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Atemschaukel. Roman Gebundene Ausgabe – 17. August 2009


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 29 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446233911
  • ISBN-13: 978-3446233911
  • Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3 x 21 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (133 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 110.925 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Eine kleine, zarte Person stand im Oktober 2009 plötzlich - von heute auf morgen - im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit. Das Nobelkomitee hatte seine Entscheidung kundgetan: Herta Müller erhielt den Literaturnobelpreis. Bis zu dieser Auszeichnung war die 1953 in Nitzkydorf in Rumänien geborene Autorin einen weiten Weg gegangen. Nach ihrem Studium der Deutschen und Rumänischen Philologie in Temeswar verdiente sie ihren Lebensunterhalt zunächst als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Ihr erstes Buch wurde 1982 in zensierter Form veröffentlicht, die Originalfassung konnte nur im Ausland erscheinen. Fortan wurde Herta Müller zu Hause mit einem Publikationsverbot belegt und vom rumänischen Geheimdienst drangsaliert. 1987 siedelte sie nach Berlin über. Dort erreichte sie auch der Anruf aus Schweden.

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Kai Grehn macht das Unmögliche möglich. [...] Der Sog, der von den einfachen Sätzen ausgeht, zieht den Hörer in seinen Bann.", Die Literarische Welt, 24.07.2010

"Kai Grehn [...] gelingt es, Herta Müllers eindringlichen Text voller Achtsamkeit ins Hörspiel zu übersetzen.", Bayern 2, 04.09.2010

"Ein Hörspiel aus diesem Stoff ist ein riskantes Unterfangen, denn es macht das Grauen szenisch und konkret.", buchjournal, 24.08.2010

"Auf dem vorliegenden Hörbuch ist es ihm [Kai Grehn] - in aller Behutsamkeit und Stille - grandios gelungen, den Worten und Sätzen von Herta Müller Atem einzuhauchen.", MDR Figaro, 06.09.2010 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf in Rumänien geboren. Nach dem Studium der deutschen und rumänischen Philologie in Temeswar arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Nach dem Erscheinen ihres ersten Buches Niederungen konnte sie in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 siedelte sie nach Deutschland über. Für ihre Werke wurde sie mit zahlreichen deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.



Kai Grehn gründete nach seinem Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin das THEATER fleur du mal. Zu den Hörspielproduktionen, bei denen er Regie führte, zählen Die Geschichte vom Franz Biberkopf nach dem Roman Berlin – Alexanderplatz von Alfred Doblin und Fisch. Farce für den Film nach Ingmar Bergman. Für Die künstlichen Paradiese nach Charles Baudelaire wurde er 2012 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

228 von 255 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Turmspitze am 24. September 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Herta Müllers Atemschaukel" ist ein beeindruckendes Buch. Die aus dem heute rumänischen Banat stammende Autorin schildert darin die Erlebnisse eines bei der Deportation 17-jährigen siebenbürgisch-sächsischen Jungen. Als Vorbild für die literarische Figur dürfte der ebenfalls aus Siebenbürgen stammende Oskar Pastior gestanden haben, mit dem zusammen Müller diesen Roman eigentlich schreiben wollte. Doch verstarb der als Sprachakrobat deutschlandweit sehr geschätzte Pastior 2006. Immerhin reisten beide vorher noch in die Ukraine und besuchten das Lager, in dem Pastior fünf Jahre zwischen 1946-51 verbrachte.

Ausgehend von den gemeinsamen Gesprächen, von ihren Notizen und wohl auch von einigen Aufzeichnungen Pastiors, verfasste Müller diesen Roman, der vor kurzem für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. In etwa 60 Kapiteln schildert Müller Erlebnisse, Ereignisse und Personen im und um das Lager. Aus der Erzählperspektive des jungen Leo Auberg werden der Hunger, die Kälte, die Arbeit, die Müdigkeit usw. sehr eindrücklich geschildert. Die Bedeutung einer Geste, einer Handlung wird im Miteinander der Insassen verdeutlicht. Im Vordergrund steht dabei nicht nur, was die Menschen einander absichtlich oder gerade durch Passivität antun, sondern auch, was die Verhältnisse, die Arbeitsbedingungen, die Erniedrigungen für eine Gewalt der einzelnen Person aufzwingen. Mutig ist dabei bereits der Einstieg in das Sujet. Müllers Protagonist scheint sich über die Deportation beinahe gefreut haben, denn er konnte so der bedrückenden Enge der sächsischen Diasporagemeinschaft entkommen, in der er seine Homosexualität verbergen musste.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Eike Rüdebusch am 11. März 2011
Format: Audio CD
Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin 2009, hat mit Atemschaukel einen der am höchsten
gelobten Romane der vergangenen Jahre verfasst. Es geht darin um die Lebensgeschichte des
Literaten Oskar Pastior, im Text Leopold Auberg genannt, der nach dem Zweiten Weltkrieg fünf
Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager interniert war.

Der Regisseur Kai Grehn hat diesen Stoff zu einem Hörspiel verarbeitet. Grehn hat bereits Die
Geschichte des Franz Biberkopf nach dem Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin vertont
und war damit 2006 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Mit seiner Inszenierung von
Atemschaukel hat Grehn erneut eine Nominierung für den Deutschen Hörbuchpreis für sich
verbuchen können, diesmal in der Kategorie ,Beste Fiktion'.

Grehn erzählt die Geschichte von Leopold Auberg, der mit 17 Jahren aus Rumänien in ein
sowjetisches Arbeitslager in der Ukraine verschleppt wird, aus zwei Perspektiven: Aus der Sicht des
jungen Leopold, gesprochen von dem Schauspieler Alexander Fehling (bekannt aus Kinofilmen wie
Goethe! und Inglourious Basterds) sowie aus der Perspektive des alten Leopold, 60 Jahre nach der
Haft, gesprochen von Regisseur und Schauspieler Vadim Glowna (bekannt aus Filmen wie Vier
Minuten). Einerseits vermittelt diese Teilung einen beruhigenden Grundoptimismus angesichts der
Tatsache, dass Leopold das Lager überleben wird. Anderseits zeigt diese doppelte Sicht auf das
Lager wie erschütternd dieses Ereignis für das Leben Leopolds war und dass es ihn niemals wird
loslassen können.
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77 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT am 8. Oktober 2009
Format: Gebundene Ausgabe
"Ich wollte ein Buch schreiben, und es so gut schreiben, wie ich kann. Ich wollte dem, was ich von Literatur erwarte, so gut es geht gerecht werden. Das ist Alles. Und für andere Dinge hat Literatur sich nicht zu rechtfertigen."

Herta Müller

Die mehrfach ausgezeichnete Herta Müller, hat einen Trauma-Roman verfasst, der zum deutschen Buchpreis 2009 nominiert wurde, und der sich auf Gespräche von ehemaligen Deportierten Deutschen in Rumänien abstützt sowie mit dem ursprünglich deportierten Schriftsteller Oskar Pastior, mit dem ursprünglich der Wunsch entstand, den Roman zusammen zu schreiben, Oskar Pastior verstirbt jedoch im Oktober 2006, sodass Herta Müller diese Nachkriegsgeschichte alleine fertigstellen musste.

Erzählt wird die Geschichte des jungen siebzehnjährigen rumänendeutschen Leo Auberg, (neben vielen Einzelschicksalen, die nicht selten mit dem Tod endeten) der endlich weg wollte, aus dieser Stadt, "in der alle Steine Augen hatten", dem die Deportation gerade recht kommt. ("Ich wollte weg aus der Familie und sei es ins Lager".) Wir erleben den Protagonisten während Fünf Jahren Arbeitslager in der Ukraine, wo in einem isolierten Klima, die demütigenden Arbeitsbedingungen, die psychischen Belastungen, die erniedrigenden Verhältnissse, die Hölle in einem sowjetischen Arbeitslager, das idiotische Antreten zum Appell, und dem unendlichen Ausmass des Hungerns, "alles was ich tat, hatte Hunger", "mein Hunger und ich", eine traumatische Erfahrung, die sich in die Seele einbrennt, vom "Hungerengel" begleitet wird, ("denn man war sich nicht sicher, ob es einen Hungerengel für uns alle gibt oder jeder seinen eigenen hat.) und ein Leben lang eine Bedeutung haben sollte.
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