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Auf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch
 
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Auf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch [Gebundene Ausgabe]

Marina Rumjanzewa
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Dörlemann; Auflage: 1. Aufl. (27. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3908777356
  • ISBN-13: 978-3908777359
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 525.679 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Marina Rumjanzewa
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Am frühen Morgen aus dem Haus treten – in den wilden, überwachsenen, noch im Schatten versunkenen Garten. Die Kühle, die Stille, das Rauschen der Blätter, das Aufblitzen der Sonne in den Bäumen, das Tanzen der Lichtflecken auf dem Gras. Auf die ersten Gäste warten, nichts vorhaben, nichts müssen, einfach in den Tag hineinleben – in einen Datscha-Tag. Sicher schaut jemand vorbei oder man geht zu den Nachbarn oder es kommen Gäste aus der Stadt: Im Grunde bedeutet die Datscha Zusammensein. Und noch viel mehr. Sie ist eine Institution, ein Stück russischer Geschichte und Kultur: Auf der Datscha lebten Anna Karenina und Oblomow, Turgenjews Familienvater ging hier der Liebe zur Nachbarin nach, und Gorki rechnete mit der Intelligenzija ab im Stück „Datschniki“, zu deutsch „Sommergäste“. Im vorliegenden Band „Auf der Datscha“ erzählt Marina Rumjanzewa die Geschichte der Datscha, von ihren Anfängen unter Peter dem Großen bis in die heutige Zeit. Anschaulich begleitet und illustriert wird diese kleine Kulturgeschichte mit Texten aus der russischen Literatur, von Puschkin über Anton Tschechow bis Michail Schischkin und Tatjana Tolstaja. Und abgerundet durch einen Datscha-Bilderbogen auf der Innenseite dieses Umschlages.

Über den Autor

Marina Rumjanzewa 1958 in Moskau geboren und aufgewachsen. Germanistikstudium an der Moskauer Linguistischen Universität. Danach Redakteurin und freie Autorin für Moskauer Zeitungen, Zeitschriften und für das Russische Fernsehen. Seit 1992 lebt Marina Rumjanzewa in Zürich als freie Journalistin und Publizistin. Sie schreibt unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“. Außerdem macht sie Kulturbeiträge für 3sat und das Schweizer Fernsehen. Marina Rumjanzewa schreibt auf Deutsch.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch, 13. Mai 2009
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Auf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch (Gebundene Ausgabe)
Wer etwas von Russland gehört hat, kennt auch den unverkennbaren Drang aller Städter in der Freizeit raus auf ihre Datscha zu kommen. Was dem Deutschen sein Schrebergarten ist dem Russen seine geliebte Datscha, wobei es da auch große Unterschiede gibt und vor allem die Politikgrößen in ganz Osteuropa machten sich derweilen auf in ihre Datscha. Mit dem Buch AUF DER DATSCHA von Marina Rumjanzewa wird uns ein ganz besonderer Ort für einen echten russischen Sommer präsentiert.

Die Datscha, wenige Orte haben sich so sehr in das Bewusstsein der Russen gebrannt wie eben dieser und nur wenige Orte sind für viele Russen der Inbegriff von Freiheit, Freiheiten und Natur.

Mit dem Buch AUF DER DATSCHA von Marina Rumjanzewa wird uns die kulturgeschichtliche Bedeutung der Datscha an sich und ein Teil der russischen Seele gezeigt. Von ihren Anfängen im Zarenreich und Privileg der Reichen, über die Sowjetzeit und dem großen Beginn nach deren Fall für fast alle Teile der Bevölkerung.

Heute ist es einfacher geworden an einem See oder einem Wald in der Nähe von St. Petersburg oder Moskau eine Datscha zu bekommen, doch immer noch kostet es viel Geld. Doch der Traum von einer Datscha ist sehr tief verwurzelt, daher verwundert es nicht, dass viele so eine haben wollen oder sich daran erinnern wie es war, als sie die Sommer auf den Datschen von Freunden und Verwandten verbrachten.

Das vorliegende Buch erzählt uns die Geschichte der Datscha von Tschechow über Sostschenko bis zu Schischkin. Der Traum wird dabei greifbarer aber er zeigt auch die Mühen und Probleme, welche er mit sich brachte.

Das Buch bringt viele Anekdoten und Begebenheiten rund um die Datscha auf Tapet, zeigt uns die Lust am feiern, den Umgang mit Nachbarn, wenn vorhanden und die eigenwillige Atmosphäre auf der Datscha im Allgemeinen.

Das Buch vermittelt sowohl historische wie auch literarische Fakten zum Thema Datscha und eignet sich sowohl zum schmökern wie auch zum Studium des Phänomens Datscha. Mit dem Begriff der Datscha verbinden viele Russen ein ganz besonderes Freiheitsgefühl und die Autorin hat es geschafft mit diesem Buch uns einen kleinen aber feinen Einblick in die Welt der Datschniki zu geben.

Empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte der Datscha: ein erhebendes Lesevergnügen, 5. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Auf der Datscha: Eine kleine Kulturgeschichte und ein Lesebuch (Gebundene Ausgabe)
Die Datscha ist eine geläufige Bezeichnung für russische Sommerhäuser. Man kennt sie aus Romanen und Zeitungsberichten und vermag sich etwas darunter vorzustellen. Zur Entstehungsgeschichte dieser Sommerhäuser weiß man hingegen wenig.

In der vorliegenden und verdienstvollen Kulturgeschichte der Datscha von Marina Rumjanzewa lässt sich nun genaueres erfahren über die Geschichte und den Stellenwert, den die Datscha seit Beginn des 18. Jahrhunderts in Russland eingenommen hat.

Zar Peter der Große gründete 1703 die Stadt St. Petersburg und baute sich 30 km entfernt das Sommerpalais Petergof. Die Einfahrt in die Stadt sollte von prachtvollen Sommerhäusern gesäumt werden, wozu er Grundstücke an seine Adligen vergab. Dieser Zeitpunkt mag als Geburtsstunde der Datschen gelten.

Damals jedoch waren die Datschen noch der Aristokratie vorbehalten, bevor sie bis heute zu einer allgemeinen Lebensform und einem Stück russischer Geschichte wurden.

Mit historischer Genauigkeit entwickelt M. Rumjanzewa die Geschichte der Datschen im Zusammenhang mit der russischen Geschichte.

Über fast zwei Jahrhunderte besaß alleine der Adel die Mittel, um sich den Vorzug der in Stadtnähe erbauten Datschen leisten zu können. Sie liebten ihre Datschen, in denen sie sich mit der Natur verbunden fühlten, und die ihnen die weite Reise zu ihren Gütern ersetzten. Hier konnten sie unbeschwert einer lockeren und unkonventionellen Geselligkeit nachgehen.Dann tauchen so berühmte Namen wie die von Puschkin oder Gontscharow, Dostojewski, Tolstoi und Tschechow auf, die vom Leben ihrer Helden in ihren Datschen sprechen. Es zeigt sich, dass die russische Literaturgeschichte nicht ohne Datscha auskommt, und die Datschen nicht ohne Literatur. Oblomow liegt auf einer Couch in der Datscha, und Anna Kareninas Leben spielt sich ebenfalls weitgehend auf einer Datscha ab!

Mit dem Ende der Leibeigenschaft 1861 traten die Intelligenzija und das Kapital auf den Plan. Sie übernahmen wie selbstverständlich die Gewohnheiten des Lebens auf der Datscha, das sich inzwischen als typisch russisches Lebensgefühl in den Köpfen und Gepflogenheiten der Einwohner festgesetzt hatte.

Unter Stalin wurden zahlreiche Eigenheiten des Volkes eliminiert,--den Datschen konnte das Sowjetsystem nichts anhaben. Im Gegenteil: die Nomenklatura und Stalin selbst ließen sich überall Datschen bauen,--nur der Zugang und die Vertraulichkeit waren in deren Umkreis selbstredend verschwunden.

Aus den Anfängen hat sich die Datscha verselbständigt.

Die anfängliche Pracht wandelte sich, je mehr Bürger in den Genuss einer Datscha kamen. Sie befinden sich immer in Stadtnähe, so dass sie leicht zu erreichen sind. Heute wohnt man von Mai bis September teilweise ganz, teilweise nur am Wochenende auf der Datscha. Dort lebt es sich frei, ungezwungen und man betreibt eine vertrauliche und heitere Geselligkeit, seit eh und je das typische Merkmal der Datschniki.

In ihrer klaren, gründlich recherchierten und mit zahlreichen Beispielen belegten Studie über die russischen Datschen kann man bei Marina Rumjanzewa alles erfahren, was zur Geschichte der Datscha gehört, wie sie entstanden, wie sie gebaut und mit welchen Mitteln man sie damals wie heute ausstattet, und welches Lebensgefühl zu ihr gehört.

Die Datscha ist Nationalgefühl und Lebenskunst in einem.

Nebenbei erfährt man zahlreiche Einzelheiten aus dem Leben hoch gerühmter russischer Dichter. Man liest das Buch mit zunehmender Aufmerksamkeit und mag es nicht mehr aus der Hand legen!
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