Atemschaukel: Roman und über 1,5 Millionen weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle. Erfahren Sie mehr

Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Wie neu Informationen anzeigen
Preis: EUR 5,37

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Jetzt eintauschen
und EUR 0,25 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Atemschaukel: Roman auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Atemschaukel. Roman [Gebundene Ausgabe]

Herta Müller
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (111 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 6 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Mittwoch, 22. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition EUR 9,99  
Gebundene Ausgabe EUR 19,90  
Taschenbuch EUR 9,99  
Audio CD, Audiobook EUR 24,95  

Kurzbeschreibung

17. August 2009
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Wird oft zusammen gekauft

Atemschaukel. Roman + Herztier: Roman + Der Fuchs war damals schon der Jäger: Roman
Preis für alle drei: EUR 39,80

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 28 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446233911
  • ISBN-13: 978-3446233911
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (111 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 66.994 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein überwältigender, ergreifender, demütig machender Roman, die vielleicht nachhaltigste Leseerfahrung dieses Herbstes." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.09

"Ein sprachliches Kunstwerk, wie es das in diesem Herbst kaum ein zweites Mal geben dürfte. Wer es schafft, Herta Müllers bestürzenden, bedrückenden und - wegen seiner sprachlichen Kraft - beglückenden Roman zu Ende zu lesen, wird dieses Buch nie wieder vergessen." Hajo Steinert, Focus, 10.08.09

"Dass eine so arme Geschichte, dass ein so armes Lebensstück mit so viel Schönheit erzählt wird, ohne jeden Schnörkel, ganz der Wahrhaftigkeit verpflichtet, das macht nicht zuletzt die Größe dieses Romans aus." Jochen Jung, Der Tagesspiegel, 19.08.09

"Ein kühnes Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht in der europäischen Literatur unserer Zeit." Karl-Markus Gauß, Süddeutsche Zeitung, 20.08.09

"Ein atemberaubendes Meisterwerk." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Die Lager sind ja eine menschliche Grenzerfahrung, die wir in ihrer Andersartigkeit gern in einem Dachspeicher unseres kollektiven Gedächtnisses verstauben lassen. Müller holt sie aus dieser Verdrängung heraus, gliedert sie mit ihrer Sprachkunst in unsere Kultur ein und macht sie der Trauer zugänglich." Ruth Klüger, Die Welt, 15.08.09

"Das Unsägliche von alltäglicher Angst in diktatorischer Gesellschaft, von Arrest, Folter und Mord auf eigentümliche Weise buchstäblich zur Sprache zu bringen ist die Kunst dieser Autorin." Michael Naumann, Die Zeit, 20.08.09

"Mit seinem dichten Motivnetz schafft der Roman eine Intensität und Präsenz, die ihresgleichen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur nicht haben. Ein Manifest der Erinnerung und der Sprache, deren komplexes Verhältnis es auf ergreifende Weise bezeugt. Ein Meisterwerk." Michael Lentz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.09"Das macht 'Atemschaukel' so brillant: Müller verknappt die historischen Hintergründe zugunsten der Gedankengebilde. Ein relevanter und sprachlich furioser Roman." Nora Reinhardt, KulturSpiegel, 26.09.09

"Ein politischer Roman von bemerkenswerter psychologischer Subtilität, der den Nullpunkt der Existenz nachvollziehbar macht." Stefana Sabin, Neue Zürcher Zeitung, 27.09.09

"Ihr Werk, dessen Kraft sich aus dem Schrecken speist, ist zugleich reich an Schönheit und für den Leser ein großes Glück. So spricht Erinnerung, wenn sie lebendig ist. Es schnürt einem die Kehle zu und macht Luftsprünge aus Wörtern. Und es ist neben all dem Hunger, dem Elend, dem Sterben im Lager unglaublich viel vom Glück die Rede." Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.09

"Das eine Werk, das in dieser Saison alle anderen überragt; eine herzzerreißende, demütig und bescheiden machende Lektüre. Wer nicht immun ist gegen Wahrhaftigkeit und Poesie, dem schenkt dieses Buch das Erlebnis großer Literatur; das Zeugnis einer Menschlichkeit, die den Einzelnen transzendiert. Solch tiefe Wirkung lässt sich nicht beabsichtigen oder gar planen; sie ist die Essenz großer Kunst – und ihre Erkenntnis steht jedem zu Gebote. Der Eindruck, den 'Atemschaukel' hinterlässt, ist ein bleibender. Der Nobelpreis für Herta Müller hat das auf triumphale Weise nur bestätigt." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.09

Über den Autor

Herta Müller, geboren 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973 - 76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst "Securitate" zu arbeiten. Ihr erstes Buch "Niederungen" lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989 - 2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den Walther-Hasenclever-Werkpreis sowie die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft. 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur und den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. 2010 wurde ihr der Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur verliehen und 2012 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Paderborn. Die Autorin lebt in Berlin.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
222 von 246 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine einzigartige Sprachmanifestation 24. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Herta Müllers Atemschaukel" ist ein beeindruckendes Buch. Die aus dem heute rumänischen Banat stammende Autorin schildert darin die Erlebnisse eines bei der Deportation 17-jährigen siebenbürgisch-sächsischen Jungen. Als Vorbild für die literarische Figur dürfte der ebenfalls aus Siebenbürgen stammende Oskar Pastior gestanden haben, mit dem zusammen Müller diesen Roman eigentlich schreiben wollte. Doch verstarb der als Sprachakrobat deutschlandweit sehr geschätzte Pastior 2006. Immerhin reisten beide vorher noch in die Ukraine und besuchten das Lager, in dem Pastior fünf Jahre zwischen 1946-51 verbrachte.

Ausgehend von den gemeinsamen Gesprächen, von ihren Notizen und wohl auch von einigen Aufzeichnungen Pastiors, verfasste Müller diesen Roman, der vor kurzem für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. In etwa 60 Kapiteln schildert Müller Erlebnisse, Ereignisse und Personen im und um das Lager. Aus der Erzählperspektive des jungen Leo Auberg werden der Hunger, die Kälte, die Arbeit, die Müdigkeit usw. sehr eindrücklich geschildert. Die Bedeutung einer Geste, einer Handlung wird im Miteinander der Insassen verdeutlicht. Im Vordergrund steht dabei nicht nur, was die Menschen einander absichtlich oder gerade durch Passivität antun, sondern auch, was die Verhältnisse, die Arbeitsbedingungen, die Erniedrigungen für eine Gewalt der einzelnen Person aufzwingen. Mutig ist dabei bereits der Einstieg in das Sujet. Müllers Protagonist scheint sich über die Deportation beinahe gefreut haben, denn er konnte so der bedrückenden Enge der sächsischen Diasporagemeinschaft entkommen, in der er seine Homosexualität verbergen musste.

Der Roman ist letztlich eine einzigartige Sprachmanifestation in dem Herta Müller eigenen Stil. Die außerordentlichen Erlebnisse des zähen, langen, monotonen, pausenlosen Hungers, des Egoismus, der Niedertracht und der Einsamkeit verlangten nach einer einzigartigen Sprache, die das Besondere der Situation adäquat beschreiben kann. Herta Müller gelingt es, meiner Meinung nach, diese Sprache zu entwickeln und in einem unverwechselbaren, von Bildern, Metaphern, Anspielungen und Allegorien gesättigten (fast übersättigten) Stil und Sprache die inhumane und trostlose Lage der Insassen wiederzugeben (Hungerengel", Atemschaukel" usw.). Die Erlebnisse im Lager sind keine vorübergehenden Events", sondern das gesamte restliche Leben kennzeichnende tiefgehende Erfahrungen. Es gibt im Leben keinen Ausweg, keine Fluchtmöglichkeit vor ihnen, so das Fazit des Romans. So wie es unmöglich war, dem Lager lebendig vorzeitig zu entkommen (die Entflohenen sind gefasst worden oder umgekommen, der Himmel (die Transzendenz) bot auch keine Lösung und keinen Trost), genauso quälten die Erinnerungen die Lagerinsassen jahrzehntelang. Diese primären und sekundären Qualen in einer meisterhaften Sprache von großer Eindringlichkeit und Kraft eingefangen zu haben, ist das große Verdienst von Herta Müller. Sie soll für den Nobelpreis vorgeschlagen worden sein. Dieser Roman beweist, dass sie des Preises würdig ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
74 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Ich wollte ein Buch schreiben, und es so gut schreiben, wie ich kann. Ich wollte dem, was ich von Literatur erwarte, so gut es geht gerecht werden. Das ist Alles. Und für andere Dinge hat Literatur sich nicht zu rechtfertigen."

Herta Müller

Die mehrfach ausgezeichnete Herta Müller, hat einen Trauma-Roman verfasst, der zum deutschen Buchpreis 2009 nominiert wurde, und der sich auf Gespräche von ehemaligen Deportierten Deutschen in Rumänien abstützt sowie mit dem ursprünglich deportierten Schriftsteller Oskar Pastior, mit dem ursprünglich der Wunsch entstand, den Roman zusammen zu schreiben, Oskar Pastior verstirbt jedoch im Oktober 2006, sodass Herta Müller diese Nachkriegsgeschichte alleine fertigstellen musste.

Erzählt wird die Geschichte des jungen siebzehnjährigen rumänendeutschen Leo Auberg, (neben vielen Einzelschicksalen, die nicht selten mit dem Tod endeten) der endlich weg wollte, aus dieser Stadt, "in der alle Steine Augen hatten", dem die Deportation gerade recht kommt. ("Ich wollte weg aus der Familie und sei es ins Lager".) Wir erleben den Protagonisten während Fünf Jahren Arbeitslager in der Ukraine, wo in einem isolierten Klima, die demütigenden Arbeitsbedingungen, die psychischen Belastungen, die erniedrigenden Verhältnissse, die Hölle in einem sowjetischen Arbeitslager, das idiotische Antreten zum Appell, und dem unendlichen Ausmass des Hungerns, "alles was ich tat, hatte Hunger", "mein Hunger und ich", eine traumatische Erfahrung, die sich in die Seele einbrennt, vom "Hungerengel" begleitet wird, ("denn man war sich nicht sicher, ob es einen Hungerengel für uns alle gibt oder jeder seinen eigenen hat.) und ein Leben lang eine Bedeutung haben sollte. "Ich esse seit meiner Heimkehr aus dem Lager, seit sechzig Jahren, gegen das Verhungern."

Mit unglaublicher Sprachvirtuosität und konzentrierter Sprachgewalt, wo der Bogen vom traumatischen, zum Verspielten, bis hin zum Surrealen und Unverständlichen gehen kann, spüren wir etwas vom Potential und der Kraft und Ausdrucksmöglichkeit, dieser Autorin, die mit einer metapherartigen Sprache etwas zum Ausdruck bringt, das ich unglaublich und aussergewöhnlich halte. Sie erfindet Wörter und Satzstellungen, die wir noch nie gehört haben..."in der Früh nach dem Waschen löste sich ein Tropfen aus meinen Haaren und lief mir wie ein Tropfen Zeit in die Nase entlang in den Mund..", die Autorin schreibt selbst an einer Stelle: "Es gibt Wörter, die machen mit mir was sie wollen. Sie sind ganz anders als ich und denken anders, als sie sind. Sie fallen mir ein, damit ich denke, es gibt erst Dinge, die das zweite schon wollen, auch wenn ich das gar nicht will."

Man kann sich darüber streiten, inwiefern eine Nachkriegsverarbeitung, dessen Hintergrund, nämlich der Einmarsch der Russen in Rumänien, (Fünf Monate bevor der der Krieg beendet war) um Deutsche, die in Rumänien lebten, für den Wiederaufbau zu zwingen totgeschwiegen wurde, mit der unglaublichen Sprachvirtuosität und kunstvollen Verarbeitung dieser begabten Schriftstellerin, die übrigens in Rumänien geboren wurde, deren Mutter ,die selbst im Lager war, ihr die "Spuren des Krieges" vermacht hat, zusammenpasst oder eben nicht.

Für mich persönlich ist Herta Müller eine ausgezeichnete Schriftstellerin, die sich traut und etwas wagt, etwas riskiert. Auch wenn ihre Schrift Anstoss geben könnte, wo sich zwei Lager auftun könnten, nämlich der Literaten die die Kunst ihrer besonderen Sprachausdrucks darin sehen oder das Lager der politischen Seite, wo ein Stück deutsch-rumänische Nachkriegsgeschichte, und damit ein Stück Nachkriegsverarbeitung des zweiten Weltkriegs aufgezeigt wird.

Wer so wie ich, an der Schreibweise, der Art der Komposition und wiederholenden Schreibrhythmen, und Lust auf das literarische Neuland einer Herta Müller bekommt, wird sich nach Ihren anderen Werken umsehen, um sich von der Schreibkraft dieser für mich so aussergewöhnlichen Schriftstellerin inspirieren zu lassen, kann sich auf etwas freuen...

Für mich ist Herta Müller's Roman ein Stück Vergangenheitsbearbeitung, wo wir uns in einen Menschen hineinversetzen können, der die Brandmarkung eines Lageralltags erlebt hat, die "inneren Beschädigungen" nicht verhindern konnte, und deren Auswirkung auch viele Jahre danach nicht auszulöschen ist. Ein biographische Aufarbeitung, hinter der eine melancholische Trauer glüht, wo das Schreiben ein Schreibenmüssen, aus einer fundamentalen Ausweglosigkeit wird, wo das Sprachgenie Herta Müller genauso zu Wort kommt, wie eine gebranntmarkte Seele, die bis ins Alter an so einem Trauma leiden kann. Ein Werk das von grosser Subtilität, psychologischem Feingespür und einer Note von surrealem Anmut verfasst wurde, hinter dessen Stimme Oskar Pastior's hindurchzuschimmern scheint und massgeblich am Erfolg des neuen Buches von Herta Müller beteiligt ist...

Nachtrag:

Heute Nachmittag erfahre ich , dass Herta Müller den Literaturnobelpreis erhalten hat, heute Nacht erst, hatte ich meine Leseerfahrung verfasst, und stehe noch ganz beeindruckt vor diesem starken Buch, ich kann dieser unglaublichen Schriftstellerin zu ihrem Erfolg nur ausdrücklich mein grösstes Kompliment ausdrücken, deren Werk mich beim Lesen nachhaltig betroffen gemacht hat.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ob das Heimweh eine Farbe hat" S172 10. Juli 2010
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Herta Müller ist es gelungen, mit diesem von Realitäten tönenden meisterlichen Roman, das Arbeitslager ins hier und jetzt, ins Wohnzimmer, in eine Welt des Übermaßes zu transferieren. In einer Nüchternheit, als Berichterstattung ohne persönliche Dialoge, ohne greifbare Protagonisten -

Abgesehen vom Hungerengel als ständigen Begleiter:
"Der immer neue Hunger, der unersättlich wächst und in den ewig alten, mühsam gezähmten Hunger hineinspringt." S24
"Der Hunger ist kein Bettgestell, sonst hätte er ein Maß." S91

Abgesehen von der Hautundknochenzeit:
"Von Wer bin ich kann nicht mehr die Rede sein, aber ich sage dir nicht, was ich bin. Was ich bin, betrügt deine Waage." S87

Abgesehen vom Lagerglück oder dem Eintropfenzuvielglück:
"Ich wusste zu gut, es gibt ein inneres Gesetz, wonach man mit dem Weinen nie anfangen darf, wenn man zu viele Gründe hat." S78

Abgesehen von der ersehnten Heimkehr, die Familien um ihre Trauer betrog; der Heimkehr, die sich zur Farce entwickelt und schier unmöglich wurde - wenn einer viel Glück hatte:
"Es wird ein Heimweg kommen, der Jahrzehnte dauert." S259

Ein Meisterwerk an poetisch, lyrischer Sprache, der in erlebtem Leid kaum zu ertragen ist; der mich Leser nach Ablenkung suchen lässt, um irgendwoher Kraft zu finden, dort fortzusetzen wo vielen keine Pause gewährt wurde.
Besonders schmerzhaft sind humorige Situationen, mit welchen sich die Inhaftierten ein Dasein lebbar gestalteten, Situationen in welchen versucht wurde, ein Zuhause im Lager zu schaffen und in welchen die Überlebenden später in der Straße aneinander vorübergehen, ohne ein Wort des Gruß - so war das einfacher zu ertragen.

Unvergleichbare Sprachgewalt, sehr nahe gehend, tiefgründig und besonders schmerzvoll!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Ein sprachliches und erzählerisches Kunstwerk
Das Buch ist die erwartet schwere Kost. Es lohnt sich aber, sich darauf einzulassen.

Die Geschichte des Protagonisten wird stets nur gestreift, die Autorin legt den... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von t2Bc veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Ich konnte mich damit nicht anfreunden ...
„Die literarische Aufarbeitung eines vergessenen Massenverbrechens“ – im Grunde kann ich der Aussage dieses Rezensenten nur zustimmen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Lexi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lies dieses Buch !!!
Die Sprache (und insbesondere ihre Ausgestaltung in der Schrift) ist seit den epochalen Leistungen großer griechischer oder römischer, deutscher, österreichischer... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von whiteman veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sprache des Unaussprechbaren
Mit atemloser Ergriffenheit konnte ich das Werk nicht aus der Hand legen. Leo Aubergs Geschichte einer fünfjährigen Arbeitslagerhaft in der Ukraine hinterlässt tiefe... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von saibach veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Arbeitslager
Es ist ein beeindruckendes Buch über das Ende des Krieges und daraus abgeleiteten menschlichen Schiksale
Ein sehr zu empfehlendes Buch
Vor 5 Monaten von Peter Schauer veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein Gemälde
Vorab muss ich sagen, dass ich mir das Buch gekauft habe, weil ich so ziemlich alles lese, was ich im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg in die Finger bekomme. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Potarock veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch
Das Buch beschreibt sehr authentisch die Lage von Menschen in einer schwierigen Situation. Das Buch ist sehr anschaulich. Es gibt die Empfindungen der Autorin gut wieder.
Vor 5 Monaten von Form veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Atemlos gelesen
Neugierig darauf, einmal in ein höchst preisgekröntes Buch zu schnuppern, habe ich mir die Leseprobe geholt. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Babe veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Weil jeder nichts dafür konnte, konnte keiner was dafür
Was kann ein Leser heute dem Buch von Herta Müller über Oskar Pastiors Deportation als Zwangsarbeiter in die Ukraine von 1944-1949 abgewinnen? Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen ein sprachliches Kunstwerk
Ja, wie schon so oft erwähnt, ein sprachliches Kunstwerk, das einem beim lesen oft sprachlos und fassungslos macht und auf eine ganz eigene Weise die Gefühle beim lesen... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Fähnchen veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Ethisch bedenklich? 1 26.01.2010
Herta Müller- Welches Buch als Einstieg lesen? 2 19.11.2009
Alle 2 Diskussionen ansehen...  
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de