Eigentlich mag ich die Comics von Trondheim. Bisher hätte ich keinem davon weniger als vier Sterne gegeben, die meisten hätten sogar fünf von mir bekommen.
Der vorliegende Band allerdings - mal wieder einer in eigener Sache - treibt es mit der Nabelschau zu weit. Am Anfang ist Trondheim ja noch ganz lustig, wie er sich selbst eine Zwangspause im Comicschaffen verordnet und darüber nachdenkt, ob er in einigen Jahren vielleicht völlig ausgebrannt sein könnte. Der Höhepunkt ist das Auftauchen von Herrn Hase, der sich darüber beschwert, dass ihm in seinem letzten Band so übel mitgespielt wurde. Trondheim stellt ihm weitere Bände in Aussicht - z.B. als Rückblende oder Historienabenteuer -, woraufhin Herr Hase fragt, wann es denn endlich so weit sei. Trondheim vermag es ihm nicht zu sagen. Dafür der eine Stern mehr als die schlechteste Bewertung.
Danach wird es mit dem Wälzen von Trondheims Luxusproblem irgendwann zuviel. Selbstrefenzialität als Kunstgriff ist seit der Postmoderne-Welle der achtziger und neunziger Jahre nun wahrlich nichts neues. Trondheim hätte diesen Comic einige Male kopieren sollen, um ihn unter seinen Kollegen zirkulieren zu lassen. Als einfacher Leser ist man am Ende nur noch genervt.