In dem Sammelband „Atemzüge" sind Essays von Sigrid Damm veröffentlicht, die parallel zu ihren großen Werken, wie z. B. „Christiane und Goethe", entstanden sind. Die meisten der Texte sind Kurzbiographien von Personen, auf die sie während ihrer Recherchen zu ihren „großen" Biographien gestoßen ist.
Das Buch ist ideal, um einen ersten Einblick in das Werk der Autorin zu erhalten, um sich vertraut zu machen mit dem ihr ganz eigenen Schreibstil. Akribisch genau arbeitet sie bei ihren Recherchen, macht sich mit den Hintergründen vertraut und vermittelt ein genaues Bild der historischen Zusammenhänge, in denen die beschriebenen Personen, wie z.B. Christiane Goethe und Caroline Schlegel-Schelling, gelebt haben.
Ihr gelingt es dabei, nicht allein auf der Sachebene zu bleiben, ihr Schreibstil ist immer erzählend und das ermöglicht den Leserinnen und Lesern ein „Eintauchen" in die Zeit und Welt des und der Beschriebenen. Hier werden nicht trocken Daten aneinander gereiht, sondern mit einer bestimmten Intention erzählt, das macht die Bücher Sigrid Damms zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.
Besonders gut gefällt mir der Aufsatz „„Der Kopierstift hinter dem Ohr des Soldaten..."-Schriftsteller und Archiv", in dem Sigrid Damm den ihrer Ansicht nach unverzichtbaren Wert der archivarischen Arbeit beschreibt. Welche Anstrengungen nötig waren, um - gerade auch in den Zeiten der DDR - , an entsprechende Informationen zu kommen, wie wichtig es ihr ist, Briefe und andere Zeugnisse im Original zu lesen, um dann damit zu arbeiten und wie sie es geschafft hat, (fast) immer an ihr Ziel zu kommen, all das ist spannend zu lesen.