Aus der Amazon.de-Redaktion
Vermutlich der ewige zweite (oder dritte) Name nach Björk, wenn es um Popmusik aus der isländischen Hauptstadt Reykjavik geht, können Gus Gus dennoch auf eine zahlreiche Fangemeinde zählen, die ihnen schon seit den ersten Maxisingles vor dem Debütalbum
Polydistortion (1997) treu ist. Da kann man sich schon einmal eine dreijährige Abwesenheit vom Planeten Pop leisten, was eher dem Nachkommen einer Sorgfaltpflicht gleichkommt. Gus Gus sind Künstler, punktum; in der Kunst ist ihre Arbeit vertäut.
1995 ursprünglich als Filmprojekt gegründet, verwandelten sich die Schauspieler Daníel Áquúst, Hafdís Huld und Magnús Jónsson bald zu Musikern und Vokalisten, die in den gleichen Wassern fischten wie (um in der heimischen Dreimeilenzone zu bleiben) The Sugarcubes. Nachdem bald und je nach Bedarf auch Leute wie Programmierer Biggi Thórarinsson und DJ Herb Legowitz mit im Boot waren, wurde ordentlich Platz zum Tanzen gemacht.
Bekannt für ihre grandiosen, atmosphärisch und inhaltlich hoch intensiven, gelegentlich brisanten Live Shows, halten Gus Gus ihre Platten eher cool; ein Effekt, der auf Attention noch stärker zutrifft als auf ein anderes Gus-Gus-Oeuvre. Eine wenig aufregend beginnende Nummer wie "Dance You Down" mit blubberndem Sequencer und Wave-Disco-Rhythmik à la New Order und genau dreisilbigem Text (dem Songtitel nämlich) hinterlässt einen aber schließlich doch mit wippenden Füssen und nickendem Kopf. Was weder eine Ausnahme auf diesem Album ist noch ein Unterschied zu den Vorgängern. Die Isländer fertigen mit jeweils ganz wenigen und darüber hinaus ungeheuer simplen Mitteln Tracks an, die in sich so schlüssig sind, dass man schon zufällig über ihre Kargheit stolpern muss, um sie zu bemerken. Die Kunst der Beschränkung: im Falle Gus Gus ein nachgerade opulentes Erlebnis. --Rolf Jäger
Was für ein trauriger Einstieg. Die Beats hundertmal gehört, Sängerin Earth nölt, und als Höhepunkt kreischt eine verzerrte Gitarre ein schweißsprühendes Solo. Wie langweilig, was für ein Abstieg nach dem großartigen Gus-Gus-Debüt "This is normal". Der Track heißt nicht umsonst "Unnecessary". Doch schon mit "David" bastelt das isländische Trio an nordischem Pop abseits von Sigur-Rós-Innerlichkeiten. Hier geht es in Richtung House mit deutlich erkennbaren Songstrukturen, manchmal ein wenig arg eingängig, manchmal den billigen Tanzflächenerfolgen finnischer Herkunft verwandt. Gus Gus müssen sich strecken, wenn sie den Anspruch ihres Erstlings noch mal erreichen wollen. Das Album aber zeigt zumindest, dass die Anlagen weiterhin vorhanden sind. (fis)
Produktbeschreibungen
FUTURISTIC DANCE MUSIC Having languished in the art-rock arms of the 4ad label for a good deal of their lifetime, the newly-refreshed gus gus collective now call darren emerson's lauded underwater label their home. Now down to just four members (from a dozen) gus gus continue their crusade but with greater vigour as 'attention' slams down slab after slab of contorted electronica and witty retro synth-bound creativity