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»Und wenn man dann auf Reisen in Barcelona im historischen Quartier Gràcia tatsächlich auf der Plaça del Diamant steht, unter all den Leintüchern, auf die um ihren Schlaf betrogene Bürger in grossen Lettern Vollem dormir! gepinselt haben, dann möchte man ihnen zurufen: Nein, schlafen wollen wir ganz bestimmt nicht. Viel lieber einen weiteren Roman einer der wichtigsten katalanischen Schriftstellerinnen lesen.«
(Dominique Burckhardt Basler Zeitung )
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5.0 von 5 Sternen
Ein Fest,
Rezension bezieht sich auf: Auf der Plaça del Diamant: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Fest auf der Placa del Diamant, eine verschwommen wirre Nacht, die tanzenden Bewegungen, all das wird zum Sinnbild eines unselbstbestimmten, sehr einfachen Lebens, das Mercè Rodoreda so dicht und atemlos beschreibt, dass man sich ständig fühlt, als würde man gleichfalls im Kreis durch die Dunkelheit gewirbeltDie Poesie des Einfachen hat hier nichts erbärmliches oder lächerliches, sondern macht durch die große Menge derer, die sie zwar unbewusst, aber intensiv leben, die Menschheit an sich aus, die doch zum Großteil aus Figuren wie Colometa besteht, die ständig durch den Schleier ihrer Schicht, ihrer Religion und ihres Leidens blickt und dabei doch so viel sieht, dass man, nachdem man sich von der rauschhaften Sprache erholt hat, nicht anders kann, als auch alles andere zu verschlingen, das Mercè Rodoreda geschrieben hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vom nie hinterfragten einfachen Leben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Auf der Plaça del Diamant: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Tatsächlich kann man Mercé Rodoredas "Auf der Placa del Diamant" im 21. Jahrhundert kaum ohne Widerspruch lesen.Es ist die Lebensgeschichte einer jungen Frau (in der Ich-Form erzählt), die geheiratet wird, Kinder bekommt, den spanischen Bürgerkrieg miterlebt und so schön langsam älter wird. Es scheint, dass sie am Leben nie aktiv teil nimmt, sondern immer nur reagiert, anstatt zu agieren. Sie hat zu kaum etwas eine eigene Meinung, und sogar die politischen Ereignisse gehen an ihr vorüber, ohne von ihr reflektiert zu werden. Statt dessen wird der Alltag lang und breit thematisiert, was einige Längen mit sich bringt. Erst ganz am Ende scheint sich so etwas wie Erkenntnis einzustellen, aber da ist der Roman auch schon wieder aus. Mercé Rodoreda hat den Roman ganz in der Diktion eines einfachen Menschen geschrieben, ohne wesentliche literarische Überhöhung. Das war für mich etwas mühsam zu lesen, teilweise banal, immer wieder redundant. In den besten Momenten entsteht so etwas wie eine Poesie der Einfachheit. Aber die Autorin gesteht ihrer Protagonistin kaum eine Entwicklung zu. Warum "Auf der Placa del Diamant" also als ein Hauptwerk der katalanischen Literatur geführt wird, erschließt sich nicht unbedingt jeder/jedem. Mir erscheint das Buch inhaltlich antiquiert und stilistisch nicht stark genug, um diese Mängel auszugleichen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Irgendwie habe ich das Gefühl,...,
Rezension bezieht sich auf: Auf der Plaça del Diamant: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
.... dass ich auf den Klappentext hereingefallen bin bzw. ihn falsch verstanden habe. Da ist nämlich die Rede vom Schicksal einer Frau, deren Mann im Spanischen Bürgerkrieg stirbt und die ihr Leben dadurch selbst in die Hand nehmen muss. Ich hatte mir gedacht, dass man etwas über das Leben als alleinstehende Frau im Bürgerkrieg erfährt, das ist aber nicht der Fall. Weiters verstehe ich unter "das Leben in die Hand nehmen" etwas anderes als nach einer gewissen Zeit wieder zu heiraten. Trotz dieser Erwartungen, die nicht erfüllt worden sind, so ist es doch ein eindringliches Buch, dass die Schwierigkeiten einer mehr oder weniger unsicheren Frau schildert, die sich darauf einlässt, ihr Leben von einem Mann bestimmen zu lassen bzw. nach seinem Tod lernen muss, sich selbst zu helfen.
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