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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein opulent ausgestatter Bildband,
Von
Rezension bezieht sich auf: Auf den Spuren von Franz Kafka in Prag (Gebundene Ausgabe)
Alle Jahre wieder erscheinen Bände, die sich des reizvollen Themas Kafka und Prag annehmen. Waren es in den letzten Jahren vor allem Reiseführer, die veröffentlicht wurden und ein eher handliches Format besaßen, so liest man diesen gewichtigen und opulenten Bildband wohl eher auf der heimischen Couch. Das Buch ist reich illustriert mit alten wie neuen Fotografien, die einen eintauchen lassen in die Welt Franz Kafkas, die ja, und das macht ja den ungeheuren Reiz für Photographen aus, größtenteils im heutigen Prag noch existiert. Bis auf wenige Ausnahmen existieren alle Domizile, in denen Franz Kafka und seine Familie lebten. Auch viele seiner Arbeitsstätten, Cafes, Kinos, Restaurants oder Bars existieren noch oder haben in den letzten Jahren nach der Wende ihre Wiedereröffnung gefeiert. Das Layout des Buches ist äußerst gelungen und die Aufteilung der Kapitel machen Sinn. So wird man nach der Einführung in die Thematik durch die verschiedenen Lebensstationen geführt um anschließend noch viel über Kultur, Baustile und den Freunden und Zeitgenoßen zu erfahren, die oftmals in kleinen Einschüben innerhalb des Buches erfolgen.Leider kann der begleitende Text dem hohen Niveau der visuellen Umsetzung nicht standhalten und wirkt oft lieblos heruntergeschrieben. Viele Zitate werden nicht Originaltexten entnommen, sondern erfolgen über Sekundärliteratur. Damit benimmt man sich auch der Möglichkeit eine größere Auswahl an Textstellen zu finden, die über das Zitieren aus zweiter Hand zwangläufig eingeschränkt bleiben. Doch schlimmer noch wiegt dadurch der Verdacht einer mangelhaften Durchdringung der Materie, da ziemlich unreflektiert Positionen wiedergegeben werden, die zumindest diskussionswürdig sind. Ob jetzt das Prager Deutsch zur Wende des 20. Jahrhunderts zu einem "staatlich subventioniertem Feiertagsidiom" heruntergekommen war, wie es Klaus Wagenbach mehrfach behauptet hat, ist zumindest in des Wissenschaft stark umstritten. Schon keine Diskussion mehr ist die Glaubwürdigkeit der Überlieferungen von Gustav Janouch, der lange nach dem Tod Franz Kafkas und im Zuge des Weltruhmes des Schriftstellers, seine aus der Jugendzeit stammenden Erinnerungen niederschrieb und veröffentlichte. Leider wird auch hier etwas zu vorbehaltslos zitiert. Wirklich ärgerlich sind aber die Fehler, die über das Buch verstreut sind. Da wird das Todesdatum von Kafkas Vater, der 1931 starb, mit 1951 angegeben oder aus Sgraffitos werden Schwarz-Weiß-Malereien. Auch findet man leider falsche Bildunterschriften: beispielsweise wird aus dem Kreuzherrenplatz die St. Niklaskirche in Mala Strana oder das "falsche" Cafe Savoy weist man als den Ort der Theateraufführungen der jiddischen Schauspieltruppe aus, welcher Kafka bekanntermaßen oft und begeistert beiwohnte. Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: der Text bietet trotzdem eine gute Einführung in die Thematik, doch hätte etwas mehr Sorgfalt dem an sich wunderbaren Buch gutgetan. Fazit: Trotz der beschriebenen Mängel des Textes ist das Buch schon allein wegen seiner Aufmachung und der schönen Bilder eine dicke Empfehlung wert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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