...brüllen die (vielen) Kinder eines deutschen Geologen, der sich in Ostafrika niedergelassen und eine Einheimische geheiratet hat (und nicht mehr nach Nazideutschland zurück will und kann).
Wir schreiben das Jahr 1935. Friedrich Ganse, ein Deutscher, ist Misssionar in Ostafrika (im ehemaligen "Deutsch-Ostafrika", das nun von den Briten besetzt ist). Ganses Erfolge als Missionar halten sich in Grenzen; dafür muss er eines Tages, als es für einen Schwarzen wegen der "Entweihung der britischen Flagge" um Leben und Tod geht, bei den Briten ein gutes Wort einlegen. Mehr als die Hoffnung bleibt aber dem Missionar nicht.
ALs er dann wieder nach Bujora (ein real existierender Ort), wo sich seine Missionsstation befindet, zurückkehrt, findet er seine Frau tot und seine Tochter Gertrud schwer erkrankt vor. Der Heiler des Dorfes, der für Ganse immer nur ein Zauberer war, rät ihm dringend, mit einem Boot in ein 5 Tagesreisen entferntes Spital zu fahren; nur so würde Gertrud überleben. Ganse macht sich auf eine gefährliche Reise, die auch eine Reise zu sich selbst wird...
Hermann Schulz, selbst aus einer Missionarsfamilie stammend, hat einen Jugendroman geschrieben, der auch den erwachsenen Leser begeistert - geht es doch hier um nichts weniger als um den Zusammenstoß zweier Welten: hier der europäische Missionar, für den etwa ein afrikanischer Heiler ein Zauberer und Quacksalber ist; auf der anderen Seite die Welt der afrikanischen Medizin, die verblüffende Erfolge vorzuweisen hat. Und dass Friedrich Ganse auf der Bootasfahrt seine wahre Bestimmung erkennt, arbeitet der Autor ebenfalls auf interessante Weise heraus.
Ein schmales Buch, das auch sehr spannend ist und uns eine Welt zeigt, die es in dieser Form (wahrscheinlich) nicht mehr gibt!