Weines und der Gastronomie. Jeder kennt die "Oberbergener Bassgeige"!
Im "Schwarzen Adler" wird besagte Bassgeige vielleicht einer vorzüglich zubereiteten Wachtel erneut Leben einhauchen oder aber feine Schnecken auf ihrem letzten Weg begleiten.
Johner und Bercher muss man besuchen, um deren Weine zu verkosten und natürlich darf man die Winzergenossenschaft Königsschaffhausen nicht außer Acht lassen, wenn man sich am Kaiserstuhl aufhält. Sie gilt als die beste der badischen Winzergenossenschaften. Weißherbst von dieser Genossenschaft ist mein Favorit unter allen Weißherbstprodukten Badens. Superlecker!
In der Ortenau baut Weingut" Andreas Laible" den besten Wein an. Sein Weißburgunder, aber auch sein Klingelberger( Riesling) sind zum Niederknien. (Nur Bergdolt in der Pfalz ist meines Erachtens in der Lage ihm im Hinblick auf den Weißburgunder das Wasser zu reichen.)
Mit großen Interesse liest man Kämmers Anmerkungen zur Geschichte des Affentaler Spätburgunders, aber auch Näheres über den Revolutionär Friedrich Hecker, der sich neben seinem politischen Engangement auch als Weinbaupionier hervortat.
Dass das Weingut Burg Ravensburg seit über 750 Jahren als eine Heimstatt des Kraichgauer Weines gilt, war mir neu.
Schade, dass die Weine von "Seeger" in Leimen fast immer ausverkauft sind. Die gehobene Gastronomie in Heidelberg weiß, weshalb sie sich nahezu alle Flaschen sichert!
Auf eine der letzten Seiten des Buches wird man über die örtlichen Weinfeste in Kenntnis gesetzt.
Die "Ihringer Weintage" am Wochenende nach Fronleichnam sollen sehr schön sein. Das haben mir letzte Woche in Ihringen die Einheimischen berichtet. Kämmer bestätigt das in seinem Weinfest-Kalender.
Ich freue mich schon jetzt auf 2008, auf den leckeren Ihringer Wein und nicht zuletzt auf die strahlenden Augen des Herrn Bräutigam, der das Sonnenmännle gepachtet hat.
Eine empfehlenswerte Lektüre!