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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
a bisserl verkopft,
Von Rachel Lucius "Reisende" (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Auf der Strecke: Ein Fall für Berlin und Wien (Taschenbuch)
Auch der Regionalkrimi ist eine Gattung, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Letztens las ich einen, der auf Sylt spielt und so mühelos die Atmosphäre der Insel für seine originelle Krimihandlung nutzte, dass es eine Freude war. Eine Freude ist dieser Berlin/Wien-Krimi nicht immer. Die Verknüpfung zwischen Plot und Ort gelingt nur mühsam, häufig lesen sich die Ortsbeschreibungen wie Werbeprospekte aus dem jeweiligen Hauptstadt-Marketing. Auch die Dialoge sind alles andere als lebensecht. Zu gespreizt drücken die beiden Ermittler sich aus. Nur nicht vergessen, dass es um den Gegensatz zwischen depressiv aber klug und hart aber herzlich geht. Dass der Berliner Ermittler den Namen des großen österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhardt trägt, macht das Ganze nicht unbedingt witziger. Allerdings gilt: Wer sich in der Literaturszene wirklich gut auskennt, wer also Spaß an den vielen versteckten und offen Anspielungen hat, der wird an diesem Krimi seine reine Freude haben, auch wenn die Handlung so originell nicht ist. Ein vielversprechender Schriftsteller wird im Nachtzug zwischen Wien und Berlin ermordet. Anstelle des gehypten Manuskripts findet sich ein Beutel Koks. Hat also die Drogenmafia ihn auf dem Gewissen? Oder ist es eine seiner beiden Liebschaften, die er praktischerweise auf die beiden Städte verteilt hat? Oder waren es doch die bösen Islamisten, die das letzte Buch des Autors gar nicht mochten? Die Auflösung ist nachvollziehbar, aber recht brav.Mein Fazit: Ein Krimi, der vielleicht zu sklavisch die Regeln des Genres befolgt, seine Originalität allerdings aus dem intimen Wissen um die Vorgehensweisen im Literaturbetrieb zieht. Für Leser, die einen lebensfernen aber geschliffenen Dialog jedem spannenden Plot vorziehen, sehr gut geeignet. Gute drei Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Angenehm zu lesen, mehr als ein Krimi,
Rezension bezieht sich auf: Auf der Strecke: Ein Fall für Berlin und Wien (Taschenbuch)
Ein Autor wird auf dem Weg von Wien nach Berlin im Zug tot aufgefunden. An möglichen Motiven gibt es viele, so dass erst einmal in alle Richtungen ermittelt wird und zwar in beiden Städten.Da ich persönlich weder Berlin noch Wien kenne, entgehen mir die Insiderdetails. Das hat mich allerdings nicht beim Lesevergnügen gestört. Mir genügen durchaus ein Mord oder zwei, die ohne blutiges Gemetzel auskommen, wenn Plot und Handlung interessant sind. Dass ein Autor wegen eines Enthüllungsmanuskriptes ermordet wird, ist sicher nichts Neues, aber mir haben die parallel laufenden Ermittlungen gut gefallen. Natürlich wurden die Kommissare schon in ein passendes Klischee gepresst, aber zum großen Teil kamen die Protagonisten sehr echt bei mir an. Was mir nicht gefallen hat, waren die Telefonate der Wiener Kommissarin, Frau Habel. Dort agierte sie viel hektischer als sie ansonsten beschrieben wird, und: Die Lösung des Falls kam zwar erwartet, die Eskalation dazu wurde sehr vergnüglich beschrieben, aber mich störten Details, auf die ich nicht eingehen kann ohne etwas zu verraten. Das ist auf jeden Fall der Grund für den Abzug eines Sterns. Ansonsten hatte ich wirklich viel Freude mit dem Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitweise Zeitreise,
Rezension bezieht sich auf: Auf der Strecke: Ein Fall für Berlin und Wien (Taschenbuch)
wer nur Krimi lesen will, liegt bei diesem Buch nicht richtig. Dafür ist die Handlung zu trocken und ohne große Überraschungen. Auch diejenigen, die die deutsche Teilung nicht mehr bewusst erlebt haben, werden mit diesem Buch nicht viel anfangen können.Denn hier wird ein Stück Geschichte beschrieben: wunderschön, wie der Autor die Eindrücke noch einmal wiedergibt, die man beim Überschreiten der Grenze zur DDR hatte, wenn man vom schrill leuchtenden Westen in die graaauuuue DDR kam, begleitet von den Blicken kleinkarierter VoPos, die endlich, endlich mal ein wenig Macht qua Amtes ausüben konnten, intuitiv wissend, dass auf der ganzen Welt dieses Staatssystem nicht ernst genommen wurde. Nicht weniger gelungen ist die Wiedergabe der gegenwärtigen Aura Berlins: in keiner anderen westlichen Hauptstadt liegt Großmannsdenken und Morbidität so unmittelbar zusammen wie zwischen Regierungsviertel, Friedrichstraße und Kreuzberg. Ebenso die Beschreibung der aktuellen Szene am Prenzlauer Berg. Wer Berlin kennt, wird dieses Buch genussvoll lesen. Erwähnenswert ist auch das Gegrumel über den Stau in der Leipziger Straße - Berliner lieben es, über den Stau in ihrer Stadt zu schimpfen. Als Kölner kann ich da nur schmunzeln - in keiner deutschen Großstadt fahre ich so entspannt Auto wie in Berlin. Ob der Wiener Part auch so gut gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich Wien zu wenig kenne. Aber schön ist es allemal, wenn von 'Maturierten' geschrieben wird, die'Versicherungsbeamtinnen' geworden sind. Da griemelt man doch über die gute alte kuk-Titelsucht. Die Krimihandlung ist, wie gesagt, ohne Überraschung, aber realistisch: warum, möchte ich nicht sagen, da ich sonst zuviel über den Inhalt verraten müsste. Wer aber über den Skandal über das Ressort Schwielowsee in Potsdam kürzlich gehört hat, wird nach dem Lesen des Buches mit dem Kopf nicken. Alles in allem ein Krimi, wie man ihn von Diogenes erwartet: es wird immer etwas mehr geboten, als nur ein Täter (s.a. Martin Walker, Friedrich Dönhoff, Liaty Pisani). Uneingeschränkt 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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