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Auf der Schwelle des Fremden - Das Leben der Annemarie Schwarzenbach
 
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Auf der Schwelle des Fremden - Das Leben der Annemarie Schwarzenbach [Gebundene Ausgabe]

Alexis Schwarzenbach
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 420 Seiten
  • Verlag: Collection Rolf Heyne; Auflage: 1 (1. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899103688
  • ISBN-13: 978-3899103687
  • Größe und/oder Gewicht: 28,2 x 24,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 520.412 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alexis Schwarzenbach
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Das Leben zerfetzt sich mir in 1000 Stücke«, schreibt Annemarie Schwarzenbach 1935 in einem Brief an Klaus Mann düstere Zeilen für eine 27-Jährige. Dabei scheint die begabte Schriftstel lerin und Tochter aus reichem Schweizer Elternhaus vom Glück eigentlich begünstigt: gebildet, von außergewöhnlicher androgyner Schönheit und Melancholie sie verdreht Männern und Frauen gleichermaßen den Kopf und mit einer großen Leidenschaft für alles Fremde führt sie ein unangepasstes Leben. Mit ihrem Auto fährt sie von der Schweiz nach Afghanistan, Indien, Irak und Iran, wo sie auch einige Zeit lebt; sie arbeitet in Belgisch-Kongo und den USA. Ihre Erlebnisse hält sie in faszinierenden Fotografien und poetischen Texten fest. Aber es gibt auch eine dunkle Seite: Ex zesse, Drogen, Depressionen, immer wieder vermischt mit kreativen Schüben, ein Tanz auf einer schmalen Klinge, der wiederholt in Entzugskliniken und in die Psychiatrie führt. Man vermutet begin nende Schizophrenie und vernachlässigt die Suche nach den Gründen: Die komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung, ihre Homo sexualität und die Stigmatisierung durch die Gesellschaft, die politische Lage in Europa, der innere Rückzug als Reaktion auf das äußere Chaos. Klaus Mann antwortet damals: »Wir werden es schon zuwege bringen, das Leben«. Annemarie stirbt 1942 an den Folgen eines Fahrradunfalls, Klaus sieben Jahre später an einer Überdosis Schlaftabletten. Alexis Schwarzenbach zeichnet mithilfe zum Teil unveröffentlichter, aus Familienbesitz stammender Dokumente und Fotos, sowie umfangreichen Archivmaterials (darunter der Nachlass der Familie Mann) das Leben seiner Großtante nach. Erstmals publizierte Texte und zahlreiche Bilder, die das Talent Schwarzenbachs als Fotojournalistin belegen, ermöglichen ein umfassendes Portrait der schillernden Schweizerin.

Über den Autor

Dr. Alexis Schwarzenbach, Jahrgang 1971, studierte Geschichte am Balliol College in Oxford und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Nach längerer Tätigkeit als Lektor und mehreren Forschungsaufenthalten im Ausland lebt er in Zürich. Zuletzt veröffentlichte er »Die Geborene« über Renée Schwarzenbach und »Das verschmähte Genie« über Albert Einstein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Alexis Schwarzenbach hat bereits mit der Biographie seiner Urgroßmutter Renee Schwarzenbach-Wille Pionierarbeit geleistet.
Denn die Mutter der Schweizer Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach hat sehr gründlich dafür gesorgt, dass Annemaries Leben und Werk in der Familie vergessen wird.

Nun, pünktlich zum 100. Geburtstag Annemarie Schwarzenbachs, hat ihr Großneffe eine wunderbare Hommage veröffentlicht: Einen opulenten Prachtband mit überbordendem Bildmaterial, der ihr kurzes Leben illustriert und auch optisch begreifbar macht.

Die Kindheit in Bocken im Schoß der äußerst wohlhabenden, durch die dominante Mutter geprägte Familie. Die Schulzeit, ihre Studien- und zugleich Lehrjahre in Paris und Berlin, ihre Bindungen zur Familie Mann, ihre Reisen und Fluchten durch ganz Europa, Asien, USA und Afrika sind hier ausgiebig dokumentiert.
Auf den unzähligen Fotografien, die immer wieder auch die verletzbare Seite Annemaries zeigen, erkennt man leider auch den allzu raschen, durch Drogen und Lebensüberdruss beschleunigten Verfall der ungeheuer vielfältig talentierten und begabten Frau.

Alexis Schwarzenbachs Buch ist das bislang ausführlichste und umfangreichste über Annemarie Schwarzenbach.

Der Betrachter verliert sich in den vielen ausdrucksstarken Bildern, die noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Schriftstellerin zulassen.

Etwas wirklich Besonderes!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine wunderbare Hommage 17. September 2008
Von Utepf
Format:Gebundene Ausgabe
In meiner Bibliothek ein neuer wertvoller Edelstein. Ein wunderbar gestaltetes Buch, dass tiefe und detailierte Einblicke in das Leben von Annemarie Schwarzenbach gibt.

Ich möchte hier vorallem die Gestaltung des Buches hervorheben. Ich finde den Text, die vielen S/W Bilder, das Layout (Schwarz/Weiss/Rot) sowie den Druck ausgezeichnet. Es ist ein schweres, grosses und im Inhalt ein dramatisches Buch.

Ich kenne A. Schwarzenbach bereits seit ca. 10 Jahren. Ein Lese-Freund empfahl mir Nicolas Bouviers "Die Erfahrung der Welt(5-Sterne)" und über Amazons berühmete Rubrik "Kunden kauften auch..." gelangte ich zunächst über Ella Maillart (Der bittere Weg) zu A. Schwarzenbach.

Für mich ist Annemarie nicht unbedingt die begnadete Schriftstellerin, ich liebe sie als Reisende und Photografin. Ihre ungeheure Reisetätigkeit sowie ihr gesellschaftlicher Umgang sorgten für das grosse Volumen an Bildern. Ihre Mutter und einige Bekannte portraitierten wiederum Annemarie gekonnt und ausführlich.

Alexis Schwarzenbach erzählt wunderbar distanziert und offen das Leben von Annemarie. Er unterlegt dies mit zahlreichen anderen Dokumenten (Handschriften, Briefen, Pässen sogar ärzlichen Attesten) und schohnt den Leser gegen Ende auch nicht mit der dramatischen Zuspitzung.

So ergeben alle diese Dokumente einen faszinierenden Einblick in die Person, deren aussser gewöhnliche Lebensumstände und natürlich die damalige Zeit.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Annemarie Schwarzenbach ist erst seit einigen Jahren wieder bekannter geworden. Sie hat als Modell fungiert, ihren Doktor in Philosophie gemacht, zahlreiche Artikel und literarische Werke verfasst, geheiratet und war doch stark Frauen verbunden. Ihre Bekanntschaft mit Familie Mann wirkte auf die Mutter befremdlich und diese unterband so manche Begegnungen.
Annemarie Schwarzenbach starb - nach Jahren wechselnder Stimmungen und Reisen in ferne Länder - plötzlich nach einem tragischen Fahrradunfall. Ihre Herkunft aus einer Fabrikantenfamilie und das konfliktreiche Verhältnis zur Mutter werden in diesem Band vortrefflich beschrieben so wie auch ihre Sucht und ihr Lesbisch-Sein.
Man hat das Gefühl, dass hier mit dem Enkel einer Schwester von Annemarie Schwarzenbach der wahre Kenner ihrer Biographie in beeindruckender Präzision ein umfassendes Bild dieser faszinierenden Person aufzeigt.
Auf über 400 Seiten kombiniert Alexis Schwarzenbach in ausgewogenem Verhältnis eigene Texte und Berichte von seiner Großtante Annemarie Schwarzenbach mit dem vortrefflichen Bildmaterial. Neben den beeindruckenden Textbeiträgen bieten die Photographien einen überwältigenden Einblick in Annemarie Schwarzenbachs Leben und im besonderen in die damalige Welt. Dabei kommen großartige und zum Teil -formatige Aufnahmen zum Tragen, die beispielsweise Menschen, Gebäude und Gegenden zeigen, welche so wahrscheinlich fast einzigartig sein dürften. Sie erinnern zum Teil an die Reisebilder von Gräfin Marion Dönhoff, gehen aber noch mehr in den Alltag der Menschen des Orients, Südeuropas, Ostpreussens, Nord- und Mitteleuropas, Asiens, Amerikas und Afrikas hinein.
Es mutet fast schon unglaublich an, wie weit Annemarie Schwarzenbach herumgekommen ist und Aufnahmen von berauschender Qualität und Modernität gemacht hat bzw. von ihren Begleiterinnen anfertigen ließ. Sie fertigte dabei oftmals Momentaufnahmen an, welche die unterschiedlichen Gesichter der Länder portraitierten. Damit zeichnet sich diese talentierte Reiseberichterstatterin auch als exellente Zeugnisgeberin einer vergangenen Zeit aus.
Aufnahmen von Dokumenten, Erstausgaben ihrer Schriften, Briefen, Postkarten, medizinischen Berichten, Plakaten, Pässen machen dieses einzigartige Buch zu einem abwechslungsreichen "Lebenswerkband", wo man sich immer wieder in faszinierende, tragische, aufrüttelnde Anekdoten und Einzelheiten "festbeißt". In so beeindruckender, erfüllender Weise ist das Leben dieser Photographin, Schriftstellerin, Reporterin noch nie beschrieben und bebildert worden! Auch wenn es natürlich noch gut gewesen wäre, eine tabellarische Kurzbiographie mit prägnanten Lebensstationen aufzunehmen.
Ausführliche Bild- und Quellennachweise fehlen ebenso wenig wie auch eine Bibliographie und ein Personenverzeichnis.
Alles in allem ist dieser aufwendig und sorgfältig produzierte Band eine große Verneigung vor dieser beeindruckenden Persönlichkeit!
Eine zusätzliche Gabe ist eine CD mit dem Text "Eine Frau zu sehen", welcher angemessen gesprochen noch einmal eine weitere Facette des leider so kurzen Lebens Annemarie Schwarzenbachs beleuchtet.
Mögen nicht nur literatur- und schweizliebhabende Interessierte diesen Band gebiessen, sondern vor allem auch diejenigen, welche sich mit in Vergessenheit geratenen Charakteren ausführlich und ausgesprochen intensiv beschäftigen mögen.
Ein gelungener, neugierig machender Geschenkband, der "auf der Schwelle des Fremden" - nämlich Annemarie Schwarzenbach - einlädt, neue Räume des Verstehens dieser Persönlichkeit zu betreten.
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