Der junge, in Marseille lebende, Arzt Simon ist eines Tages spurlos verschwunden. Seine Mutter Valerie kann sich absolut keinen Reim darauf machen, dass ein junger Mann, der doch scheinbar alles hatte, was andere glücklich machen würde, ohne auch nur den kleinsten Wink gegeben zu haben, aufbricht und sich aus dem Staub macht.
Valerie bittet und überredet Simons Ex-Freund, den attraktiven Jens, sie auf ihrer Suche nach Simon zu unterstützen und zu begleiten.
Das ungleiche Paar startet eine Erkundungstour durch Südfankreich, zunächst wirken die beiden wie Geschöpfe aus zwei verschiedenen Welten. Facettenartig entsteht allmählich ein Bild von Simon, das aber keine feste Konturen zu haben scheint. Die beiden Suchenden erfahren nicht Vermutetes und nicht Erwartetes, werden mit einem angeblich ausschweifenden Leben mit Drogensucht und Orientierungslosigkeit konfrontiert.
Insbesondere Valerie ist konstaniert und oft ratlos, während Jens durch seine gelassene Art und seinen nüchteren Blick auf die Dinge eine gewisse Souveränität ausstrahlt. Dass er immer noch Gefühle für Simon hat wird kurze deutlich als er Kontakt zu einem ehemaligen Lover von Simon aufnimmt, einem jungen aus Marokko stammenden Franzosen.
Ein Film, der nicht nur eine kilometerlange Reise darstellt, sondern auch eine Reise durch verschiedene Befindlichkeiten der Betroffenen ist. Letztlich ein Plädoyer für gegenseitiges Verstehen und für Respekt voreinander, ein Apell dafür sich zuzuhören und nicht vorschnell zu urteilen.
Die Geschichte nimmt einen tragischen Verlauf und endet recht abrupt.
Für mich eine sehr gute Studie über unsere "Menschlichkeiten" und ein Aufruf zu mehr Toleranz, wenngleich ich mir einen anderen "Abschluß" der Filmes gewünscht hätte.
Auffallend gut hat der junge Nico Rogner seine feinfühlige Rolle gespielt und durch ungezwungene Offenheit und Natürlichkeit überzeugt.