Die Schilderungen über Otto Kretschmer, sein tadelloses und vorbildliches Verhalten im Kampf, was zum einen das Bewahren eines kühlen Kopfes im Angesicht des Todes angeht, zum anderen Respekt gegenüber dem Feind, sind sehr beeindruckend. Auch die von Kretschmer praktizierten Angrifftaktiken, z.B. Hineinfahren in einen Konvoi, um diesen von innen heraus zu dezimieren, sowie die Geschehnisse in Gefangenschaft und vieles mehr lassen den Leser nur erstaunen. Der Mann hat einiges erlebt und das Buch gestattet, daran teilzuhaben. Auch viele technische Aspekte des U-Bootkrieges sowie kriegsentscheidende Ereignisse und Umstände sind beschrieben.
Für U-Boot-Besatzungen gab es meist nur ein gemeinsames Schicksal: alle überleben die Feindfahrt oder alle finden ihr nasses, stählernes Grab. Schilderungen einer U-Boot-Besatzung, welche überlebt hat, laufen Gefahr, über die ständige Präsenz des Todes hinwegzutäuschen - anders als bei Schilderungen des Landkampfes, in welchem es einerseits Tote gibt, andererseits welche, die überlebt haben und deren Tod schildern können. Aber dieses Buch berücksichtigt dies und führt dem Leser die Gegenwart des Todes auf See vor Augen. Es beschreibt dunkle Tage mit Verlusten kompletter Boote einerseits, teils höchst dramatisch, andererseits beleuchtet es die Schicksale der von Kretschmer und seinen Kameraden angegriffenen Schiffsbesatzungen.
Mir hat dieses Buch absolut gut gefallen!