Hannes Raffaseders "Audiodesign" kann jeder lesen, der sich für das Thema interessiert. Durch die komplette Einführung auch in Akustik und Tontechnik kann jeder nachvollziehen, wie die Gestaltung von Audio in Medienproduktionen funktioniert. Man lernt, welche Probleme schon in den ersten Schritten vermieden werden könnten, aber auch wie sich Schall ausbreitet, wie das Ohr diesen aufnimmt und vieles mehr. Das ganz kommt ohne überflüssiges Schnickschnack daher, es wird nur das wirklich wichtige erklärt, aber so, dass auch die berühmten "interessierten Laien" es verstehen können. Wer schon im Bereich der Tontechnik arbeitet, kann entweder nur sein Gedächtnis auffrischen oder sich auch nochmal deutlich machen, auf was es alles ankommt. Für den Profi wird allerdings der Einführungsteil ein zu starkes Gewicht haben, da kommt der Teil "Design" selbst mit einem Kapitel im Verhältnis eventuell zu kurz weg. Das mag aber auch daran liegen, dass es im letzten Kapitel wirklich nur noch um die Gestaltung geht. alles was sonst der Erklärung bedürfte wurde vorher schon abgehandelt. In anderen Büchern wird dieser Teil miteingegliedert und somit weniger präzise.
Die vielen Grafiken und zusammenfassungen erleichtern das Verständnis und verdeutlichen den Inhalt.
Schön finde ich die sachlichen Hinweise, darauf, was schon im Vorfeld beachtet werden "sollte" und wie man Probleme schon bei der Planung eines Projektes vermeiden "könnte". Es erfolgt von Zeit zu Zeit ein dezenter Hinweis darauf, dass bei den Verantwortlichen einer Produktion meist zu spät an den Ton gedacht wird. Ich würde "Audiodesign" aufgrund seiner einleuchtenden Erklärungen auch gerne den Leuten zum Lesen geben, die immer meinen, der Ton sei nur das letzte Glied in der Kette und gar nicht so wichtig, da kann man sich dann noch Gedanken drum machen.