..an jenem Juniabend 2010 zu Füßen der Akropolis, wo sich im Odeon des Herodes Atticus
Maria Farantouri und ihr alter Freund Charles Lloyd vor breitem Publikum zu kreativem
Stelldichein einfanden.
Begleitet von einer außerordentlich souverän-sensitiven "Mannschaft" - allen voran der
phänomenale Pianist Jason Moran - läuft die "Stimme Griechenlands" - eingebettet in Lloyd`s
kontemplativem, aber niemals belanglosem Spiel - zu Hochform auf.
Zehn Jahre Austausch, Annäherung, Suche nach Berührungspunkten, waren für die beiden vonnöten
um in diesem magisch-elegisch-spirituellen Meeting derart zu reüssieren.
"Sie ist eine Diva, mit Soul und Spirit wie ich es sonst kaum gehört habe!" sagt Lloyd über
Farantouri und er, der sich durch ihre Stimmlage an Lady Day - von der er sich als Kind in
Memphis, mittels eines unter seinem Kopfkissen platzierten Kofferradios, in den Schlaf singen
ließ - erinnert fühlt, weiß wovon er spricht!
Elementare Themen - Vertreibung, Exil, Liebessehnsucht, Suche nach verlorener Identität -
die Jazz & Blues zu Grunde liegen - spiegeln sich - so Farantouri - in der Griechischen Seele
wider. Die Lyra - bedient von Socratis Sinopoulos - fungiert als Bindeglied zwischen zwei
musikalischen Welten.
"Wo wäre der moderne Mensch heute ohne Sokrates, Plato, Aristoteles, Pythagoras and all these cats?"
steuert Lloyd dem aktuellen Griechen-Bashing gegen und Farantouri assoziiert er mit Alethea,
Athena, Aphrodite, Demeter, ja sogar mit "Mother of the Universe" - wer wollte da noch widersprechen!
Dank auch an Produzent Manfred Eicher, der diesen denkwürdigen Auftritt in gewohnt hoher
ECM-Qualität auf Tonträger gebannt hat!