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Auf Amerika: Roman [Gebundene Ausgabe]

Bernd Schroeder
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

27. Februar 2012
Ein Junge wächst während der Nachkriegsjahre im oberbayerischen Hausen auf. Die Mutter aus gutem Berliner Hause, der Vater ein Taugenichts mit Nazivergangenheit, und nur langsam kommt der Junge dahinter, was sein Vater wirklich getan hat. Im Dorf hat er nur einen Vertrauten, den Knecht Veit. Keiner kennt ihn wirklich, aber er hat eine große Geschichte: Er war in Amerika. Bernd Schroeders Roman erzählt von der Beengtheit der ländlichen Idylle und dem Wunsch nach dem Aufbruch in eine neue Welt. Er schafft ein Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit, das einen ganz anderen Blick auf Schuld und Sühne wirft.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (27. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446238859
  • ISBN-13: 978-3446238855
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 312.393 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Bernd Schroeder ist mit "Auf Amerika" ein feiner, zarter Roman geglückt, der von einem melancholisch gefärbten Fatalismus bestimmt ist." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.12

"Bernd Schroeder erzählt in "Auf Amerika" mit großer Zartheit von den Mysterien der Kindheit und der Provinz." Stern, 14.06.12

"'Mir ist mein Hausen über die Jahre verlorengegangen', resümiert der Erzähler. Mit seinem Roman hat Bernd Schroeder es auf wundersame Weise wiedergefunden- und seinen Lesern einen kleinen Kosmos großartig erschlossen." Knut Cordsen, Deutschlandradio, 04.07.12.

"Lohnende Einblicke in eine verschwindende Welt." Thomas Borchert, Eßlinger Zeitung, 07.07.12.

"Ein Kleinod." Uwe Badouin, Oberhessische Presse, 30.07.12

"Melancholie ist hier häufig im Spiel - doch selten Pathos oder Verklärung."
Thomas Borchert, dpa/Financial Times, 11.07.12

"Ein sanftes, melancholisches Denkmal für eine verschwindende Spezies, das Dorf mit Krämerladen, Pastor, Wirtshaus und Tratsch." Neue Presse, 21.07.12

"Das ist Literatur, die anrührt!" Elke Erdmann, Kulturkalender, Juli 2012

Über den Autor

Bernd Schroeder, geboren 1944, aufgewachsen in Bayern, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in München. Seit 1970 freier Autor. Bis 1992 hat er vorwiegend Fernseh- und Hörspiele geschrieben. 1985 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, 1992 den Deutschen Filmpreis. Seit 1993 hat er verschiedene Romane veröffentlicht. Bernd Schroeder lebt seit 1987 in Köln.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Leserin
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
....präsentiert Bernd Schröder mit "Auf Amerika".
Von einer Buchvorstellung in der Tageszeitung angeregt, habe ich mir dieses Kleinod vom aktuellen Büchermarkt ausgesucht. Anfangs sträubte ich mich ein wenig; zu spröde, zu nah am Umgangssprachlichen waren mir Ausdruck und Stil, bis mich die Stimmung dieses Nachkriegsdorfes in Bayern mitsamt seinen verschrobenen Gestalten, seinen fast seit Jahrhunderten festgefügten Strukturen, seinen Verletzungen von zwei Kriegen gänzlich in den Bann gezogen hat. Von da an war die Sprache dann auch Mittel zum Zweck, ohne den mir alle Charaktere sicherlich nicht so nahe gekommen wären: Veit, der unnahbare Knecht, Freund und Vertrauter des Erzählers; Rosa, Jugendliebe und später vom Schicksal nicht gut Behandelte; die Eltern mit ihrem "Rucksack" der vom Krieg gestohlenen Zukunft.
B. Schröder mag hier autobiografisch seine Kindheitserinnerungen darlegen; aber das Buch bietet mehr: Ein Eintauchen in eine Welt, die es so heute nicht mehr gibt. Die Jahrgänge der Sechziger und Siebziger kennen sie aus den Erzählungen der Eltern, konnten diese als Kind nicht mehr hören aber je älter man wird, desto eher ermisst man den Schatz oder auch die Bürde einer Kindheit.
Absolut lesenswert, mit viel Raum für eigene Reflektion (kommt man unweigerlich drauf) zeigt die Erzählung, was Wurzeln in einem Menschenleben bedeuten.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bravo Bernd Schroeder 9. Mai 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Na ja, was heißt 'Roman', ein Roman ist das nicht, aber das ist auch schon die einzige Kritik, die ich an dem Buch vorzubringen habe. Und die gilt womöglich weit weniger dem Autor, als seinem Verlag, aber sei's drum, ich möchte es hier nur am Rande erwähnen, da man eben im allgemeinen geneigt ist, mit der Bezeichnung 'Roman' das Vorhandensein einer Handlung zu verbinden, und die gibt es im vorliegenden Fall nicht wirklich. Im Klappentext dagegen wird das Buch ganz richtig dargestellt als: ''voller Geschichten, konzentrierter Szenen und Portraits'' usw., die dann ein Gesamtbild entstehen lassen, aber mir geht es hier nicht darum, dem Kind einen anderen Namen zu geben, sondern aufrichtig zu bewundern, wie gelungen dieses Schroeder'sche Baby tatsächlich ist.
Warum? Na, weil hier eben einer das, worüber er spricht und schreibt, so präzise trifft, dass man es einfach nicht besser, nicht stimmiger, beschreiben kann. Wie schön, endlich mal wieder auf einen Autor zu treffen, der es versteht, Sprache nicht nur als Transport-, sondern auch als Stilmittel einzusetzen, das ist leider so selten, dass man es gar nicht deutlich genug hervorheben kann. Auf der einen Seite ist Schroeders eigene, seine Erzählsprache, schon ein großer Genuss, auf der anderen ist die, die er seinen bayrischen Protagonisten, seinem Milieu, seiner erzählten Zeit gibt, von einer Stimmigkeit, die nahezu unübertrefflich ist, so gut und ohne jeden Schnitzer, dass ich immer und immer wieder an Oskar Maria Graf denken musste, der hätte es nicht besser getroffen, wenn er denn noch unter uns weilen würde und sich der Schroeder'schen Chronik angenommen hätte.
Bravo, Bernd Schroeder, und das alles ohne Effekthascherei, ohne Gimmicks, in dem Buch steht das, was drin stehen muß und es steht so drin, wie es drin stehen muß, nicht mehr und nicht weniger. Und das ist gut so. Und, ich glaube, ich habe es schon erwähnt, es gibt das leider eher selten in der heutigen Literatur.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schroeders Thema zum Zweiten 2. September 2012
Von ts
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die untergegangene Welt des Dorfes ist Schroeders Leib- und Magenthema. Der Heimatverlust des Einzelnen erscheint bei diesem Autor aber nicht unabwendbar als biografische Entwicklung des Individuums, als persönliche Entfremdung, ist auch nicht einem notgedrungenen Modernisierungsprozess der ländlichen Welt geschuldet, sondern wird bei Schroeder immer von Dritten bewusst herbeigeführt, ist aktive Zerstörung einer strukturell intakten Welt, die im Detail zwar fehlerhaft ist, aber alles in allem funktioniert. Stellvertretend steht hier der politisch umstrittene Bau des Großflughafens München, dem das Dorf zum Opfer fällt. Und das schon zum zweiten Mal - denn "Auf Amerika" ist die Variation von Schroeders Anfang der 90er erschienen Debutroman "Versunkenes Land".
Dass dieser kritische Ansatz klassisch linker Färbung im Einzelfall treffend ist, steht außer Frage. Verallgemeinerbar ist der Fall nicht. Die meisten Dörfer da draußen mussten nicht untergehen und sind es auch nicht. Sie haben sich nur verändert, was sie im Übrigen schon immer taten. Und so ist die verlorene Heimat eben auch immer (nur) das Verlusterlebnis derjenigen, die weggehen, weil das Dorf zu eng ist, um Potenziale zu entwickeln, die das flache Land nicht vorsieht. Schroeder deutet das zwar an, die Schuldigen sucht er dennoch anderswo.
Und trotzdem: Schroeder weiß der Trauer des Verlustes eine Sprache zu geben, die den Leser ergreift, manchmal erschüttert - bei "Versunkenes Land" gelingt das noch besser als bei "Auf Amerika". Insofern sind beide Bücher höchst lesenswert. Seiner Ursachensuche muss man deshalb nicht unbedingt folgen.
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