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Atlas der Vorgeschichte: Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt [Gebundene Ausgabe]

Siegmar von Schnurbein
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 49,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

26. Februar 2009
Über eine Million Jahre Menschheitsgeschichte in Europa veranschaulicht in einzigartigen Karten.

Wird oft zusammen gekauft

Atlas der Vorgeschichte: Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt + Ur- und Frühgeschichte: Quellen, Methoden, Ziele (Uni-Taschenbücher L)
Preis für beide: EUR 72,85

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Über den Autor

Siegmar von Schnurbein war lange Jahre Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt/M. Die Autoren, Thomas Terberger, Johannes Müller, Bernhard Hänsel, Susanne Sievers, Rosemarie Müller, Carola Metzner-Nebelsick, Archäologen und Vor- und Frühgeschichtler, zählen zu den kompetentesten Fachwissenschaftlern für die jeweilige Epoche.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiges Standardwerk 25. Oktober 2009
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Die Geschichtserzählung hatte immer einen kartographischen Hintergrund, und noch heute gehört neben die Quelle und den Befund die Karte, die den Raum des historischen Geschehens und Existierens markiert, die Geschichte gleichsam verortet. Deshalb gehört neben jedes Geschichtsbuch und Grabungsbericht auch der Atlas."
(Hans-Joachim Gehrke, Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts)

In den "klassischen" historischen Atlanten, wie Putzger, Band 1 der dtv-Atlas zur Weltgeschichte, Westermann usw. nimmt die Vorgeschichte nur einen äußerst kleinen Raum ein. Während darin Karten der späten Bronzezeit Ägyptens und des Nahen Ostens, sowie der nachfolgenden Eisenzeit in einem befriedigenden Maße vorhanden sind, werden Alt-, Jung- und Mittelsteinzeit und auch die frühe Bronzezeit Europas nur recht spärlich dargestellt.

Mit dem "Atlas der Vorgeschichte" ist seinem Herausgeber Siegmar von Schnurbein und dem Stuttgarter Konrad Theiss Verlag nun ein schon lange fälliger kartographischer "Rund-um-schlag" gelungen. Für einen Zeitraum von 1,3 Millionen Jahre wurde Material zusammengetragen, das von sechs international renovierte Professoren und Historikern koordiniert und schließlich in einzelnen Beiträgen veröffentlicht wurde. Gleichwohl sich der dargestellte Zeitraum bis zum Beginn unserer Zeitrechnung erstreckt, gibt es keine Landkarten auf denen territoriale Staatsgebilde, wie die großen Reiche der Antike abgebildet sind. Von den Wanderungen der Kimbern und Teutonen (Seite 178) und einer Karte der Ausbreitung des Römischen Reiches (S. 225) abgesehen, geben die Landkarten Europas vor allem Kulturräume und die Verbreitungsgebiete zivilisatorischer Errungenschaften (Keramik, Urnen, Grabbeigaben, Idole, Waffen, Schrift pp.) wieder. Zur Erstellung der einzelnen Karten wurden die neuesten Forschungsergebnisse ausgewertet.

Nach einer Einführung mit der Geschichte der prähistorischen Kartographie ist der Atlas in die vier Kapitel "Die Alt- und Jungsteinzeit" (1, 3 Millionen Jahre - 4000 v. Chr.), "Die Jungsteinzeit" (6500 - 2000 v. Chr.), "Die Bronzezeit" (2200 - 800 v. Chr.) und "Die Eisenzeit" (800 v. Chr. - Christi Geburt) gegliedert. Der informative Text und 120 anschauliche Karten werden durch 150 Fotos, Zeichnungen und Abbildungen zusätzlich visualisiert. Besonders interessant sind die farblich auf hellgrünem Untergrund abgesetzten Essays zu Themen, wie z. B. "Tellsiedlungen in Zentralbosnien", "Stonehenge", "Die Himmelscheibe von Nebra" etc. Am Ende des einzigartigen, 240seitigen Bandes (31,4 x 25,2 x 2,8 cm) gibt es ein Glossar, Ortsregister, Verzeichnis weiterführender Literatur, sowie einen Bildnachweis. Den Abschluss bilden drei besonders gut gelungene geographisch-synoptische "Chronologietabellen" für Neolithikum, Bronze- und Eisenzeit.

Der Atlas beleuchtet bisher in anderen Kartenwerken kaum oder überhaupt nicht beachtete Aspekte und Themen der Vorgeschichte. Eigens neu erstellte Karten und fundierte Texte geben Antworten auf viele Fragen zu unserer europäischen Vergangenheit. Der Leser erhält zudem Anregungen, was er sich bei Gelegenheit mal anschauen könnte.Als konkurrenzloses Standardnachschlagewerk und wertvoller Begleiter auf archäologisch-historischen Reisen ist der "Atlas der Vorgeschichte" mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine lange entbehrte Überblicksdarstellung 9. Februar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Band ist ein wertvoller Überblicksband, der ausreichende fachliche Tiefe und Detailkenntnisse präsentiert, ohne sich in diesen zu verlieren. Der sich also auf das Wesentliche konzentriert. Und der gerade deshalb den Leser an einer so besonders großen Fülle von Neuerkenntnissen der letzten Jahrzehnte teilhaben läßt.

Die Kapitel über die Bronze- und die Eisenzeit gewähren dem Laien auf jeder Seite Neuerkenntnisse, so daß er einige Zeit braucht, um sie alle nach und nach zu "verdauen" und in das bisherigen Weltbild einzuordnen. Die europäische Geschichte hat vor den Schriftkulturen eine gewaltige Vorlaufzeit, die den Hochkulturen an Euphrat und Tigris inzwischen auch vom Forschungsstand her in vielem gleichwertig gegenübersteht.

Daß etwa die Forschungen zur mitteleuropäischen Bronzezeit schon so weit sind wie sie Bernhard Hänsel in diesem Band darstellt, auch entlang eigener neuerer Forschungsergebnisse, wird viele Leser überraschen.

Ein vorbildliches populärwissenschaftliches Buch zur Archäologie, wie es derzeit nur wenige in Deutschland gibt.

Der interessierte Laie und der interdisziplinär forschende Wissenschaftler wird sich mit diesem Buch einen Überblick verschaffen können, wie er Jahrzehnte lang auf dem Büchermarkt nicht erhältlich war. Von diesem Band wird man angeregt, vielfältige einzelne Themen noch durch Speziallektüre zu vertiefen.

Deshalb verdiente sicherlich jedes Großkapitel dieses Bandes eine Erweiterung zu einem eigenen Buch ähnlicher Machart.

Der Band ist bestens geeignet und empfehlenswert als Geschenk für Jung und Alt. Er macht sich gut in Seniorenheimen ebenso wie in dem Bücherschrank eines interessierten Schülers. Wird er ein in Abständen aktualisiertes "Standardwerk" zur populärwissenschaftlichen Darstellung des Forschungsstandes in der Archäologie?
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unverzichtbar 2. Februar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Rezension
zu Siegmar von Schnurbein (Hg.): Atlas der Vorgeschichte: Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt. Mit Beiträgen von Bernhard Hänsel, Carola Metzner-Nebelsick, Rosemarie Müller, Johannes Müller, Thomas Terberger und Susanne Sievers. Stuttgart, Theiss 2009.
Von Hans J. Holm

Mit diesem eindrucksvollen Werk liegt nun ein aktueller deutscher Geschichtsatlas der Vorgeschichte vor, der endlich mit dem - durch die sich bereits über mehrere Jahrzehnte zäh hinziehenden Datierungsfortschritte bedingten ' bisherigen Datenwirrwar aufräumt.

Der "Atlas" ist in die üblichen Hauptabschnitte gegliedert, nämlich
- Alt- und Mittelsteinzeit (1,3 Mio. Jahre - 4000 v. Chr.)
- Jungsteinzeit (6000 - 2000 v. Chr.)
- Bronzezeit (2200 - 800 v. Chr.)
- Eisenzeit (800 v.Chr. - Christi Geburt).
Dabei behandelt er diese Zeitabschnitte weniger konsequent chronologisch, vielmehr beleuchtet er die unter den Bedingungen dieser Epochen herrschenden Lebensverhältnisse schlaglichtartig in vielen thematischen Einzelabschnitten.

Für den Anspruch, ein Standardwerk vorzulegen, das "sowohl interessierte Laien ansprechen soll und sich für den Schulunterricht eignen als auch in der universitären Ausbildung dienen" soll (S.8), müssen jedoch die leider noch zu vielen Fehler dieser ersten Auflage berichtigt werden. Aus über 20 Seiten Fehlerauflistung können hier nur beispielhaft einige wenige angeführt werden.

Sucht man z.B. an Hand des Inhaltsverzeichnisses ein interessierendes Unterkapitel und will es im Text aufschlagen, fühlt man sich nach kurzer Zeit an der Nase herumgeführt, denn man findet es entweder gar nicht oder auf anderen Seiten. Dafür gibt es im Text völlig andere Überschriften, die wiederum nicht im Inhaltsverzeichnis stehen. Das durfte nicht passieren!
Hinsichtlich der Schreibweisen v.a. fremdsprachlicher Kulturregionen haben sich die Lektorinnen in Vielem zu sehr auf die Sachkenntnis der Autoren verlassen. Solche Namen werden völlig uneinheitlich, allzu oft sogar falsch geschrieben. Als Mindeststandard für ein populärwissenschaftliches Buch ist die sogenannte "aussprachenahe Umschrift" des Dudens zu fordern, noch besser wäre - wegen seiner Eindeutigkeit - der höhere Standard einer wissenschaftlichen Transliteration nach ISO. In Klammern sollten dann in der Literatur häufig verwendete (oft englische) Umschriften dazugesetzt werden, was die Quellenrecherche oft erst möglich macht.
Die Forderung nach Konsequenz betrifft auch alle Fachtermini: Da bereits weitgehend so gehandhabt, sollten alle zunächst in Deutsch notiert werden, mit dem Fachausdruck in Klammern dahinter. Teilweise haben sich völlig untragbare Manuskriptabkürzungen wie ME für Mitteleuropa unkorrigiert erhalten.
Mit diesem Stichwort kommen wir zum beanspruchten Geltungsbereich des Buches, nämlich "Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt". "Europa" wird nun leider nur segmental erfasst, was weniger für den deutschen Leser, als für mögliche spätere Übersetzungen negativ ins Gewicht fällt. Dabei kommt vor allem Osteuropa zu kurz. Auch hinsichtlich der Zeitangaben wird der europäische Horizont oft aus den Augen verloren und Zeiten verallgemeinert, die sich gerade noch auf Süddeutschland beziehen, wie z.B. die Bronzezeit. Bei den Zeituntergliederungen hat man sich an den forschungsgeschichtlich gewachsenen uneinheitlichen Flickenteppich von Bezeichnungen gehalten: Alt, jung, früh, spät und neu gehen wild durcheinander, zum Beispiel im End-Paläolithikum oder Mesolithikum. Hier wäre einmal die Chance, ein sprachlich konsequentes Konzept zu etablieren.
Ein erheblicher Nachteil hat sich durch die Zeitnot ergeben, unter der sich anscheinend die Autoren gefühlt haben. Zu Vieles wirkt hastig und unkontrolliert formuliert. Ohne die Zeit zu nötigen Recherchen flüchten sich die Autoren allzu oft in schwammige, nichtssagende, uninformative Oberbegriffe, die an die bewährte Taktik vieler Meteorologen und Astrologen erinnern: Möglichst allgemein ausdrücken, dann bleibt man unangreifbar.
Vor allem muss eine saubere Trennung zwischen Information und der v.a. in den beiden ersten Kapiteln oft auswuchernden Interpretation gezogen werden, die dort leider hin und wieder die Grenze zur Esoterik überschreitet.
Diesem bedauerlichen Streben nach populistischen Klischees begegnen wir noch auf zwei weiteren Feldern: Erstens der Klimadebatte. Hier kann es der Autor nicht lassen, bar jeglicher Fachkompetenz eine einzelne Zeitschriftenveröffentlichung zu kolportieren, wonach schon unsere Vorfahren vor 7000 Jahren die sog. Klimakatastrophe heraufbeschworen hätten. Zweitens der ach so verkannte Neandertaler, der schon auf dem Deckblatt mit völlig falscher hoher Stirn und filmreif geschminkt sein Steinwerkzeug bearbeitet und im Text - wiederum bar jeglicher Sachkenntnis - zu unserem Vorfahren hochstilisiert wird. Derartig dümmliche Desinformationen sind in einem Buch dieses Anspruchs absolut nicht tolerierbar!
Wir können davon ausgehen, dass Verlag und Herausgeber die oben genannte Zielgruppe deutlich formuliert und vorgegeben hat, doch vermisst man v.a. im letzten Kapitel (Eisenzeit) die Fähigkeit oder den Willen, sich hierauf einzustellen. Hier schlägt oftmals völlig unangemessener Fachjargon durch, der einen großen Teil der Leser überfordert - Fachkompetenz kann sich auch anders beweisen.

Technisch ist der Band weitgehend ansprechend gelungen, soweit es die optische Gestaltung betrifft. Die Graphiken an sich sind sehr ordentlich, mit weitgehend adäquater Legende. Allerdings sind in den Karten generell die Doggerbank und Ankara falsch eingetragen. Ein durchgehender technischer Mangel ist der zu geringe Bundsteg bei doppelseitigen Graphiken, wodurch oft wesentliche Bildteile verloren gingen - schade.

So ist das Fazit: Im Hinblick auf die vorbildliche Darstellung auch funktionaler und chronologischer Zusammenhänge bleiben bestehende Werke, die wiederum entweder veraltetet sind oder andere Schwerpunkte setzen, unerreicht. Der "Atlas der Vorgeschichte" ist jedoch wegen der enthaltenen derzeit einzigartig aktuellen Datierungen für alle unverzichtbar, die in der Lage sind, die vielen Schreib- und Ausdrucksfehler "auszublenden". Ich habe mir den Atlas gekauft und - trotz allem - viel davon profitiert. Für Schüler und Anfangssemester ist er wegen dieser Fehler in der augenblicklichen Form nicht geeignet.
--Ende--
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