Ja aufgrund der vielen guten Stimmen zu dem Spiel habe ich es mir das auch zugelegt.
Zuerst das Positive: Die Stimmung in diesem Spiel ist echt gut, die Atmosphäre wird gut 'rübergebracht.
Auch ist die Graphik ist gut (v.a. wenn man berücksichtig von wan das Spiel ist). Der Splitscreen ist auch gut eingesetzt und intensiviert die Stimmung noch. Dafür 2 Punkte.
Aber nun zu den großen Minuspunkten. Die Steuerung ist unterirdisch. Wenn man ein Spiel nur für die Benutzung mit einem Gamepad auslegt, wäre es vielleicht gut, wenn man einen potentiellen Käufer darauf hinweist. Und das eine Steuerung per Tastatur nur das rechte Viertel der Tastatur benutzt (rechte Shift-Taste, Cursortasten und die Richtungstasten des Nummernblocks) und zusätzlich nicht konfigurierbar ist, ist ernsthaft schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts besser gemacht worden. Für Notebookgamer (ohne Nummernblock) ist das Spiel also gar nicht spielbar... Türen und ähnliches öffnet man mit Mausbewegungen. Das ist auch ganz nett umgesetzt (also z.B. vor einem Schrank stehen öffnet man die rechte Schranktür mit einem Mauszug nach rechts und die linke Schranktür entsprechend)
Die Handlung tut so als würde man etwas verändern können, das ist aber meist nicht so. Ja, einige Sequenzen können auftauchen oder nicht, aber auf den Fortgang des Spiels hat es keine Auswirkungen (Leiche verstecken in Kapitel 1, Sex in Kapitel 9 oder Blutflecken verdecken (vorgesehen ist, daß man es macht, macht man es nicht, hat man eine alternative Ablenkmöglichkeit, schaft man das auch nicht: Ende und das ganze nochmal bis man es schafft)) Sieht nach Freiheit aus, ist aber streng linear. Ebenso kann man das erste Kapitel nicht nur mit der U-Bahn beenden, sondern auch mit dem Taxi. An der Stelle dachte ich dann, daß das etwas ändern könnte (schließlich kann man das als Polizistin auch bemerken), tut es aber nicht...
Die Dialoge sind stellenweise "zu dick aufgetragen", wie es schon ein anderer Rezensent sagte. Das ist aber oft bei Spielen mit intensiven Geschichten so. Das würde ich nicht zu sehr als Minuspunkt sehen, aber etwas gestört hat es mich auch. (v.a. z.B. bei den Dialogen mit der Ex-Freundin)
Aber das was das Spiel für mich nicht über zwei Punkte hinauskommen lässt ist: Es ist ein reines Actionspiel. Man schaut nicht nach Hinweisen und wertet sie aus und such nach Lösungen. Nein, man muß alle Nase lang bunte Sequenten mit Tasten nachklicken. Manchmal darf man auch Verrenkungen mit der Maus machen (z.B. das Klettern über einen Zaun als Kind). Das macht auf Dauer echt keinen Spaß. Wenn ich ein Spiel haben möchte bei dem ich schnelle Farbsequenzen nachdrücken möchte, dann kaufe ich mir ein "Senso".
Dann kann man noch das Motivationsbarometer der Protagonisten ansprechen. An sich ist auch das eine gute Idee. Leider führt es in den ersten Kapiteln dazu, daß man(n) die Protagonisten bei jeder Gelegenheit Pinkeln und Musik anmachen läßt, da man dafür Bonuspunkte bekommt (ebenso wie für essen/trinken).
Fazit:
Story 4,5 von 5
Stimmung/Atmosphäre 5 von 5
Grafik 4 von 5
Sound 3,5 von 5
Steuerung 0 von 5
Abwechlung 1 von 5
Schade, mit einer anderen Steuerung und weniger Actionsequenzen hätte das Spiel ein richtiger Knaller sein können. (Also die PS2 Version ist dementsprechend wahrscheinlich besser)
Wenn einen das nicht stört, dann bekommt man eine gute Geschichte, die stimmungsvoll erzählt ist.
NACHTRAG:
Was eigendlich noch eine weitere Abwertung nach sich ziehen müßte ist das Fehlen jeglicher Deinstalationsroutinen.