Auch wenn sie sich für keine kommerzielle Schandtat zu fein waren (Stichwort "Dönertier", comic und diese Schwachmaten-Sendung auf Pro7), und auch wenn sich mittlerweile jeder junggebliebene 80-jährige ein Könner der Kanaksprak wähnt, was Erkan und Stefan da treiben ist auf allerhöchstem niveau, steht mit melonendicken Eiern in der Tradition von Dada und Karl Valentin, und ist vor allem schweinelustig. Mit den kurzen Hörspielsketches sind die beiden zudem in ihrem Element, das sie großmeisterhaft beherrschen. Man merkt dass die beiden in enger Tuchfühlung zu ihren Vorbildern arbeiten, und sich wohl auch zu einem großen Teil mit ihren absurden Figuren identifizieren. Ihre Gedankengänge spacen denn auch derber als ein mit schieren roten Tunesier beschickter Phillies Blunt, etwa wenn Erkan darüber diagnostiziert, er sei ob der schwulen Samen in der Luft überall Allgerianer, und Stefan, entrüstet aber eigentlich strikt logisch, konkludiert: "Die schwule Natur, hey! Die ist ja voll ungesund!"
Übrigens, mit den Münchener Lokalismen wie "Bonsches", das mir übrigens immer mit einer ordentlichen Portion heißer Tomaten kredenzt wurde, bin ich "batscheins" aufgewachsen, und es rührt mich, dass Erkan und Stefan diese aussterbenden Worte nunmehr einem größeren Publikum vorstellen. Auch ein Hinweis darauf dass ihr act ausgefeilt ist und nicht von einem Sat1-Freitag-Abend-Komikkomittee auftragsgefertigt wurde. Das finde ich jetzt wieder so gut dass es eigentlich too much ist, und da wird es mir leichter erträglich dass im außerbayerischen Ausland auch weiter Seppelhut und Hofbräuhaus als Münchenauthochtoner als der eklektische Wortwitz der beiden checker eingestuft bleiben werden.