natürlich ist die handlung dieses films uns schon so oder ähnlich unzählige male untergekommen. kleingangster, femme fatale, paris bei tag und nacht, coole sprüche flotte autos... ein mann auf der flucht, und am ende liegt ein toter im rinnstein.
aber wie godard das erzählt und filmt ist doch das eigentlich grandiose an diesem ungewöhnlichen film. da kommuniziert belmondo mit dem zuschauer, da springt und flattert die kamera und verlässt plötzlich die protagonisten, schnittfehler werden eingebaut, die schnitte und blenden greifen den rhytmus des films auf und verändern ihn wieder, der film reflektiert seine technischen und erzählerischen möglichkeiten, die kamera scheint zu leben, und die personen brechen durch ihr unkonventionelles verhalten die klischees, in denen sie gefangen zu sein scheinen...
jean pierre melville referiert in einer scheinbar nicht in die handlung passenden nebenepisode über das wesen der kunst und des films! die popkultur der 60er lebt in diesem stets frischen film richtig auf, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.
alles in allem war godard seiner zeit weit voraus! wie der junge belmondo die mythen des kinos und seiner eigenen filmischen vorgänger (bogart, james cagney, gary cooper...) entzaubert und neu erfindet, undd abei immer wieder die film geschichte zitiert, das hat godard früh zu einem klassiker des modernen films gemacht.
und das ende ist doch immer wieder sehenswert, und wer glaubte, tarantino sei der erfinder des popkulturellen dialogs im film, wird hier staunen, was 1960 (!) für cooles und komisches zeug gelabert wurde.
"pierrot le fou", die spätere zusammenarbeit der beiden, geht noch ein stück weiter in ihrer selbstreflektion und im einbeziehen der medien... aber das ist eine andere story!