Zusammen mit seinem Kumpel begibt sich Larry Darell (Bill Murray) aus Illinois während des 1. Weltkrieges nach Europa, um sich dort als Ambulanzfahrer zu verpflichten. Die Erfahrung, viele Freunde zu verlieren, prägt ihn nachhaltig. Er lässt seine aus gutem Hause stammende Verlobte Isabelle (Catherine Hicks) zurück. Nach dem Krieg sollte er sie heiraten, doch er will lieber zu sich selbst finden. Während dem er in Frankreich weilt, heiratet seine frühere Herzdame seinen alten Freund und es folgt Nachwuchs. Nach einer Weile reist Larry weiter nach Indien und von dort aus nach Tibet, wo er den damaligen Lama trifft und viel Frieden findet. Nach seiner Rückkehr in den Westen lässt er sich wieder in Paris nieder und arbeitet auf dem Fischmarkt. Als er sich seiner Jungendbekanntschaft Sophie (Theresa Russell) annähert, die inzwischen Gattin, Mutter und kinderlose Witwe, Alkoholikerin und Animiermädchen geworden ist, sieht seine alte Flamme Isabelle das mit Misstrauen.
Eine Geschichte mit ungefähr 20 Jahren Spannweite über Beziehungen und Selbstfindung, dazu noch in historischen Dimensionen, das hört sich nicht nach Bill Murray an, ist aber so. Offenbar war es ein Herzensprojekt von Bill Murray, denn er spielt nicht nur die Rolle famos, er hat auch zusammen mit Regisseur John Byrum das Drehbuch geschrieben. Die Buchvorlage ist übrigens von keinem geringeren als W. Somerset Maugham. Wer Murray bisher nur als Possenreisser und Sprücheklopfer (ver)kannte, sollte sich von diesem Werk eines Besseren belehren lassen.
Das Bild dieses Columbia-Klassikers (THE RAZOR'S EGDE) aus dem Jahr 1984 kommt in einem farbenprächtigen 2,35:1-Format (16:9) daher. Die Laufzeit auf der DVD beträgt 124 Minuten. Die Audio- und Untertitelauswahl ist anständig, ebenso wie die Tonqualität. Schade, dass man sich damals nicht dafür entschied, als Sprecher von Bill Murray Arne Elsholtz einzusetzen, wie es namentlich in GHOSTBUSTERS (gleiches Studio, gleicher Jahrgang) der Fall war.
Das Bonusmaterial fehlt leider auf der DVD ganz. Ein Kuriosum: Auf dem Umschlag wird erwähnt, dass die Alterfreigabe (ab 16) nur wegen der "Beiprogramme" so hoch angegeben werde, der Film selbst sei ab 12. Da hat wohl jemand etwas falsch koordiniert. Wirklich schade, denn diesen prächtigen Film hätte man durchaus mit einigen Beigaben adeln dürfen.
Fazit: ein gut gemachter, oft packender Film, der leider von den Sony-DVD-Machern sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Dafür gibt es drei von fünf geflochtenen Hüten und einen gut gestempelten Reisepass.