Vor einiger Zeit sah ich den Film "Passage through India". Ich war sehr beeindruckt von den vielschichtigen Personen in diesem Film und wollte unbedingt dieses Buch lesen. Denn oft ist es ja so, dass das Buch noch besser ist als der Film. In diesem Fall wuerde ich sagen, es wurde eine wirklich geniale Verfilmung von einem wirklich guten Buch gemacht. Die Thematik des Buches ist an sich nicht neu. Indien gegen Ende der Kolonialzeit, Hindus und Moslems und Parsen und viele andere religioese Gemeinschaften ...
Man lebt mehr oder weniger friedlich in einer Stadt, die Englaender gehen nach der Arbeit in ihren Club, ein England mitten in Indien. Die Inder machen ihre Sachen.
Aufgestoert wird dieser verkrustete Kolonialbetrieb durch die Ankunft einer jungen Frau, die sich ihren Zukuenftigen nochmal etwas genauer anschauen moechte, und einer alten Dame, die die Mutter des Zukuenftigen ist. Waehrend sich das Leben und die Anschauungen in England weiterentwickelt haben, ist bei den Kolonialbeamten und ihren englischen Angstellten alles stehen geblieben, gerade so wie man es in Erinnerung hat, dass es so in England sein muesste. So kommen dann auch genuegend Missverstaendnisse zwischen den Neuankoemmlingen und den Alteingesessenen vor. Und natuerlichen machen Missverstaendnisse auch nicht vor den anderen Gruppen halt...
Ein unheimlich spannendes Buch, welches Fragen aufwirft, die heute immer noch aktuell sind, z.B. - moechte man ein Land wirklich kennenlernen oder nur die Sehenwuerdigkeiten mal besucht haben?