Mit großer Spannung hatte ich das Buch erwartet und wurde nicht enttäuscht. Ich kannte von der Autorin bislang nur die Geschichte von der Schönen und dem Ungeheuer, die ich als Kind gelesen hatte und einfach klasse fand. In Atem der Nacht geht es um Vampire und eine drohende Gefahr für die Zukunft der Menschheit. Das ist zunächst mal nichts Neues. Auch eine Beziehung zwischen Vampir und Mensch ist alles andere als neu. Trotzdem hat mir die Geschichte um Sunshine und Constantine gut gefallen. Die Autorin lässt die Heldin gemächlich erzählen, so, als ob diese sich rückblickend erinnert, wenn die Erlebnisse schon eine Weile zurückliegen. Und wie es bei einer Erzählung so ist, geht es an manchen Stellen weniger rasant zu, als man es vielleicht von anderen Geschichten her gewohnt ist. Aber die Zimtschnecken-Exkursionen haben mich nicht gelangweilt, da sie mir symbolisch dafür standen, dass die Heldin als Kontrast zu den aufwühlenden, lebensbedrohlichen Erfahrungen eben ein gutes Stück Normalität braucht, um nicht auseinanderzufallen. Und das bedeutet bei Sunshine eben die Arbeit in der Backstube. Die Figur von Constantine war ebenfalls etwas ungewohnt. Er kommt nicht als strahlender, unwiderstehlicher, dunkler Vampir daher, dem Frau sofort an die Wäsche will. Er ist im Gegenteil zunächst nicht sonderlich attraktiv, sogar körperlich abstoßend. Diese Idee fand ich gut. Wer natürlich den dunklen Sexgott will, ist zwangsläufig enttäuscht, weil die Geschichte einfach nicht so gestrickt ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Handlung in einem zweiten Band fortgesetzt wird. Es werden einige interessante Figuren und Handlungsstränge eingeführt, die sicherlich noch nicht zu Ende erzählt sind. Toll fand ich außerdem die vielen liebevollen Details wie die Schutzamulette, die ein Eigenleben entwickeln und ständig versuchen, aus dem Handschuhfach auszubrechen, um "ihren" Menschen zu schützen. Sehr nett, muss ich sagen. Deshalb gebe ich auf jeden Fall fünf Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung