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Atemschaukel. Roman [Gebundene Ausgabe]

Herta Müller
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (111 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

17. August 2009
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Hinweise und Aktionen

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Atemschaukel. Roman + Herztier: Roman + Der Fuchs war damals schon der Jäger: Roman
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 28 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446233911
  • ISBN-13: 978-3446233911
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (111 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.341 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein überwältigender, ergreifender, demütig machender Roman, die vielleicht nachhaltigste Leseerfahrung dieses Herbstes." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.09

"Ein sprachliches Kunstwerk, wie es das in diesem Herbst kaum ein zweites Mal geben dürfte. Wer es schafft, Herta Müllers bestürzenden, bedrückenden und - wegen seiner sprachlichen Kraft - beglückenden Roman zu Ende zu lesen, wird dieses Buch nie wieder vergessen." Hajo Steinert, Focus, 10.08.09

"Dass eine so arme Geschichte, dass ein so armes Lebensstück mit so viel Schönheit erzählt wird, ohne jeden Schnörkel, ganz der Wahrhaftigkeit verpflichtet, das macht nicht zuletzt die Größe dieses Romans aus." Jochen Jung, Der Tagesspiegel, 19.08.09

"Ein kühnes Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht in der europäischen Literatur unserer Zeit." Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung, 20.08.09

"Ein atemberaubendes Meisterwerk." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Die Lager sind ja eine menschliche Grenzerfahrung, die wir in ihrer Andersartigkeit gern in einem Dachspeicher unseres kollektiven Gedächtnisses verstauben lassen. Müller holt sie aus dieser Verdrängung heraus, gliedert sie mit ihrer Sprachkunst in unsere Kultur ein und macht sie der Trauer zugänglich." Ruth Klüger, Die Welt, 15.08.09

"Das Unsägliche von alltäglicher Angst in diktatorischer Gesellschaft, von Arrest, Folter und Mord auf eigentümliche Weise buchstäblich zur Sprache zu bringen ist die Kunst dieser Autorin." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Mit seinem dichten Motivnetz schafft der Roman eine Intensität und Präsenz, die ihresgleichen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur nicht haben. Ein Manifest der Erinnerung und der Sprache, deren komplexes Verhältnis es auf ergreifende Weise bezeugt. Ein Meisterwerk." Michael Lentz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.09"Das macht 'Atemschaukel' so brillant: Müller verknappt die historischen Hintergründe zugunsten der Gedankengebilde. Ein relevanter und sprachlich furioser Roman." Nora Reinhardt, KulturSpiegel, 26.09.09

"Ein politischer Roman von bemerkenswerter psychologischer Subtilität, der den Nullpunkt der Existenz nachvollziehbar macht." Stefana Sabin, Neue Zürcher Zeitung, 27.09.09

"Ihr Werk, dessen Kraft sich aus dem Schrecken speist, ist zugleich reich an Schönheit und für den Leser ein großes Glück. So spricht Erinnerung, wenn sie lebendig ist. Es schnürt einem die Kehle zu und macht Luftsprünge aus Wörtern. Und es ist neben all dem Hunger, dem Elend, dem Sterben im Lager unglaublich viel vom Glück die Rede." Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.09

"Das eine Werk, das in dieser Saison alle anderen überragt; eine herzzerreißende, demütig und bescheiden machende Lektüre. Wer nicht immun ist gegen Wahrhaftigkeit und Poesie, dem schenkt dieses Buch das Erlebnis großer Literatur; das Zeugnis einer Menschlichkeit, die den Einzelnen transzendiert. Solch tiefe Wirkung lässt sich nicht beabsichtigen oder gar planen; sie ist die Essenz großer Kunst – und ihre Erkenntnis steht jedem zu Gebote. Der Eindruck, den 'Atemschaukel' hinterlässt, ist ein bleibender. Der Nobelpreis für Herta Müller hat das auf triumphale Weise nur bestätigt." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.09

Über den Autor

Herta Müller wurde 1953 in einem deutschsprachigen Dorf im Banat/Rumänien geboren. Nach einem Publikationsverbot und Repressionen durch den Geheimdienst Securitate konnte sie 1987 nach Berlin ausreisen, wo sie auch heute lebt. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die Romane ›Atemschaukel‹ und ›Der Fuchs war damals schon der Jäger‹, die Prosabände ›Niederungen‹ und ›Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt‹, der Essayband ›Der König verneigt sich und tötet‹. Für ihren Roman ›Herztier‹ wurde sie 1998 mit dem Impac Dublin Literary Award ausgezeichnet, dem weltweit höchstdotierten Literaturpreis für ein einzelnes Werk. Nach zahlreichen weiteren Ehrungen erhielt sie 2009 den Nobelpreis für Literatur. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
223 von 247 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine einzigartige Sprachmanifestation 24. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Herta Müllers Atemschaukel" ist ein beeindruckendes Buch. Die aus dem heute rumänischen Banat stammende Autorin schildert darin die Erlebnisse eines bei der Deportation 17-jährigen siebenbürgisch-sächsischen Jungen. Als Vorbild für die literarische Figur dürfte der ebenfalls aus Siebenbürgen stammende Oskar Pastior gestanden haben, mit dem zusammen Müller diesen Roman eigentlich schreiben wollte. Doch verstarb der als Sprachakrobat deutschlandweit sehr geschätzte Pastior 2006. Immerhin reisten beide vorher noch in die Ukraine und besuchten das Lager, in dem Pastior fünf Jahre zwischen 1946-51 verbrachte.

Ausgehend von den gemeinsamen Gesprächen, von ihren Notizen und wohl auch von einigen Aufzeichnungen Pastiors, verfasste Müller diesen Roman, der vor kurzem für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. In etwa 60 Kapiteln schildert Müller Erlebnisse, Ereignisse und Personen im und um das Lager. Aus der Erzählperspektive des jungen Leo Auberg werden der Hunger, die Kälte, die Arbeit, die Müdigkeit usw. sehr eindrücklich geschildert. Die Bedeutung einer Geste, einer Handlung wird im Miteinander der Insassen verdeutlicht. Im Vordergrund steht dabei nicht nur, was die Menschen einander absichtlich oder gerade durch Passivität antun, sondern auch, was die Verhältnisse, die Arbeitsbedingungen, die Erniedrigungen für eine Gewalt der einzelnen Person aufzwingen. Mutig ist dabei bereits der Einstieg in das Sujet. Müllers Protagonist scheint sich über die Deportation beinahe gefreut haben, denn er konnte so der bedrückenden Enge der sächsischen Diasporagemeinschaft entkommen, in der er seine Homosexualität verbergen musste.
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74 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich wollte ein Buch schreiben, und es so gut schreiben, wie ich kann. Ich wollte dem, was ich von Literatur erwarte, so gut es geht gerecht werden. Das ist Alles. Und für andere Dinge hat Literatur sich nicht zu rechtfertigen."

Herta Müller

Die mehrfach ausgezeichnete Herta Müller, hat einen Trauma-Roman verfasst, der zum deutschen Buchpreis 2009 nominiert wurde, und der sich auf Gespräche von ehemaligen Deportierten Deutschen in Rumänien abstützt sowie mit dem ursprünglich deportierten Schriftsteller Oskar Pastior, mit dem ursprünglich der Wunsch entstand, den Roman zusammen zu schreiben, Oskar Pastior verstirbt jedoch im Oktober 2006, sodass Herta Müller diese Nachkriegsgeschichte alleine fertigstellen musste.

Erzählt wird die Geschichte des jungen siebzehnjährigen rumänendeutschen Leo Auberg, (neben vielen Einzelschicksalen, die nicht selten mit dem Tod endeten) der endlich weg wollte, aus dieser Stadt, "in der alle Steine Augen hatten", dem die Deportation gerade recht kommt. ("Ich wollte weg aus der Familie und sei es ins Lager".) Wir erleben den Protagonisten während Fünf Jahren Arbeitslager in der Ukraine, wo in einem isolierten Klima, die demütigenden Arbeitsbedingungen, die psychischen Belastungen, die erniedrigenden Verhältnissse, die Hölle in einem sowjetischen Arbeitslager, das idiotische Antreten zum Appell, und dem unendlichen Ausmass des Hungerns, "alles was ich tat, hatte Hunger", "mein Hunger und ich", eine traumatische Erfahrung, die sich in die Seele einbrennt, vom "Hungerengel" begleitet wird, ("denn man war sich nicht sicher, ob es einen Hungerengel für uns alle gibt oder jeder seinen eigenen hat.) und ein Leben lang eine Bedeutung haben sollte.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ob das Heimweh eine Farbe hat" S172 10. Juli 2010
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Herta Müller ist es gelungen, mit diesem von Realitäten tönenden meisterlichen Roman, das Arbeitslager ins hier und jetzt, ins Wohnzimmer, in eine Welt des Übermaßes zu transferieren. In einer Nüchternheit, als Berichterstattung ohne persönliche Dialoge, ohne greifbare Protagonisten -

Abgesehen vom Hungerengel als ständigen Begleiter:
"Der immer neue Hunger, der unersättlich wächst und in den ewig alten, mühsam gezähmten Hunger hineinspringt." S24
"Der Hunger ist kein Bettgestell, sonst hätte er ein Maß." S91

Abgesehen von der Hautundknochenzeit:
"Von Wer bin ich kann nicht mehr die Rede sein, aber ich sage dir nicht, was ich bin. Was ich bin, betrügt deine Waage." S87

Abgesehen vom Lagerglück oder dem Eintropfenzuvielglück:
"Ich wusste zu gut, es gibt ein inneres Gesetz, wonach man mit dem Weinen nie anfangen darf, wenn man zu viele Gründe hat." S78

Abgesehen von der ersehnten Heimkehr, die Familien um ihre Trauer betrog; der Heimkehr, die sich zur Farce entwickelt und schier unmöglich wurde - wenn einer viel Glück hatte:
"Es wird ein Heimweg kommen, der Jahrzehnte dauert." S259

Ein Meisterwerk an poetisch, lyrischer Sprache, der in erlebtem Leid kaum zu ertragen ist; der mich Leser nach Ablenkung suchen lässt, um irgendwoher Kraft zu finden, dort fortzusetzen wo vielen keine Pause gewährt wurde.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Ein sprachliches und erzählerisches Kunstwerk
Das Buch ist die erwartet schwere Kost. Es lohnt sich aber, sich darauf einzulassen.

Die Geschichte des Protagonisten wird stets nur gestreift, die Autorin legt den... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von t2Bc veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Ich konnte mich damit nicht anfreunden ...
„Die literarische Aufarbeitung eines vergessenen Massenverbrechens“ – im Grunde kann ich der Aussage dieses Rezensenten nur zustimmen. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Lexi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lies dieses Buch !!!
Die Sprache (und insbesondere ihre Ausgestaltung in der Schrift) ist seit den epochalen Leistungen großer griechischer oder römischer, deutscher, österreichischer... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von whiteman veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sprache des Unaussprechbaren
Mit atemloser Ergriffenheit konnte ich das Werk nicht aus der Hand legen. Leo Aubergs Geschichte einer fünfjährigen Arbeitslagerhaft in der Ukraine hinterlässt tiefe... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von saibach veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Arbeitslager
Es ist ein beeindruckendes Buch über das Ende des Krieges und daraus abgeleiteten menschlichen Schiksale
Ein sehr zu empfehlendes Buch
Vor 6 Monaten von Peter Schauer veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein Gemälde
Vorab muss ich sagen, dass ich mir das Buch gekauft habe, weil ich so ziemlich alles lese, was ich im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg in die Finger bekomme. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Potarock veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch
Das Buch beschreibt sehr authentisch die Lage von Menschen in einer schwierigen Situation. Das Buch ist sehr anschaulich. Es gibt die Empfindungen der Autorin gut wieder.
Vor 6 Monaten von Form veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Atemlos gelesen
Neugierig darauf, einmal in ein höchst preisgekröntes Buch zu schnuppern, habe ich mir die Leseprobe geholt. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Babe veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Weil jeder nichts dafür konnte, konnte keiner was dafür
Was kann ein Leser heute dem Buch von Herta Müller über Oskar Pastiors Deportation als Zwangsarbeiter in die Ukraine von 1944-1949 abgewinnen? Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen ein sprachliches Kunstwerk
Ja, wie schon so oft erwähnt, ein sprachliches Kunstwerk, das einem beim lesen oft sprachlos und fassungslos macht und auf eine ganz eigene Weise die Gefühle beim lesen... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Fähnchen veröffentlicht
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