Vorweg sei erwähnt, dass ich schon einige MMORPGs gespielt und somit einige Erfahrung beim Aufbau und der Betreuung solcher Spiele sammeln durfte.
Eve Online hebt sich durch die Ansiedelung im Sci-Fi schonmal von den meisten der bekannten MMORPGs ab. Aber beginnen wir mal ganz von vorn.
Die Registrierung über die Seite von Eve geht schnell und ohne Komplikationen. Wer die DVD Version nicht hat, muss anschließend das Spiel herunterladen. Gleich beim Download hat sich die Geschwindigkeit sehr positiv hervorgehoben. Der Download hat durchgehend die vorhandene Bandbreite von 16.000er DSL ausgenutzt. Das Spiel war somit in kurzer Zeit geladen und Installiert.
Nach dem ersten Einloggen, erstellt man MMO gewohnt seinen ersten Charakter. Was hier sehr positiv daher kommt, ist die Möglichkeit sein Gesicht mit mehreren Einstellmöglichkeiten auch mit den Proportionen zu ändern. Breites oder schmales Kinn? Rundes oder eher längliches Gesicht, oder lieber durchschnitt? Die Anpassung von Haar- und Augenfarbe, sowie einigen anderen Merkmalen, lässt also wenig Möglichkeiten dem gleichen Gesicht im Spiel nochmals zu begegnen.
Einziges Manko: Wer keine Anleitung hat/will, der sollte sich schonmal vorab informieren, da bei Charaktereinstellung die Werte und Startskills nicht direkt eingestellt werden, sondern mit Angaben zu Rasse, geplanter Beruf (Söldner, Händler, usw.). Hat Vor- und Nachteile, sollte darum erwähnt werden. Auc h zu erwähnen ist, dass man im späteren Spielverlauf bisher nur mit dem Raumschiff unterwegs ist.
Einmal im Spiel angekommen, wird man durch ein Tutorial in die zu Anfang wichtigsten Dinge eingeführt. Alles in allem reicht das für die ersten Schritte, wer aber alles schon am Anfang zugängliche verstehen will, sollte sich auf diversen Internetseiten oder Foren erkundigen und einlesen. Es braucht viel Geduld alles kennenzulernen, verstärkt bei mir aber nur den Eindruck eines umfangreichen und durchdachten Spielsystems.
Ebenfalls gibt es einen Hilfe-Channel. Auch wenn die Software auf Deutsch eingestellt ist, sind leider nicht alle Texte übersetzt, ebenso ist nur der englische Hilfe-Channel aktiviert. Über F12 lässt sich aber ganz schnell auch der deutsche zuschalten, welcher dann bei jedem Neustart automatisch geöffnet wird. Die erwähnten Übersetzung beziehen sich jetzt mehr auf einelnze Wörter verschiedener Gegenstände, oder auch die Beschreibungstexte schon angenommener Missionen. Wenn man eine Mission erhält, wird der Text auf Deutsch angezeigt.
Nach dem Tutorial stellt sich nun die Frage: Wie weiter?
Eve besitzt im Gegensatz zu anderen MMORPGs kein so umfangreiches Questsystem. Manch einer mag nun sagen, dass es dann ja kaum Abwechslung gibt. Hier setzt allerdings ein großes Feature von Eve an.
Zu Anfang gibt man sich eher mit den Missionen welche nach Leveln aufgeteilt sind und bestimmten Schiffsklassen zugeordnet werden können, ab. Level 1 lässt sich z.B. Problemlos mit der ersten Schiffsklase (Fregatten) bewältigen und man ist schon eine ganze Weile beschäftigt.
Wenn man schon etwas Kapital hat, kann man auch mit einer größeren Fregatte und weiteren Bergbaulasern in die Rohstoffbeschaffung einsteigen. Für den Start kommt man auf beide Arten an genügend Kapital um weitere Skills (dazu später mehr) erlernen zu können.
Der eigentliche Spielspass liegt in der Freiheit. Ein Questsystem wie aus bekannten MMORPGs würde wieder einen gewissen Weg, bzw. eine bestimmte Art des Spielens vorgeben. Bei Eve Online entscheidet der Spieler ob er seinen Unterhalt durch Missionen, Bergbau, Piraterie, Produktion & Verkauf, Handel, Forschung & Verkauf, Wachdienst für Unternehmer (Spieler), Kopfgeldjäger, und und und, verdienen will. Einige der genannten Möglichkeiten werden erst nach einer Weile Interessant oder lukrativ. Ohne passendes Handelsschiff sind z.B. die Gewinnspannen zu klein, als das der Laderaum viel einbringen könnte. Eine Mission oder eine Ladung abgebautes Erz bringt hier mehr ein.
Ein weiteres Feature ist das Skillsystem. Eine Stufeneinteilung gibt es nicht. Jeder Charakter lernt wie im wirklichen Leben über bestimmte Zeiträume. Da diese in Echtzeit ablaufen, lernt man auch ohne im Spiel sein zu müssen. Der "Studenplan" für Skills fast zwar maximal 24 Stunden Lernmaterial (der lernbeginn eines Skills muss innerhalb 24 Stunden liegen, nicht das Lernende!) und man sollte darum zu Anfang wenigstens einmal täglich reinschauen, um wenigstens die Skills für die nächste Zeit festzulegen. Da später auch gerne mal ein paar Wochen zum lernen eines fortgeschrittenen Skills vergehen können, ist auch auch Urlaub ohne im Spiel mit Freunden den Anschluss zu verlieren, möglich. Die Spielzeit kann somit für das verdienen vom Spielgeld (ISK), oder für Erkundungsflüge oder dergleichen genutzt werden.
Die Freiheit bei Eve hat aber auch noch ganz andere Auswirkungen. Zum einen ist der Handel fast gänzlich in Spielerhand. Alle Spielrelevanten Raumschiffe, Waffen, Zubehör, werden von Spielern produziert und angeboten. Für die Produktion benötigte Blaupausen werden zwar von NPC-Händlern im Marktplatz angeboten, allerdings können Spieler davon Kopien anfertigen und verkaufen. Diese Beschränken die Anzahl der herstellbaren Güter bevor sie nicht mehr genutzt werden können, kosten allerdings auch ein gutes Stück weniger. Ebenso kann an den Original Blaupausen geforscht werden, wodurch die Herstellungszeit abnimmt und/oder die benötigten Rohstoffmengen sinken.
Neben dem von Spielern kontrollierten Handel, wird allerdings auch das Weltall nicht allein von der NPC-Polizei im Auge behalten. Ist man in den sicheren Gebieten (sog. high sec) von der NPC-Polizei geschützt, so befinden sich in den schwächer überwachten Gebieten (low sec) nur einige automatische Verteidigungsanlagen. In den unkontrollierten Gebieten (0.0) gibt es nicht nur keine Polizei, was natürlich Piraten und andere anlockt, auch können diese Systeme von Spieler-Corporations (ähnlich wie Gilden in anderen Spielen) erobert und kontrolliert werden. So können diese für den Durchflug Zoll verlangen, oder mit anderen Corporations Durchflug-Vereinbahrungen schließen, oder Bergbauergenehmidungen erteilen. All diese Dinge müssen auch von der entsprechenden Corporation kontrolliert werden, da ohne vorhandene Wachen das System einfach genutzt werden kann.
Als dauerhafte Präsenz können die Spieler in diesen Systemen auch eigene Raumstationen errichten, welche durch die Kosten aber viel Zusammenarbeit erfordern.
Ebenfalls wird man auch im späteren Spiel aus den vorhandenen Schiffen "fast" frei wählen können, mit welchem man fliegen will. Auch die Fregatte (erste Schiffsklasse) hat im späteren Spiel noch ihre Daseinsberechtigung, da größere Schiffe diese viel schlechter treffen können und einen Schutz vor diesen benötigen. In der richtigen Corporation kann somit jeder Spieler das von ihm bevorzugte Schiff fliegen und sich mit Skills und Ausrüstung darauf konzentrieren.
Vom Support selbst habe ich bisher keine Unterstützung benötigt und weder Abstürze noch ruckeln trat auf. Vorbildlich war bisher auch die tägliche Wartung von einer Stunde (in unseren Breiten von 13-14 Uhr). Diese war immer pünktlich vorbei und ich konnte jeweils eine Minute später problemlos wieder einloggen.
Die Rezession ist zwar etwas umfangreicher als geplant, aber dennoch konnte ich nur einen kleinen Einblick ins Spiel geben, hoffe aber sie war hilfreich.
Wer das Spiel testen möchte, kann einen kostenlosen Trial-Account erstellen und 14 Tage spielen. Ich selbst habe vor 7 Tagen angefangen und habe mir schon weiteres Spielguthaben zugelegt.