Der Rezensent studierte in Erlangen in seiner fränkischen Heimat evangelische Theologie. Als zu Beginn der 70-er Jahre Dr. Raymond A. Moody mit seinen Publikationen weltweit für Aufsehen sorgte, wurde diese Bestätigung für urchristliches Glaubensgut seltsamer Weise von der Theologie so gut wie nicht beachtet. Auf der Straße diskutierte man über Moodys, in den Vorlesungssälen des Fachbereichs Theologie kaum oder gar nicht. Das berührte den Verfasser seltsam. Wären wissenschaftliche Belege dafür, dass es tatsächlich ein Leben nach dem Tode gibt (so wie es die christliche Lehre postuliert) nicht auch zumindest gewichtige Belege dafür, dass das gepredigte Glaubensgut der Realität entspricht? Warum aber beachtete man die Sterbeforschung nicht? Darüber kann der Verfasser nur spekulieren. Vielleicht missfiel den Theologen ein Sachverhalt: nämlich dass das Weiterleben nach dem Tode sozusagen ein ganz natürlicher Vorgang ist, der für alle Menschen gilt, gleichgültig welcher Konfession sie angehören. Fast dreißig Jahre sind seither verstrichen. Hat sich inzwischen etwas an der Haltung der Theologie gegenüber der Sterbeforschung in gravierender Weise geändert? Davon kann nicht die Rede sein. Und wie sieht es in der Wissenschaft aus, etwa im Bereich der Medizin? Sterbeforschung im Sinne von Moody und Kübler-Ross wird an deutschen Universitäten leider nach wie vor sehr klein geschrieben. Hat Frau Kübler-Ross also nun schon seit Jahrzehnten vergeblich Pionierarbeit geleistet? Über die Antwort auf diese Frage kann man diskutieren. Fakt ist: Sterben ist nach wie vor ein Tabuthema. Sterbeforschung scheint allenfalls eingefleischte Esoteriker wirklich zu interessieren. In der Medizin wird zwar die Apparatetechnik immer mehr vervollkommnet, was aber nach dem Abschied von diesem irdischen Leben kommt, das interessiert Mediziner nicht. Das ist mehr als schade. Es ist schlimm. Denn gibt es eine tiefer sitzende Angst als die vor dem Tode? Im Hause Langen-Müller sind in den vergangenen Jahren Bücher zum grenzwissenschaftlichen Spektrum so gut wie völlig verschwunden. Die einst so erfolgreiche und wichtige Serie über phantastische Phänomene, sie scheint nicht mehr existent zu sein. So ist es mehr als erfreulich, dass soeben im Langen Müller Verlag das wohl beste Buch zum Thema Sterbeforschung überhaupt erschienen ist: "Auch du lebst ewig" von Bernard Jakoby. Das hervorragende Werk zieht von der ersten bis zur letzten, der 224. Seite seinen Leser in seinen Bann.(Und das zu einem Preis von DM 29,90, der sich wohltuend von den Horrorbeträgen unterscheidet, die heute für Sachbücher verlangt werden!) Es fasst in aktueller Gesamtdarstellung die letzten 25 Jahre Sterbeforschung zusammen. Es ist ein Ausnahmebuch, keines von den sich an eine gelangweilte Leserschaft mit Hang zum Übersinnlich wendenden Wälzern, die halbverdaute Pseudoesoterik zur netten Unterhaltung bieten. Es bringt die unterschiedlichsten Bereiche der Forschung auf einen Nenner. Es macht Hoffnung, ja gibt Zuversicht. Es ist ein in bestem Sinne verantwortungsvoller Ratgeber, der die Angst vor dem Sterben nimmt. Wenn der Verlag auf die Rückseite des Covers die Behauptung "Ein überaus wichtiges Buch, das uns neuen Lebenssinn und Lebensmut geben kann." so ist dies in keiner Weise übertrieben, sondern beschreibt ein hervorragendes Buch in vollkommen zutreffender Weise. Fazit des Rezensenten: Ein absolut jedem zu empfehlendes Buch! Und wer sich mit den Sinnfragen des Lebens auseinander setzen möchte und dabei nicht mit Platitüden abspeisen lassen möchte, der kommt an diesem Buch nicht vorbei!