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Auf Stelzen gehen: Geschichte einer Magersucht
 
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Auf Stelzen gehen: Geschichte einer Magersucht [Audiobook] [Audio CD]

Lena S.
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Balance Buch + Medien; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867390312
  • ISBN-13: 978-3867390316
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 12,4 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.733 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lena S.
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Produktbeschreibungen

Julia Büttner, Süddeutsche Zeitung, 27. März 2007

"Dies ist kein Buch, das man gerne liest. Im Gegenteil: Es ist ein Bericht, der ... schonungslos aufrichtig ist. Gerade deshalb ist er so enorm wichtig für alle, die verstehen möchten, wie es in der Gedankenwelt eines Mädchens aussieht, das sich zu Tode hungert." -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Kurzbeschreibung

Lena kocht am liebsten italienisch, Nudeln könnte sie jeden Tag essen. Vor zwei Jahren wäre das undenkbar gewesen, da ist sie fast gestorben. Lena war magersüchtig. Ihre Geschichte hat sie in dem Buch »Auf Stelzen gehen« verarbeitet, das im letzten Jahr in der Reihe BALANCE erfahrungen erschien und bereits in der 2. Auflage vorliegt. Seitdem Lena S. ihre Magersucht öffentlich gemacht hat, wird sie zu vielen Lesungen eingeladen, insbesondere von Schulen, wo Essstörungen ein brennendes Thema sind. Dem oft geäußerten Wunsch nach einem Hörbuch tragen wir nun Rechnung, weil viele Jugendliche lieber hören als lesen. Außerdem lässt sich dieses Medium sehr gut im Unterricht nutzen. Lena S. liest ihre Geschichte selbst, und wer sie einmal live bei einer Lesung erlebt hat, weiß wie authentisch sie ist.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von feather
Format:Broschiert
Das Buch von Lena S. ist das ehrlichste und realitätsnaheste Buch über Magersucht, das ich je gelesen habe - und ich habe mich in den letzten 15 Jahren vermutlich durch die gesamte Literatur zum Thema "Anorexia nervosa" gelesen.

Ich mußte das Buch stellenweise weglegen, weil es mich so tief berührt und auch meine schwachen, gut verborgenen Punkte getroffen hat, so daß ich nur noch weinen konnte. Ich habe mich bisher von keinem Buch so verstanden und auch wachgerüttelt gefühlt wie von "Auf Stelzen gehen".

Dieses Buch hat mir gezeigt, wo ich mich auch selbst belüge, ohne daß ich mich dabei angegriffen fühlen mußte. Lena zeigt, wie man mit der Krankheit kokettieren kann, wie man nicht davon loslassen kann, "nicht normal", sondern "etwas besonderes" sein zu wollen, wie man den Stolz auf die Magersucht nicht ganz verbergen und abstreiten kann, auch wenn er einem nicht mal ganz bewußt ist.

Aber das Buch zeigt auch, wie viel wirkliches Leben einem durch diese Krankheit verlorengeht. Wie man darum trauern kann, ohne aber wirklich dazu fähig zu sein, etwas zu ändern.

Lena's schonungslose Beschreibung ihres Familienhintergrunds ("Ich war doch immer ein so pflegeleichtes Kind und nun dies." - "In mir ist eine Instanz, die sagt, was zu tun ist, was gut ist, was schlecht. In klaren Momenten merke ich, daß diese Instanz die Meinung meiner Eltern wiedergibt. Noch immer höre ich auf sie.") zeigte mir, wieso auch ich es bis heute nicht geschafft habe, mich von meinen Eltern zu lösen und Schuldgefühle habe.

Das Buch hat kein Happy-End.

Man hat beim Lesen das Gefühl, mehrmals im Kreis gegangen zu sein und wieder am Anfang zu stehen, fragt sich, ob es möglich ist, die Magersucht jemals zu überwinden?
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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Die Psychologie-Studentin Lena S. beschreibt in diesem Buch die Geschichte ihrer Magersucht in aller Deutlichkeit und ohne Umschweife.

Der Titel „Auf Stelzen gehen" ist dabei sehr passend gewählt. Denn sowohl als Leser/-in als auch vom Inhalt her ist man gehalten, immer wieder die Balance zu waren.

Als Lesende/r wird einem von Lena S. viel zugemutet:

Kreuz und quer schießen die Gedanken, spinnen sich fort, reißen ab, fallen übereinander her und müssen nach so manchen Achterbahnfahrten wieder neu mit den entstandenen Gefühlen sortiert werden. Mal etwas ausführlicher, meist aber im Telgramm- bzw. SMS-Stil geschrieben, breitet die Autorin ihr bisheriges Leben mit der Magersucht aus. Sie schildert ihre Therapien, die Klinikaufenthalte, andere „Leidensgenossen/-innen", ihre Familie, ihr Essverhalten, die unterschiedlichen Kommunikationsformen und -foren (beispielsweise im Internet) und ihre Beziehungen zu unterschiedlichen Personen.

Lena S. zögert auch nicht, ihre selbstverletzenden Verhaltensweisen darzustellen, welche sie immer wieder einholen.

Zitate von Schriftstellern und Musikern werden in den Text eingeflochten, ebenso auch eigene Gedichte. So switcht Lena S. von einer Situation, Gedanken- und Gefühlslage zur nächsten und verdeutlicht auf diese sehr prägnante Weise, in welcher Welt ein junger Mensch leben kann, der als anorektisch gilt. Verhaltensweisen, körperliche Veränderungen und Ernährungsgewohnheiten sowie Überlebensstrategien werden immer wieder in sehr offener und direkter Weise veranschaulicht und bei manchen Darstellungen mag man vielleicht eher weghören oder weglesen als die Auseinandersetzung zu wagen.

Mal wirken die Textbausteine wie kleine Einzelabrechnungen - insbesondere mit der Mutter - dann wieder treten eher Selbstzweifel in den Vordergrund. Der Hilfeschrei nach Individualität und Zugehörigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Und zu Beginn jeden Kapitels steht die Frage „Wer bin ich?" Und jede/r weiß, dass die Antwort „Anorexia nervosa" nicht ausreicht, um dass Phänomen vollkommen zu beschreiben.

Hervorzuheben sind auch immer wieder eingeschobene Aphorismen- artige Stellen, wie z.B.: „...dass es Spaß machen kann, eine Frau zu sein, eine richtige Frau, nicht nur eine weibliche Person, die alles Frauliche von sich wegzuhalten weiß" (S. 89). „Mit Magersucht beschäftigt zu sein heißt ausschließlich beschäftigt zu sein" (S. 137); „Ein Wort nur fällt mir ein: Verneinung." (S. 139) oder „vielleicht brauche ich kein Meer aus Rücksicht, sondern ein Gegenüber." (S.166).

In Teilen wird die Beschreibung hinsichtlich der zeitlichen Abfolge der Ereignisse und mancher Einzelheiten nicht ganz klar - alles in allem aber ist sie in tragischer Weise realistisch und real. Hinweise über Hilfsstellen und Verweise auf Links im Internet wären im Anhang noch hilfreich gewesen.

Fazit: Diese sehr offene, kompromisslose Beschreibung eines realen Lebens mit einer Magersucht ist keine leichte Kost und erfordert viel Kämpfen durch schwerverdauliche Seiten mit unangenehmen Erläuterungen. Die mögliche Wahrnehmung einer magersüchtigen Frau wird hier aber in aller Deutlichkeit erfassbar und in Teilen wohl auch begreifbar. Wer sich in Menschen mit Anorexie hineinversetzen möchte, kann mit dieser Lektüre große Unterstützung erfahren. Meines Erachtens eignet sich das Buch daher insbesondere für Eltern, Angehörige und Freunde Betroffener sowie auch für Lehrer/-innen und helfende Personen, die ihr Möglichstes in der Begleitung der ihnen nahestehenden Menschen tun möchten.

„Auf Stelzen gehen" ist im positiven Sinne eine Zumutung, die Mut macht!
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
So gibt es nun endlich die Größe Zero bzw. 0. Größe 32! Größe für ein zwölfjähriges Mädchen! Größe für ein Laufstegschönheitsideal? Größe für Magersüchtige! Lena ist magersüchtig. Aber was heißt das?
Sehr eindringlich, in einem atemlosen Telegrammstil, oft auf Zwei- gar Einwortsätze reduziert, beschreibt Lena die zwanghaft panisch anmutende Umtriebigkeit in der Krankheit zwischen Nahrungsverweigerung, Sport und Selbstverletzung und damit die immer wieder drohende Vernichtung ihres Körpers, die es aufzuhalten gilt.
Sehr präzise zeichnet sie ein Bild ihrer nach außen intakt scheinenden Familie, in der bis ins Detail alles perfekt geregelt ist (Salzkartoffeln werden zerdrückt, Pellkartoffeln geschnitten).
Natürlich geben Regeln Sicherheit, natürlich ist eine verbindliche Ordnung im familiären Miteinander notwendig, um das Zusammenspiel unterschiedlichster Charaktere, die unter einem Dach wohnen, zu ermöglichen. Doch bei Lenas Eltern sind die Regeln nicht Grundlage für ein gutes Zusammenspiel der Familienmitglieder, sondern sie werden befolgt, um ihrer selbst willen. Die Eltern hinterfragen das Ordnungsgefüge nicht auf seine Sinnhaftigkeit, und Lena konnte als Kind die Regeln nicht in Frage stellen.
Noch tragischer stellt sich die Kommunikation zwischen Mutter und Tochter dar. Will Lena etwas tun oder haben, das gegen den Willen der Mutter ist, so argumentiert diese gegen die kindlichen Wünsche mit den Worten »Du willst doch auch nicht '!«
Die Mutter zwingt der Tochter ihren Willen auf und verkauft ihn dem Kind gleichzeitig als den eigenen. Das verwirrt Lena. Sie kann nicht mehr entscheiden, ob sie selbst etwas will oder ob es der Wille der Mutter ist. Derart verunsichert durch die permanent parallel verlaufenden, sich gegenseitig ausschließenden Botschaften der Mutter (Du sollst dich frei entscheiden, solange deine Entscheidung der meinen entspricht!), sucht sich Lena eine Nische, über die sie die alleinige Kontrolle besitzt. Sie findet sie in der Macht über ihren Körper. Sie kann entscheiden, sie hat die Kontrolle darüber, ob und wie viel sie isst.
Und so beginnt sie ihre Mahlzeiten aufzuteilen. Lena zerstückelt sie in kleinste Essensportionen, wirft sie teilweise in den Müll oder verneint sie ganz und erkennt lange nicht, dass sie sich selbst zerstückelt, verneint und ihr Leben fortwirft.
Der Weg führt in die Magersucht und sehr schnell wird Lena von der Krankheit kontrolliert. Sehr eindringlich berichtet sie darüber, wie ihre Wahrnehmung und die Realität immer stärker auseinanderfallen. Sie fühlt sich fett, obwohl sie nur noch aus Haut und Knochen besteht, sie findet ihre Essensportionen in der Klinik riesig, die für Gesunde vermutlich nicht mehr als eine Zwischenmahlzeit wären usw.
Als sie mit ansehen muss, wie ihr Freund, den sie in der Klinik kennengelernt hat, langsam an derselben Krankheit zu sterben beginnt, da spürt sie, dass sie leben will. Sein Tod ist schrecklich konkret und nicht nur Teil einer statistischen 10-%-Mortalitätsrate im virtuellen Raum.
Jede Sucht bestimmt den Alltag und so kämpft Lena Tag für Tag gegen die Anorexie und um ihr Überleben über den Zeitpunkt hinaus, an dem ihre sehr gut geschriebene Geschichte endet.
Eigentlich sollten sich jene Modemacher und Medienverantwortliche mit dieser gelungenen Lektüre befassen, die mit entsprechenden Bildern und Trends junge Menschen auch noch zu krankhafter Gewichtsabnahme animieren. Doch leider lesen solche Bücher meist nur Menschen, die mit den Gefahren der Magersucht bereits in Berührung gekommen sind ' so wie ich.
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