Als langjährige zufriedene Auerswald-Kunden, die eine ältere Anlage desselben Herstellers auch weiterhin im Einsatz haben, haben mein Mann und ich gerne das Modell 4410 gekauft und installiert. Nach mehreren Wochen Einsatz können wir dem Modell nur 3 Sterne geben. Zwar überwiegen die Plus-Punkte, aber die Anlage hat drei nicht unerhebliche Mängel. Aber der Reihe nach:
Die Hardware der Anlage ist ausgesprochen gut verarbeitet und auch robust (wie setzen sie im Keller am Übergabepunkt unseres Providers ein), jedoch sind die physischen Abmessungen mit BxHxT=29x22x7 (alles cm) ungewöhnlich klobig.
Die Installation geht anhand des gut aufgebauten und funktional bebilderten Handbuchs für den "Einrichter" rasch von der Hand. Zwar ist die Installation der USB-Treibers sowie des Setup-Programms unter Windows Vista sehr aufwändig und zeitraubend, aber problemlos. Das Setup-Programm für die Ersteinrichtung erschlägt auf den ersten Blick wegen seiner vielen "Stellschrauben", jedoch arbeitet es mit vernünftigen Voreinstellungen und man kann zügig erste Nebenstellen anschließen und einen ersten echten Anruf nach draußen auslösen.
Sehr nützlich sind dabei drei interne TAE-Buchsen, die für die drei ersten Klemmanschlüsse eine Anschluss-Alternative bereithalten, die u.a. für schnelle Testzwecke hervorragend geeignet ist (wir haben dort konkret einen alten, analogen Telefonapparat angeschlossen).
Der Funktionsumfang der Anlage ist mehr als ausreichend. Wer sich die Mühe macht, das gut aufgebaute, sehr umfangreiche (76 Seiten) Benutzerhandbuch durchzulesen, wird alles Gewünschte finden. Unser Tipp: nicht alles sofort verstehen wollen, sondern Zug um Zug neue Funktionen anlesen, austesten, schätzen lernen oder evtl. auch als für sich unnötig verwerfen.
Unser erster Kritikpunkt:
Die Anlage bietet die Möglichkeit, von einem Nebenstellen-Apparat andere, klingelnde Nebenstellen (fern-) abzuheben. Dazu muss man jedoch unverständlicherweise die Nebenstellen-Nummer des angerufenen Apparats kennen! Bei unserem zweistöckigen Haushalt müssen wir in 50% der Fälle raten. Schlimmer noch: tippt man auf den falschen Apparat, so nimmt man dem dort evtl. Angerufenen sein laufendes Gespräch weg, und zwar ohne Vorwarnung!
Wie es anders geht, beweist unsere alte Auerswald-Anlage (Typ 4216), die eine sog. Pick-up-Funktion kennt, mit der man eine beliebige, angerufene Nebenstelle problemlos abheben kann.
Wir finden deshalb: dafür Punktabzug.
Selbstverständlich können viele Erleichterungen fürs tägliche Telefonieren eingerichtet/benutzt werden, wie etwa (leider vierstellige!) Kurzwahlnummern für oft benötigte Telefonnummern, oder auch die Zurückweisung bekannter Rufnummern (Robinson-Liste). Das Einspeichern von solchen Nummern kann über einen CSV-Import erfolgen (damit ist z.B. eine Excel-Datei als Quelle möglich), jedoch arbeitet dieser Import nicht ganz fehlerfrei und dann meist ohne jegliche Rückmeldung.
Unser zweiter Kritikpunkt:
Texte oder Grafiken aus den mitgelieferten PDF-Anleitungen der Anlage können wir für unsere eigene kleine Anleitung zum Telefonieren nicht digital kopieren, da die PDFs seitens Auerswald gegen einfaches Copy/Paste geschützt sind. Überaus lästig, da wir dann die gewünschten Abschnitte grafisch abgreifen müssen. Das ist unverständlich.
Wir finden deshalb: dafür Punktabzug.
Die Möglichkeit, die Anlage über den USB-Anschluss per Software einzurichten, zu steuern und auszuwerten, ist sehr umfangreich und auf den ersten Blick fehlt nichts. Aber:
Unser dritter Kritikpunkt:
Dazu sind 4 verschiedene Programme vorhanden, die sich in der Bedienung sehr ähneln, aber man fragt sich schon, warum dies nicht alles - bis auf die Initialisierung - in EINEM Programm enthalten ist. Die gelegentlichen Hinweise des einen Programms, man solle die gewünschte Funktion doch über das andere, so-und-so-Programm tätigen, sind auch kein Trost. Man sieht auch keinen Grund für diese Aufteilung und kann nur spekulieren.
Wir finden auch hier: dafür Punktabzug.
Wir haben den Auerswald Support nur einmal schriftlich angeschrieben, jedoch wurde die sehr konkret gehaltene Anfrage nur allgemein, eher "von der Stange" beantwortet. Das ist aber nicht ausreichend, um die Qualität des Supports zu bewerten.