Ich kann ernsthaft sagen, daß das Buch von Tony Clunn bei weitem das beste Buch zum Thema Schatzsuche/Prospektieren und Archäologie ist, das ich je gelesen habe. Aufregend, fesseln, interessant und informativ sind nur einige der Auszeichnungen, die einem unmittelbar in den Sinn kommen und die das Buch zu Recht verdient hat. Die Geschichte der Entdeckung eines der wichtigsten Fundorte in Europa wird hier anschaulich erzählt und wie ein Mann den Schlüssel zu einem lange verloren geglaubten Rätsel gefunden hat. Major Tony Clunn's intensiven Boden-Prospektionen und harter Arbeit sowie seiner erstaunlichen Vorstellungskraft ist es zu verdanken, daß Kalkriese als letzte Station der Schlacht, wo sechs bis sieben tausend Mann im Engpass den Tod fanden, weltweit anerkannt wird. Es handelt sich um eine spannende Geschichte über verborgene Schätze, über uralte Legenden und den Lohn der Feld-Prospektionen und der archäologischen Forschung kombiniert mit persönlichem Durchhaltevermögen und Rücksicht. Die Früchte jahrelanger Arbeit offenbaren sich in der lebhaften Aufzeichnung eines Mannes, der es sich zur Mission gemacht hat, das Schicksal der vielen Männer, die vor zwei Jahrtausenden ihr Leben dort gelassen haben, aufzudecken. "Auf der Suche nach den verlorenen Legionen" birgt tatsächlich zwei Bücher in einem. Die spannende Geschichte über die Funde und Fundorte wechselt sich ab mit Tony's Version des Schlachtverlaufs einschließlich des bitteren Endes. Diese Geschichte verleiht der Phantasie Flügel und läßt den Leser direkt am Geschehen vor 2000 Jahren teilnehmen. Man fühlt sich als unsichtbarer aber alles sehender Beobachter und erlebt mit eigenen Augen, wie sich das Drama entwickelt und schließlich im horrenden Desaster endet. Tatsächliche Begebenheiten und wirkliche Personen geben diesem halb-fiktionalen Teil des Buches Glaubwürdigkeit. Arminius' Ansprache an die Stammeskrieger ist besonders aufreibend, und man kann sich gut vorstellen, wie Boudicca nur 55 Jahre später ganz ähnliche Worte an meine britischen Vorfahren gerichtet haben könnte. Wie schade nur, daß sie nicht auch Arminius' Erfolg kopieren konnten! Die Geschichte wird so gut erzählt, daß einem die Römischen Besetzer fast leid tun, was normalerweise nicht üblich ist. Hier wird Geschichte zum Leben erweckt. Tony Clunn befindet sich nicht mehr im aktiven Militärdienst, arbeitet aber als pensionierter Offizier noch immer für die Britische Armee. Er hat sich in Deutschland niedergelassen und wird weiterhin ehrenamtlich an den fortschreitenden archäologischen Arbeiten teilhaben; es wird noch genug Arbeit in Zukunft geben, wahrscheinlich für viele Jahrzehnte. Seine Arbeit ist offiziell anerkannt worden, zum einen in Form des MBE Ordens, verliehen von Königin Elizabeth für seine Verdienste um die Deutsch-Britische Freundschaft. Ferner hat er zwei deutsche Auszeichnungen erhalten. Er war der erste Empfänger einer speziellen Auszeichnung des Landschaftsverbandes Osnabrück für seine ehrenamtlichen Dienste und seine anhaltende Unterstützung des Projekts (1999). Er hat ebenfalls die Ehrenmedaille des Landkreises Osnabrück erhalten, deren höchste Auszeichnung für ehrenamtlichen Einsatz. Das einzige, was mir an diesem Buch nicht gefiel, war das Ende: Ich habe das Buch ungern aus den Händen gelegt und hätte gern noch mehr gelesen! Eine großartige Geschichte und ein großartiges Unterfangen. Obwohl es sich nicht um ein akademisches Buch handelt, ist es ein klassisches Werk, das jedem zusagen und jedermann inspirieren wird, egal ob Archäologe, Historiker, Detektor oder dem normalen Leser.