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Au pair: Roman [Taschenbuch]

Willem Frederik Hermans , Waltraud Hüsmert
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

20. April 2005
"Ein intelligenter Thriller - Spannung bis zum Zerreißen!" Märkische Allgemeine Die 19jährige Paulina kommt als Au pair nach Paris, ins Haus eines reichen Generals. Doch bald fragt sie sich, wozu diese Familie überhaupt eine Haushilfe braucht. Schließlich wird Paulina in ein Familiengeheimnis eingeweiht und soll in sonderbarer Mission Vermögen ins Ausland bringen. Willem Frederik Hermans' letzter Roman ist ein imposantes Buch über die Undurchschaubarkeit der uns umgebenden Welt, über Sein und Schein, Wahrheit und Betrug. "Eine literarische Entdeckung, die seit langem überfällig ist: der Niederländer Willem Frederik Hermans." Literaturen

Hinweise und Aktionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 495 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (20. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746621429
  • ISBN-13: 978-3746621425
  • Originaltitel: Au pair
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.099.335 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn ein Niederländer etwas haben möchte, was sein eigenes Land nicht hervorbringt, kommt er nicht auf die Idee, dem Mangel selbst abzuhelfen, sondern er sucht das, was ihm fehlt, in der Fremde.
Und unter den Bewohnern der Provinz Seeland ist diese Haltung vielleicht noch mehr verbreitet als anderswo.
Das war recht passend in der Kolonialzeit; aber die ist nun vorbei.
Die Neigung, das Land zu verlassen, existiert freilich immer noch.
Paulina beschloß bereits vor ihrer Versetzung in die Abiturklasse, nach Paris zu gehen und dort Französisch und Kunstgeschichte zu studieren.
Sie war in Vlissingen geboren und hatte dort auch ihre Kindheit und Jugend verbracht, denn ihr Vater bekleidete ein ziemlich hohes Amt in der Stadtverwaltung.
Ihre Eltern waren nicht wirklich reich, besaßen jedoch seit langem ein Ferienhaus in Frankreich. Von klein auf verbrachte Paulina dort den Sommer, zusammen mit den Eltern und dem vier Jahre jüngeren Bruder. So hatte sie ausreichend Gelegenheit, die französische Sprache recht ordentlich zu lernen.
Paris? Zuerst waren die Eltern mit Paulinas Plan überhaupt nicht einverstanden. So weit weg? Gab es nicht auch in den Niederlanden ausgezeichnete Universitäten, an denen man Französisch und Kunstgeschichte studieren konnte?
Wäre es nicht besser, du würdest dich zuerst bei Klara schlau machen?
Klara war eine ältere Cousine Paulinas und hatte kürzlich in Amsterdam nach sechs Studienjahren die erste Prüfung im Fach Französisch bestanden. Mit ihrem Freund Rudolf, der ebenfalls studierte, wohnte sie in einem besetzten Haus. Paulina willigte ein, sich zuerst einmal bei Klara schlau zu machen.
Wie sich herausstellte, war es längst aus zwischen Rudolf und Klara, die zwar von Rudolf schwanger war, nun jedoch mit Bart-Bram zusammenlebte, einem vierzigjährigen Linguisten, der seine Frau verlassen hatte. Von morgens bis abends übte er auf dem Schlagzeug, denn er hatte beschlossen, ein ganz neues, fetziges Leben als Musiker anzufangen.
Seine Stelle an der Universität hatte er selbstverständlich nicht gekündigt. Auf das Gehalt konnte er nicht verzichten. Bereits vor Monaten hatte er sich krank gemeldet (nervöse Überreiztheit). Er leitete deshalb auch nicht mehr die Übungen in der Sprachwissenschaft, in denen sich die beiden kennengelernt hatten und gemeinsam zu der Überzeugung gelangt waren, daß es zwischen ihnen gewaltig funkte.
Das besetzte Haus war alles andere als komfortabel. Der Strom war gesperrt. Über Verlängerungskabel bezogen sie ihn aus einem Nachbarhaus, das noch ans Netz angeschlossen war. Sie wohnten im dritten Stock, und im ganzen Gebäude gab es nur einen Wasserhahn, unten im Erdgeschoß, an dem alle Bewohner das Wasser mit Eimern holen mußten. Es gab auch kein Klosett mit Wasserspülung. Die simpelsten, alltäglichsten Handlungen waren in so einem besetzten Haus zeitraubend und ermüdend. Zudem gingen die Bewohner ständig beieinander ein und aus, hielten einen von der Arbeit ab, liehen sich, auch wenn man nicht zu Hause war, Bücher und Vorlesungsmitschriften, Schallplatten und Videokassetten aus, ohne die Sachen jemals zurückzubringen.
Und überhaupt, was stellte das Studium schon dar? Nicht mal der Professor war in der Lage, fließend Französisch zu sprechen.
Das Französisch von Klara und ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter war unter aller Kritik, das hörte Paulina sofort, als Bart-Bram und Klara sich zum Scherz fünf Minuten lang auf französisch unterhielten. Sie gaben allerdings selbst zu, daß es zu wünschen übrig ließ. Es ist eine Sprache, sagte Bart-Bram, die man irgendwann haßt, mit dieser exakten, archaischen Grammatik. Dies ist falsch, und jenes darf nicht sein. Kein Franzose spricht so, wie er dem Lehrbuch zufolge sprechen müßte. Aber wehe, ein Ausländer macht einen Fehler. Sie lachen ihn aus, oder sie tun so, als ob sie kein Wort kapieren. Sie behandeln einen sofort wie einen Schwachsinnigen.
Diese Sprache perfekt zu lernen, dürfte fast unmöglich sein, wenn man in den Niederlanden geboren war, wo in den Schulen die eine Generation von Französischlehrern ihr Unvermögen in die nächste weitertrage, so daß sich der Murks perpetuiere. Holländer, die behaupteten, perfekt Französisch zu sprechen, beherrschten die Sprache in Wirklichkeit so schlecht, daß sie das nicht einmal bemerkten.
Versehen mit dieser Information verabschiedete sich Paulina und trat die Heimreise nach Vlissingen an.
In der Straße, in der Klara wohnte, war bereits die Hälfte der Häuser abgerissen worden. Die unteren Fenster jener Gebäude, die noch standen, hatten die Behörden mit Brettern vernageln oder mit Steinbrocken aus Schutthaufen schlampig zumauern lassen. Nicht einmal Hausbesetzer konnten dort noch einziehen. Vor langer Zeit an den Hauswänden angebrachte Protestlosungen oder einfach nur hirnverbrannte Sprüche, meist in schlechtem Englisch, waren größtenteils schon unleserlich geworden. (...)

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3.7 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider enttäuschend... 14. März 2009
Von Lina Enke
Format:Taschenbuch
Ich kann leider wenig Positives über dieses Buch sagen. Ich empfand es als sehr langatmig und deshalb schwer zu lesen. Der Autor verfällt mehrmals in lange Monologe über Kunst und Musik, die sehr ermüdend sind. Darüber hinaus wirkt die Hauptfigur charakterlich sehr platt und wenig sympatisch. Sie befindet sich in einem Dauerzustand von Angst, Zurückhaltung und Unsicherheit. Auch die Handlung vermag all diese Schwächen nicht ausgleichen.
Fazit: Man kann dieses Buch lesen, aber man verpasst nicht viel, wenn man es nicht tut.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irreal real 13. Februar 2010
Von Frieder
Format:Taschenbuch
Ich fand das Buch fantastisch.
Paulina, deren Perspektive uns durch die Ereignisse führt, ist keineswegs charakterlos oder ein blasser Charakter, wie ein anderer Rezensent behauptete. Sie ist ein junger Mensch an der Schwelle zum Erwachsensein, ja eigentlich schon erwachsen, aber bis dahin eben - wie es typisch für hiesige Biographien ist - mit der Identität "Schülerin" ausgestattet und im Elternhaus lebend. Wir begeben uns mit ihr in eine unbekannte Welt in zweierlei Hinsicht. Paulina beginnt ein Leben, das sie so vorher noch nicht geführt hat. Die Eltern sind weit weg und ihre finanzielle Unterstützung allein würde nicht ausreichen. Es ist ganz allein an Paulina, sich Unterkunft zu suchen und für die Deckung aller anfallenden Kosten zu sorgen. Mir als Leser war das Paris, das Paulina entdeckt, völlig unbekannt. Zum Glück ist Paulina eine kompetente Reiseführerin, denn sie beherrscht immerhin die Sprache, kennt ihre Ziele in der großen Stadt und vermochte mich mit ihrem Interesse an Kunst und Kunstgeschichte zu leiten. Ungewohnt und spannend ist für Paulina wie für mich, den Leser, die Begegnung mit den Menschen in Paris. Es mag nicht jeder Leser durchhalten, den Kunstansichten eines steinalten Mannes zu einem nicht gerade bekannten Künstler zu folgen; bis zum Ende zuzuhören, wenn ein erfolgloser Pianist über sein Idol erzählt oder wenn sich ein seltsam ungleich wirkendes Paar über Erfolg oder Misserfolg eines Buchkritikers streitet. Ich fragte mich, ob ich all die Monologe kennen muss, um die weitere Handlung verstehen zu können. Andererseits hatte ich auch ein Interesse, nah an Paulina zu bleiben, mit ihren Augen zu sehen. Sie hört den Menschen aufmerksam zu.
... Lesen Sie weiter... ›
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute Literatur 13. Februar 2010
Von anna
Format:Gebundene Ausgabe
Ich fand das Buch spannend. Mir ist aufgefallen, dass es ganz schön alt ist - alt ist relativ - die Hauptfigur ist jung und macht ihre ersten Erfahrungen außerhalb des abgezirkelten Kreises Elternhaus und Schule; sie hat weder Handy noch Internet zu ihrer Verfügung. Ist irgendwie ein anderes Leben ohne beides. Flatrate fürs Telefonieren gabs auch noch nicht und an der französisch-belgischen Grenze gibts Grenzkontrollen und Zollkontrolle.
Mit der Erotik spielt der Autor oder spielt er mit den Erwartungen der Leser_innen an Erotik, indem er sie weckt und dann ...ich sags nicht. Ich fand es nur ziemlich genial. Auch in anderer Hinsicht ist das Buch genial.
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