Amerika in den 70ern. Samuel Bicke (Sean Penn) ist desillusioniert. Obwohl er einen guten Job als Verkäufer von exklusiven Möbeln hat, der darüber hinaus noch Aufstiegschancen bietet und einen guten Boss mit sich bringt, ist ihm diese Art und Weise Geld zu verdienen zuwider, da er die Kunden ständig belügen und ihnen was vormachen muss, um sie zur Unterschrift eines Kaufvertrages zu bringen.
Hinzu kommt, dass er von seiner Frau (Naomi Watts) und seinen beiden Kindern getrennt lebt und dies nur sehr schwer ertragen kann.
Für seine miserable Lebenssituation macht Sam nicht nur das liebe Geld verantwortlich, das in seiner Situation durch Unehrlichkeit dem Kunden gegenüber verdient werden muss, sondern vor allem Präsident Richard Nixon, der seiner Meinung nach auf der Basis von verlogenen Wahlversprechungen (u.a. Beendigung des Vietnamkrieges) bereits seine zweite Amtsperiode bestreitet und das Volk ständig belügt.
Als Sam versucht einen eigenen Laden aufzumachen, um den Kunden ehrliche und faire Deals anzubieten, wird ihm eine Lizenz verwehrt. Seine penetrante Art, die getrennt lebende Ehefrau zu verfolgen führt ebenfalls zu einer Katastrophe: Sie reicht endgültig die Scheidung ein. Sam verliert seinen Job, zieht sich immer mehr zurück und entrückt Stück für Stück der Realität.
Enttäuscht und sich von seinen Mitmenschen unverstanden fühlend, manövriert sich Sam, nicht zuletzt durch seine eigene tunnelartige und unbelehrbare Denkweise, in eine Abwärtsspirale, an dessen Ende die Katastrophe steht. Als der Rauswurf aus der Wohnung droht und das Konto leer ist, fasst Sam den Entschluss ein Flugzeug zu kapern, um es in das Weisse Haus zu steuern.
"Attentat auf Richard Nixon" ist keine Allegorie auf den 11. September sondern die Geschichte eines "kleinen" amerikanischen Mannes, der sich von der Regierung betrogen und von der Gesellschaft allein gelassen fühlt. Der von Sean Penn dargestellte Samuel Bicke ist dabei sicherlich ein Extrem in der Hinsicht, dass er sich mit aller Konsequenz weigert, gewisse Spielregeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens anzuerkennen, Kompromisse einzugehen und sich nicht dazu durchringen kann, unter die kleinen Ungerechtigkeiten, die jedes Leben mit sich bringt, einen schnellen Schlussstrich zu ziehen, um voranschreiten zu können.
Sean Penn spielt seine Rolle beängstigend gut, ohne Übertreibung kann man sagen, dass er sie grandios ausfüllt. Dabei kann er sich aber nicht nur auf ebenso grossartig aufspielende Kollegen (Naomi Watts, Don Cheadle, Jack Thompson), sondern auch auf eine virtuose Inszenierung und Fotografie (Regisseur Niels Mueller und Kameramann Emmanuel Lubezki) verlassen.
Als Bonuspaket gibt es ein Making of, Audiokommentar vom Regisseur, geschnittene Szenen, Trailer und eine Bildgalerie.
Fazit: Eine beeindruckende und ergreifende Darstellung von Sean Penn, fabelhaft in Szene gesetzt von Regisseur Niels Mueller. Pro-Kino Fans sollten diesen Film nicht verpassen. Kaufempfehlung!